Complaint dismissed for failure to provide security

UE140348Supreme CourtMar 9, 2015Inadmissible

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Omnilex summary

The Zurich High Court did not enter into A._____’s complaint against the prosecutor’s dismissal of a bodily injury investigation. The court held that the order to provide security for costs was deemed served at the appellant’s chosen address despite a post-retention order, so the seven-day pickup period was not extended. Because no security or further filing arrived in time, the complaint was inadmissible. The appellant was ordered to pay CHF 300 in court fees, and the respondent received no compensation.

Omnilex headnote

Art. 383 StPO; deemed service of an order to provide security for costs and non-entry for non-compliance. An appellant who designates an address for service must expect official mail there; a post-retention or post-lagerung order does not extend the statutory seven-day period for uncollected registered mail. If the security for costs is not provided within the prescribed period, the appellate authority may not enter into the complaint. Costs follow the outcome; compensation to the respondent is denied absent notable expense (consid. 1-2).

Full text

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: UE140348-O/U/HON

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, Oberrichterin lic. iur. A. Meier, Ersatzoberrichter Dr. T. Graf und Gerichtsschreiberin lic. iur. M. Wetli

Beschluss vom 9. März 2015 i n Sachen

A._____, Beschwerdeführerin

gegen

  1. B._____, 2. Staatsanwaltschaft See/Oberland, Beschwerdegegnerinnen

1 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____

betreffend Einstellung

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahme- Einstellungs- und Überwei- sungsverfügung der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 15. Oktober 2014 (ND1), B-4/2014/4548

Erwägungen: Mit Verfügung vom 15. Oktober 2014 stellte die Staatsanwaltschaft See/Oberland die Untersuchung gegen B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1) wegen Körperverletzung (ND 1) ein (Urk. 5). Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Be- schwerdeführerin) mit Eingabe vom 19. Dezember 2014 Beschwerde (Urk. 2). In Anwendung von Art. 383 StPO wurde die Beschwerdeführerin mi t Verfügung vom 28. Januar 2015 aufgefordert, innert 10 Tagen für allfällige Prozesskosten Sicherheit zu leisten, unter der Androhung, dass ansonsten auf die Beschwerde ni cht ei ngetreten werde (Urk. 9; Prot. S. 2 f.). Diese Verfügung wurde an die von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift angegebene Adresse "c/o ... [Adresse]" versandt. Diese Sendung ging am 30. Januar 2015 bei der Poststelle i n C._____ ein und wurde gleichentags an die hiesige Kammer retourniert mit dem Vermerk, dass ein Rückbehalteauftrag bis am 4. April 2015, d.h. länger als 60 Tage, bestehe (Urk. 10). Eine Zustellung gilt bei einer eingeschriebenen Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen musste (Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO). Treu und Glauben gebieten es, dass Verfahrensbeteiligte dafür Sorge tragen, dass ihnen behördliche Sendungen zugestellt werden können (Arquint, Basler Kommentar, StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 85 N 9). Ein Rückbehalteauftrag des Adressaten oder der Auftrag zur Postlagerung verlängert die siebentägige Abhol- frist nicht (Arqui nt, a.a.O., Art. 85 N 9; BGer., Urteil vom 12. September 2006, 1P.404/2006, E.3.2; BGer., Urteil vom 6. Dezember 2005, 1P.529/2005; BGer., Urteil vom 22. Mai 2014, 8C_861/2013 E.2.2; BGE 134 V 49 E.4). Die einge- schriebene Sendung ist spätestens am letzten Tag einer Frist von sieben Tagen ab Eingang bei der Poststelle am Ort des Empfängers als zugestellt zu betrachten (BGE 134 V 49 E.4). Da die Beschwerdeführerin die Adresse an der ... [Adresse] i n C._____ i n i hrer Beschwerdeschrift selber angegeben hatte (Urk. 2), hätte sie mit einer Zustellung

an diese Adresse rechnen müssen. Nach dem Gesagten verlängert der Rückbe- halteauftrag der Beschwerdeführerin die siebentägige Abholfrist ni cht. Die Verfü- gung vom 28. Januar 2015 ging am 30. Januar 2015 bei der Poststelle in C._____ ei n und gilt als am 6. Februar 2015 zugestellt. Innert Frist ist weder eine Prozess- kaution noch eine weitere Eingabe der Beschwerdeführerin eingegangen. Andro- hungsgemäss ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Verfahrens- kosten zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 300.– festzusetzen (§ 17 GebVO). Mangels erheblicher Umtriebe ist der Beschwerdegegnerin 1 keine Prozessent- schädi gung zuzuspreche n (Art. 436 i.V.m. Art. 429 StPO).

Es wird beschlossen:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird festgesetzt auf Fr. 300.– und der Beschwerdeführerin auferlegt. 3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 4. Schri ftli che Mi ttei lung an: − die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) − Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, zweifach, für si ch und zuhanden der Beschwerdegegnerin 1, unter Beilage von Urk. 2 sowie Urk. 3/1-2 i n Kopie (per Gerichtsurkunde) − die Staatsanwaltschaft See/Oberland, unter Beilage von Urk. 2 sowie Urk. 3/1-2 in Kopie (gegen Empfangsbestätigung) sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an: − die Staatsanwaltschaft See/Oberland unter Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 8] (gegen Empfangsbestätigung) − die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)

  2. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtli chen Abtei lung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich ei nzurei chen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Züri ch, 9. März 2015

Obergericht des Kantons Zürich III. S tra fk a mme r

Präsident:

lic. iur. Th. Meyer Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Wetli

Keywords

security for costsdeemed servicenon-entryregistered mailcostscompensationcriminal complaint

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint could be entered into despite the failure to provide security for costs under Art. 383 StPO.

Extracted holding

No. The security order was validly served by deemed service, the appellant did not pay security or file further submissions in time, and the complaint had to be dismissed as inadmissible.

Extracted reasoning

The appellant had indicated the address herself and had to expect service there. A post-retention order does not extend the seven-day pickup period. The order was therefore deemed served on 6 February 2015, and no timely security followed.

Key legal question

Who bears the costs of the complaint proceedings and whether compensation is owed to the respondent.

Extracted holding

The appellant bears the procedural costs, set at CHF 300, and the respondent receives no compensation because no significant efforts were shown.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome under Art. 428 para. 1 StPO; compensation was denied under Art. 436 in conjunction with Art. 429 StPO due to lack of notable expense.

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