Appeal not entered for missing written statement

SU160024Supreme CourtApr 25, 2016Dismissed

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Omnilex summary

The Zurich Cantonal Court of Appeal, Criminal Division, held that the defendant did not file the written appeal statement within the 20-day statutory period after service of the reasoned first-instance judgment. Because the appeal statement is a validity requirement, the court did not enter into the appeal. The defendant was ordered to pay the appeal costs, and the court fee was fixed at CHF 600.

Omnilex headnote

Art. 399 Abs. 3 StPO; written appeal statement as validity requirement; non-entry where no timely appeal statement is filed. The appellate court must verify ex officio whether the appeal statement was lodged within the statutory period after service of the reasoned judgment. If the appellant, despite proper legal instruction, fails to submit the written statement in time, the appeal is inadmissible and no further submissions are to be invited (consid. 2). Costs follow the outcome under Art. 428 Abs. 1 StPO.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SU160024-O/U/jv

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und lic. iur. Ch. Prinz sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. P. Rietmann Beschluss vom 25. April 2016

i n Sachen

A._____, Beschuldigter und Berufungskläger

gegen

Stadtrichteramt Zürich, Verwaltungsbehörde und Berufungsbeklagte

betreffend Übertretung von Verkehrsvorschriften

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 9. Dezember 2015 (GC150275)

Erwägungen: 1. Das Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, Einzelgericht, verurteilte den Beschuldigten am 9. Dezember 2015 wegen Nichtgewährens des Vortritts im Si nne von Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 2 SVG, in Verbindung mit Art. 75 Abs. 3 SSV sowie in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 300.– (Urk. 22 S. 2, Urk. 25 und Urk. 28 S. 18). 2. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 18. Dezember 2015 fristgerecht Berufung an, wobei er seine Eingabe als Einsprache bezeichnete (Urk. 24). Die falsche Bezeichnung eines Rechtsmittels schadet nicht, sofern bezüglich des zutreffenden Rechtsmittels sämtli che Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind (vgl. z.B. BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399 mit Hinweis). Gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein. Dem Beschuldigten wurde das begründete Urteil am 21. März 2016 zugestellt (Urk. 27/2). Die Frist zur Einreichung der Berufungserklärung begann für den Beschuldigten somit am 22. März 2016 zu laufen (Art. 384 lit. a StPO) und endete am 11. April 2016. Innert der i n Art. 399 Abs. 3 StPO festgelegten gesetzlichen Frist reichte der Beschuldigte – obwohl der begründete Entscheid diesbezüglich eine ausführliche Rechtsmittelbelehrung enthält, in welcher auch auf die Säumnisfolge hingewiesen wurde (Urk. 25 und Urk. 28, Dispositivziffer 7) – keine schriftliche Berufungserklärung ein. Die Einreichung einer Berufungserklärung stellt praxisgemäss eine Gültigkeitsvoraussetzung dar (Urteil des Bundesgerichtes 6B_458/2013 vom 4. November 2013). Bei deren Nichteinreichung ist folglich auf eine Einholung von Stellungnahmen zu verzichten (ZR 110/2011 Nr. 69). Somit ist auf die Berufung des Beschuldigten nicht einzutreten (Urteil des Bundesgerichts 6B_458/2013 vom 4. November 2013 E. 1.3.2).

  1. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 400.– festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO; ZR 110/2011 Nr. 37). Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung des Beschuldigten vom 18. Dezember 2015 gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, Einzelgericht, vom 9. Dezember 2015 wird nicht eingetreten. 2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 600.– festgesetzt. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 4. Schri ftli che Mi ttei lung an − den Beschuldigten − die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich − das Stadtrichteramt Zürich sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vori nstanz (unter Rücksendung der Akten). 5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen ri chten si ch nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Züri ch, 25. April 2016

Der Präsident:

Oberrichter lic. iur. P. Marti

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. P. Rietmann

Keywords

non-entryappeal deadlinewritten appeal statementtraffic offensecourt costs

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Key legal question

Whether the defendant's appeal had to be entered into despite no written appeal statement being filed on time.

Extracted holding

No. The written appeal statement is a validity requirement; without it, the court must not proceed to hear the appeal.

Extracted reasoning

The defendant received the reasoned judgment on 21 March 2016, so the 20-day deadline expired on 11 April 2016. No appeal statement was filed within that period, despite a proper warning of the consequence of default. Therefore the appeal was inadmissible in substance and no submissions needed to be obtained.

Key legal question

Who bears the costs of the appeal proceedings and what fee is due?

Extracted holding

The defendant bears the appeal costs. The court fee was set at CHF 600.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome of the proceedings under the Code of Criminal Procedure.

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