Untimely appeal declaration in dog law misdemeanor case

SU150087Supreme CourtOct 19, 2015Inadmissible

Summary

The Zurich High Court held that the Stadtrichteramt’s appeal in a dog law misdemeanor case could not be entered into because no appeal declaration was filed within the 20-day deadline running from service of the reasoned district court judgment. The court therefore dismissed the appeal as inadmissible, placed the appellate costs on the court treasury, and denied compensation to the accused.

Regest

Art. 399 Abs. 3 StPO, Art. 403 Abs. 1 and 3 StPO; the timely filing of an appeal declaration is a validity requirement for appellate review. If the appellant fails to submit the declaration within the statutory 20-day period after service of the reasoned judgment, the appellate court must refrain from entering into the appeal. In such a case, the costs of the appellate proceedings are borne by the court treasury, and compensation to the accused is denied absent compensable inconvenience (consid. relevant to admissibility and costs).

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SU150087-O/U/jv

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und Oberrichterin lic. iur. C. von Moos sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter Beschluss vom 19. Oktober 2015

in Sachen

Stadtrichteramt Zürich, vertreten durch lic. iur. Franz Bänziger Verwaltungsbehörde und Berufungsklägerin

gegen

A._____, Beschuldigter und Berufungsbeklagter

betreffend Übertretung des Hundegesetzes

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 8. Juli 2015 (GC150107)

Nach Einsicht in die Berufungsanmeldung des Stadtrichteramtes Zürich vom 14. Juli 2015 (Urk. 24), da das begründete Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 8. Juli 2015 dem Stadtrichteramt Zürich am 18. September 2015 zugestellt wurde (Urk. 27/1), da die in Art. 399 Abs. 3 StPO festgelegte gesetzliche Frist von 20 Tagen ab Zustellung des begründeten Urteils zur Einreichung der Berufungserklärung für das Statthalteramt somit am 9. Oktober 2015 zu Ende gegangen ist, da das Stadtrichteramt innert der genannten Frist keine Berufungserklärung eingereicht hat, da die fristgemässe Einreichung der Berufungserklärung eine Gültigkeits- voraussetzung für das Eintreten auf die Berufung darstellt, da praxisgemäss bei Nichteinreichen einer Berufungserklärung auf die Einholung von Stellungnahmen im Sinne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet wird (ZR 110/2011 Nr. 69), da die Kosten des Berufungsverfahrens ausgangsgemäss auf die Gerichts- kasse zu nehmen sind und dem Beschuldigten mangels Umtrieben keine Entschädigung zuzusprechen ist, unter Hinweis auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung des Stadtrichteramtes Zürich vom 14. Juli 2015 wird nicht eingetreten. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen. 3. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen.

  1. Schriftliche Mitteilung an − den Beschuldigten − das Stadtrichteramt Zürich − die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Zürich, 19. Oktober 2015

Der Präsident:

Dr. iur. F. Bollinger

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter

Keywords

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