Non-entry on appeal for lack of appeal statement

SB170182Supreme CourtMay 23, 2017Inadmissible

Summary

The Zurich Cantonal Court, Criminal Chamber, held that the private complainant had merely filed a notice of appeal against the Uster District Court judgment in a negligent bodily injury case, but did not submit the mandatory appeal statement within the deadline. The court therefore declined to enter into the appeal. It treated the complainant as unsuccessful for costs purposes, set the second-instance fee at CHF 600, and charged it to her. The defendant received no compensation for defense expenses because none were shown.

Regest

Art. 399 Abs. 3, Art. 403 Abs. 1 und 3 StPO; appeal statement omitted after timely appeal notice: if the appellant fails to file the appeal statement within the statutory period, the appellate court must not enter into the appeal. Non-entry on the remedy is tantamount to defeat for the purpose of Art. 428 Abs. 1 StPO, with the consequence that the appellant bears the costs of the appeal proceedings. A compensation claim for the opposing party presupposes relevant expenses and must be refused where none are substantiated.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB170182-O/U/jv

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und lic. iur. B. Gut sowie der Gerichtsschreiber Dr. iur. F. Manfrin Beschluss vom 23. Mai 2017

i n Sachen

A., Privatklägerin und Berufungsklägerin vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X.

sowie

Staatsanwaltschaft See/Oberland, vertreten durch Stv. Leitenden Staatsanwalt lic. iur. R. Meier Anklägerin

gegen

B., Beschuldigter und Berufungsbeklagter verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y.

betreffend fahrlässige Körperverletzung Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht, vom 23. Januar 2017 (GG160020) Erwägungen: 1. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 23. Januar 2017 hat die Privatklägerin zwar Berufung angemeldet, innert der Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO aber keine Berufungserklärung eingereicht. Deshalb ist auf die Berufung gestützt auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO nicht einzutreten.

  1. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Das Nichteintreten auf das Rechtsmittel der Privatklägerin kommt einem Unterliegen gleich (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Privatklägerin sind somit die Kosten für das Berufungsverfahren aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 600.– festzusetzen. Mangels Aufwendungen ist dem Beschuldigten keine Entschädigung für seine anwaltliche Verteidigung zuzuspreche n (Urk. 40). Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung der Privatklägerin vom 25. Januar 2017 wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Privatklägerin auferlegt. 4. Schri ftli che Mi ttei lung an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft See/Oberland − die Vertretung der Privatklägerschaft im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Züri ch, 23. Mai 2017

Der Präsident:

Dr. iur. F. Bollinger

Der Gerichtsschreiber:

Dr. iur. F. Manfrin

Keywords

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