No entry on private complainant’s appeal for missing declaration

SB150521Supreme CourtJan 18, 2016Inadmissible

Summary

The Zurich High Court held that the private complainant’s appeal against the district court judgment was inadmissible because no written appeal declaration was filed within the 20-day deadline after service of the reasoned judgment. The later appeal request was therefore out of time. As a consequence, the court did not seek further observations under Art. 403 StPO. The appellate costs were imposed on the private complainant, but because legal aid had been granted, they were initially taken over by the court treasury. The fee for the legal-aid counsel was definitively borne by the treasury, with reimbursement reserved.

Regest

Art. 399 Abs. 3, 403 Abs. 1 and 3 StPO; admissibility of the appeal by the private complainant. Filing the written appeal declaration within the statutory time limit is a validity requirement. If the declaration is not filed in time, the appellate court must not enter into the appeal; it may dispense with obtaining responses under Art. 403 Abs. 2 StPO. Costs follow the outcome under Art. 428 Abs. 1 StPO. Where legal aid has been granted, the costs of the representation are borne provisionally or definitively by the court treasury in accordance with Arts. 135 Abs. 4 and 138 Abs. 1 StPO, with reimbursement reserved where applicable.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB150521-O/U/rm

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. i ur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. i ur. T. Weilenmann Beschluss vom 18. Januar 2016

in Sachen

A., Privatklägerin und Berufungsklägerin unentgeltli ch vertreten durch Rechtsanwälti n li c. i ur. X.

sowie

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Anklägerin

gegen

B., Beschuldigter und Berufungsbeklagter amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y.

betreffend Nötigung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung - Einzelgericht, vom 10. September 2015 (GG150108)

Nach Ei nsi cht i n die Berufungsanmeldung der Privatklägerin vom 17. September 2015 (Urk. 49), da das begründete Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung - Einzelgericht, vom 10. September 2015 (Urk. 53) der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin am 9. Dezember 2015 zugestellt wurde (Urk. 52/3), da die Privatklägerin innerhalb der in Art. 399 Abs. 3 StPO festgelegten gesetzlichen Frist von 20 Tagen ab Zustellung des begründeten Urteils – mi thi n bis zum 29. Dezember 2015 – kei ne schri ftli che Berufungserklärung ei nreichte bzw. einreichen liess (der Berufungsantrag vom 4. Januar 2016 (Urk. 55) erfolgte ni cht i nnert Fri st), wobei die Einreichung einer Berufungserklärung praxisgemäss eine Gültigkeitsvoraussetzung darstellt und bei deren Nichteinreichen auf die Ei nholung von Stellungnahmen i m Si nne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet wird (ZR.110/2011 Nr. 69), da ausgangsgemäss die Kosten des Berufungsverfahrens der Privatklägerin aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO), aber zufolge Gewährung der unentgeltli chen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen si nd und die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt (vgl. Mazzucchelli /Posti zzi , i n: BSK-StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 138 N 4), unter Hi nwei s auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO wird beschlossen: 1. Auf die Berufung der Privatklägerin vom 17. September 2015 wi rd ni cht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.-- . 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mi t Ausnahme der Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden der Privatklägerin

auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. D i e Rückzahlungspfli cht bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 4. Schri ftli che Mi ttei lung an − die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Züri ch-Si hl − die unentgeltliche Vertretung im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Züri ch, 18. Januar 2016

Der Präsident:

Dr. i ur. F. Bollinger

Die Gerichtsschreiberin:

lic. i ur. T. Weilenmann

Keywords

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