No-entry on appeal due to missing appeal statement

SB130218Supreme CourtJun 24, 2013Confirmed

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Omnilex summary

The Zurich High Court noted the prosecution’s withdrawal of its appeal against B. and discontinued those appellate proceedings. It also held that A.’s appeal could not be heard because no written appeal statement was filed within the 20-day statutory period after service of the reasoned first-instance judgment. The first-instance judgment of 7 February 2013 therefore became final. The court allocated the appellate costs to A., left the appointed defence costs of A. and B. temporarily to the court treasury, and denied expense or party compensation to the private complainants C. and D.

Omnilex headnote

Art. 399 Abs. 3 and 403 Abs. 2 StPO; admissibility of an appeal requires a timely written appeal statement after service of the reasoned judgment. The filing of the appeal statement is a validity requirement; if it is omitted, the appellate court does not enter into the appeal. A withdrawal of the appeal terminates the proceedings as to the withdrawing party. Costs follow the outcome: the party causing the no-entry or withdrawal bears the corresponding costs; appointed defence costs may be provisionally assumed by the court treasury, subject to reimbursement under Art. 135 Abs. 4 StPO. Expense or party compensation is refused where no compensable outlays are shown.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB130218-O/U/eh

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. Ch. Prinz und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Semadeni Beschluss vom 24. Juni 2013 in Sachen

A., Beschuldigter und Berufungskläger amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X.

gegen

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. U. Weder Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Berufungsklägerin gegen B._____ (Rückzug) gegen

B., Beschuldigter und Berufungsbeklagter amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. Y.

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. und Rückversetzung (A._____)

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 7. Februar 2013 (DG120231)

Erwägungen:

  1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung, vom 7. Februar 2013, wurde der Beschuldigte A._____ der versuchten schweren Körperverletzung etc. schuldig gesprochen. Hinsichtlich des Vorfalls vom 24. April 2010 wurde er vom Vorwurf der Tätlichkeiten freigesprochen (Urk. 104 = Urk. 109 S. 111f.). B._____ wurde mit gleichem Entscheid vollumfänglich freigesprochen (Urk. 109 S. 112). 2. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft bezüglich des Beschuldigten B._____ am 13. Februar 2013 Berufung an (Urk. 96). Mit Eingabe vom 24. Mai 2013 zog sie diese wieder zurück (Urk. 110). Ausgangsgemäss sind die mit dem Rückzug der Berufung verbundenen Kosten, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung von B., auf die Gerichtskasse zu nehmen. 3. Auch der Beschuldigte A. liess am 11. Februar 2013 Berufung gegen den vorinstanzlichen Entscheid erheben (Urk. 95). Das begründete Urteil wurde der amtlichen Verteidigung am 14. Mai 2013 zugestellt (Urk. 106/2). Innerhalb der in Art. 399 Abs. 3 StPO festgelegten gesetzlichen Frist von 20 Tagen ab Zustellung des begründeten Entscheides - mithin bis zum 3. Juni 2013 - reichte die Verteidigung des Beschuldigten A._____ keine schriftliche Berufungserklärung ein. Die Einreichung einer Berufungserklärung stellt praxisgemäss eine Gültigkeitsvoraussetzung dar. Bei deren Nicht-einreichung wird auf die Einholung von Stellungnahmen im Sinne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet (ZR 110/2011 Nr. 69). Auf die Berufung des Beschuldigten A._____ ist entsprechend nicht einzutreten. Ausgangsgemäss sind die mit dem Nichteintretensentscheid verbundenen Kosten dem Beschuldigten A._____ aufzuerlegen. Die Kosten seiner amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rück- zahlungspflicht bleibt vorbehalten.

  2. Der Privatklägerin C._____ ist mangels ersichtlicher Aufwendungen im Berufungsverfahren keine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. Der Vertretung des Privatklägers D._____ sind im Berufungsverfahren keine Aufwendungen angefallen, weshalb auch hier auf die Zusprechung einer Prozessentschädigung verzichtet werden kann (Urk. 114). Es wird beschlossen: 1. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft in Sachen B._____ wird Vormerk genommen. 2. Auf die Berufung von A._____ vom 11. Februar 2013 wird nicht eingetreten. 3. Entsprechend wird das Verfahren als durch Rückzug der Berufung resp. Nichteintreten auf die Berufung erledigt abgeschrieben. Demzufolge ist das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 7. Februar 2013, rechtskräftig. 4. Der Staatsanwaltschaft werden keine Kosten auferlegt. Die im Berufungs- verfahren anfallenden Kosten der amtlichen Verteidigung von B._____ werden auf die Gerichtskasse genommen. 5. Die im Zusammenhang mit dem Nichteintretensbeschluss anfallenden Kosten im Betrag von Fr. 600.-- werden dem Beschuldigten A._____ auf- erlegt. Die im Berufungsverfahren angefallenen Kosten der amtlichen Verteidigung von A._____ werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 6. Es wird vorgemerkt, dass den Privatklägern D._____ und C._____ für das Berufungsverfahren weder Umtriebs- noch Prozessent-schädigungen zugesprochen werden.

  3. Schriftliche Mitteilung an − die amtliche Verteidigung RA Dr. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten B._____ − die amtliche Verteidigung RA lic. iur. X._____ im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten A._____ − die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich − RA lic. iur. Z._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers D._____ − die Privatklägerin C._____ sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung all- fälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 8. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Zürich, 24. Juni 2013

Der Präsident:

lic. iur. P. Marti

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. C. Semadeni

Keywords

appeal admissibilitywithdrawalno-entrycostsappointed defenceparty compensation

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the prosecution's appeal against B. should be noted as withdrawn

Extracted holding

The withdrawal of the prosecution's appeal was noted and the related costs were charged to the court treasury.

Extracted reasoning

A filed withdrawal on 24 May 2013, so the appellate proceedings as to B. ended by withdrawal.

Key legal question

Whether A.'s appeal was admissible despite no written appeal statement within the statutory deadline

Extracted holding

The court did not enter into A.'s appeal because no written appeal statement was filed within the 20-day time limit after service of the reasoned judgment.

Extracted reasoning

Filing the appeal statement is a validity requirement under Art. 399(3) StPO; if omitted, the court does not request observations under Art. 403(2) StPO.

Key legal question

Who bears the appellate costs and defence costs

Extracted holding

A. was charged with the costs caused by the no-entry decision; the prosecution was not charged with costs; B.'s and A.'s appointed defence costs were taken provisionally over by the court treasury, with reimbursement reserved.

Extracted reasoning

Costs follow the procedural outcome; withdrawn appeal and no-entry lead to allocation according to those results.

Key legal question

Whether the private complainants receive expense or party compensation on appeal

Extracted holding

No expense compensation or party compensation was awarded to C. or D. in the appeal proceedings.

Extracted reasoning

No discernible expenses had been incurred.

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