No standing to appeal cost-advance order

RT170167Supreme CourtOct 3, 2017Inadmissible

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Omnilex summary

The Zurich Cantonal Court of Appeal dealt with an appeal against an interim order in a summary debt-enforcement proceeding. The District Court had ordered the applicant, Azienda Comunale, to pay a CHF 100 cost advance. The opposing party, A._____ AG, appealed and sought denial of the debt-enforcement relief. The court held that the appellant suffered no legally protected disadvantage because the order was directed only at the applicant, not at the appellant. Lacking grievance, the appeal was inadmissible and the court did not enter into the merits. No appellate costs were charged and no party compensation was awarded.

Omnilex headnote

Art. 308 ff. ZPO; standing to appeal requires a present, legally protected grievance against the challenged decision. A party is not entitled to challenge an order that imposes obligations solely on the opposing party and does not adversely affect its own legal position. Where the appellant lacks such grievance, the appellate court must not enter into the appeal ex officio. In ancillary appellate proceedings, costs may be waived in the circumstances, and party compensation may be refused where no substantial work was required (consid. 2-3).

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT170167-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter Dr. H.A. Müller und Oberrichterin Dr. D. Scherrer sowie Gerichtsschreiber lic. i ur. A. Baumgartner Beschluss vom 3. Oktober 2017

i n Sachen

A._____ AG, Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin

gegen

Azienda Comunale Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin

betreffend Rechtsöffnung (Kostenvorschuss)

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 8. September 2017 (EB170433-I)

Erwägungen: 1. a) Die Parteien stehen vor Ersti nstanz i n ei nem Rechtsöffnungs ver fa hre n. Mit Verfügung vom 8. September 2017 wurde der Gesuchstellerin und Beschwer- degegnerin (fortan Gesuchstellerin) eine Frist von vierzehn Tagen angesetzt, um für die mutmassli che Spruchgebühr bei der Bezirksgerichtskasse Uster einen Kostenvorschuss von Fr. 100.– zu lei sten (Urk. 2 S. 3 Dispositivziffer 1). b) Mit am 21. September 2017 der Post übergebener Eingabe erhob die Ge- suchsgegnerin und Beschwerdeführerin (fortan Gesuchsgegnerin) gegen obge- nannte Verfügung Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, die Rechtsöffnung sei zu verweigern (Urk. 1/1-3). 2. a) Die Beschwer ist Zulässigkeitsvoraussetzung jedes Rechtsmittels. Das Erfordernis der Beschwer hat die Wirkung, dass nur derjenige zur Erhebung eines Rechtsmittels befugt ist, welcher ein (von der Rechtsordnung geschütztes, d.h. ein schutzwürdiges) Interesse (tatsächlicher oder rechtlicher Natur) an der Abän- derung eines erstinstanzlichen Entscheids besitzt. Fehlt es an der von Amtes we- gen zu prüfenden Beschwer, ist auf das erhobene Rechtsmittel nicht einzutreten (Reetz, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Vorbemerkun- gen zu den Art. 308-318 N 30 m.w.H.). b) Die Gesuchsgegnerin wurde durch die angefochtene Verfügung zu nichts verpflichtet, da nicht sie, sondern die Gesuchstellerin den Kostenvorschuss von Fr. 100.– zu leisten hat. Ihr ist deshalb durch die angefochtene Verfügung kein Nachteil entstanden. Auf die Beschwerde der Gesuchsgegnerin ist demnach mangels Beschwer nicht einzutreten. 3. Es rechtfertigt sich, für das Beschwerdeverfahren umständehalber auf Kostenerhebung zu verzichten. Mangels wesentlicher Umtriebe ist der Gesuch- stellerin für das Beschwerdeverfahren sodann keine Entschädigung zuzuspre- chen.

Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde der Gesuchsgegnerin wird nicht eingetreten. 2. Es werden für das Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. 3. Der Gesuchstellerin wird für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschä- digung zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und die Vorinstanz, an die Gesuchstel- lerin und die Vorinstanz je unter Beilage von Kopien der Urk. 1/1-3 und 3/1- 2, je gegen Empfangsschein. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Haupt- sache beträgt Fr. 24.10. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 3. Oktober 2017

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. A. Baumgartner

versandt am: sf

Keywords

standing to appealgrievancecost advancesummary proceedingsnon-entrydebt enforcementcourt costsparty compensation

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Key legal question

Whether the appellant had standing to appeal the order requiring the applicant to pay a cost advance.

Extracted holding

No. The challenged order imposed no obligation on the appellant and caused it no legally protected disadvantage.

Extracted reasoning

Appeal standing requires a protected interest in changing the first-instance decision. Since only the applicant had to pay the CHF 100 advance, the appellant lacked the necessary grievance, so the appeal had to be dismissed without entering into the merits.

Key legal question

Whether court costs should be charged for the appellate proceedings.

Extracted holding

No costs were levied due to the circumstances of the case.

Extracted reasoning

The court considered it appropriate, in the circumstances, to refrain from collecting appellate costs.

Key legal question

Whether the respondent was entitled to party compensation for the appellate proceedings.

Extracted holding

No compensation was awarded because the appeal caused no material work.

Extracted reasoning

As there were no substantial efforts, no party compensation was justified.

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