Appeal inadmissible in dispute over cost advance

RT160171Supreme CourtOct 19, 2016Inadmissible

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Omnilex summary

The Zurich High Court dealt with an appeal against a lower-court order granting a short grace period for payment of a court cost advance in revision proceedings. The applicant argued mainly about her rejected legal-aid request and her financial situation. The court held that these arguments did not address the appealed order, which was not the legal-aid refusal itself. Because the complaint contained no concrete criticism of the lower court's reasoning, the appeal was not entered into. The court also confirmed that the earlier refusal of legal aid was already final and did not suspend enforcement of the advance-payment order.

Omnilex headnote

Art. 320 ZPO, Art. 325 ZPO; requirements of a substantiated civil appeal and effect of a separate appeal on enforceability: a complaint must specifically attack the reasons of the challenged order, otherwise the appellate court does not examine it. Arguments directed only against another, separately decided ruling are irrelevant for the appeal in hand. A pending appeal against a refusal of legal aid does not suspend the legal force and enforceability of that refusal absent suspensive effect under Art. 325 ZPO; the first instance may therefore set a deadline or grace period for payment of the court cost advance. Costs follow the outcome under Art. 106 ZPO.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT160171-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter D r. H.A. Müller und Oberrichter li c. i ur. M. Spahn sowie Gerichtsschreiber lic. i ur. F. Rieke Beschluss vom 19. Oktober 2016

i n Sachen

A._____, Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin

gegen

Staat Zürich und Gemeinde B., Gesuchsgegner und Beschwerdegegner vertreten durch Gemeindesteueramt B.

betreffend Rechtsöffnung (Revision, Kostenvorschuss)

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 19. September 2016 (BR160003-G)

Erwägungen: 1. a) Im von der Gesuchstellerin mit Gesuch vom 18. August 2016 ein- geleiteten Revisionsverfahren gegen einen Rechtsöffnungsentscheid (Vi-Urk. 1) hatte das Bezirksgericht Meilen (Vorinstanz) mit Verfügung vom 26. August 2016 das Armenrechtsgesuch der Gesuchstellerin abgewiesen und ihr Frist zur Leis- tung eines Kostenvorschusses von Fr. 1'000.-- für das Revisionsverfahren ange- setzt (Vi-Urk. 3). Auf eine dagegen von der Gesuchstellerin erhobene Beschwer- de ist die Kammer mit Beschluss vom 3. Oktober 2016 nicht eingetreten (ober- gerichtliches Verfahren RT160158-O). b) Mit Verfügung vom 19. September 2016 setzte die Vorinstanz der Ge- suchstellerin eine Nachfrist von 3 Tagen zur Leistung des Gerichtskostenvor- schusses an (Vi-Urk. 5 = Urk. 2). c) Hiergegen hat die Gesuchstellerin am 2. Oktober 2016 fristgerecht (vgl. Vi -Urk. 9) Beschwerde erhoben. In dieser stellt sie sinngemäss den Beschwerde- antrag (Urk. 1): Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Beschwer- de sogleich als unbegründet bzw. unzulässig erweist, kann auf di e Ei nholung ei- ner Beschwerdeantwort verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 2. a) Die Vorinstanz erwog, die Verfügung betreffend Kostenvorschuss vom 26. August 2016 sei der Gesuchstellerin am 5. September 2016 zugestellt worden. Die darin angesetzte Frist von sieben Tagen sei am 12. September 2016 ungenutzt verstri chen, womi t di e Gesuchstelleri n den Kostenvorschuss ni cht in- nert Frist geleistet habe. Daher sei ihr Nachfrist zur Leistung desselben anzuset- zen (Urk. 2 S. 2). b) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen- sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Dabei bedeutet Geltendmachung, dass in der Beschwerde konkret

dargelegt werden muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig sei n soll; was nicht in dieser Weise beanstandet wird, braucht von der Beschwerde- i nstanz ni cht überprüft zu werden und hat i nsofern grundsätzli ch Bestand. c) Die Gesuchstellerin macht in ihrer Beschwerde geltend, sie sei arbeits- los und seit einem Jahr auf Sozialhilfe angewiesen. Gegen die neue Verfügung betreffend Abweisung ihres Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege wolle sie Beschwerde erheben (Urk. 1). d) Das Armenrechtsgesuch der Gesuchstellerin war nicht Thema der an- gefochtenen Verfügung vom 19. September 2016 (jenes war, wie eingangs er- wähnt, mit Verfügung der Vorinstanz vom 26. August 2016 abgewiesen worden). Daher kann insoweit auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. Die Beschwerde enthält sodann keine Beanstandungen der dargelegten vor- i nstanzlichen Erwägungen, weshalb auch insoweit auf die Beschwerde nicht ein- getreten werden kann. Die Vorinstanz hatte das Armenrechtsgesuch mit Verfü- gung vom 26. August 2016 abgewiesen. Die dagegen von der Gesuchstellerin er- hobene Beschwerde hatte die Rechtskraft und Vollstreckbarkeit jener Verfügung nicht aufgeschoben (Art. 325 ZPO). Nachdem somit über das Armenrechtsgesuch bereits rechtskräftig entschieden wurde, war die Vorinstanz befugt, der Gesuch- stellerin Nachfrist zur Leistung des Gerichtskostenvorschusses anzusetzen. Die Vorinstanz hat das Recht korrekt angewendet. e) Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde der Gesuchstellerin insge- samt ni cht ei nzutreten. 3. a) Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 300.-- festzuset- zen (Art. 48 und 61 GebV SchKG). b) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss der Gesuchstellerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). c) D i e Gesuchstelleri n hat kei n ausdrückli ches Gesuch um unentgeltli che Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren gestellt (Urk. 1). Ein solches wäre oh-

nehin zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde (vgl. vorstehende Erwägungen) abzuweisen gewesen (Art. 117 lit. b ZPO). d) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu- sprechen, der Gesuchstellerin zufolge ihres Unterliegens, den Gesuchsgegnern mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO). Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.-- festgesetzt. 3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Gesuchstellerin auferlegt. 4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge- sprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchsgegner unter Beilage einer Kopie von Urk. 1, und an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Haupt- sache beträgt Fr. 25'565.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 19. Oktober 2016

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. F. Rieke

versandt am: gs

Keywords

appeal admissibilitysubstantiated complaintlegal aidcost advancesuspensive effectcost allocation

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Key legal question

Whether the appeal against the 19 September 2016 order was admissible.

Extracted holding

The appeal was inadmissible because it did not challenge the reasons of the appealed order and attacked a different, already separately decided legal-aid ruling.

Extracted reasoning

The court held that only the cost-advance grace-period order was before it. The applicant's arguments concerned the earlier rejection of legal aid, which was not the subject of the appealed order. Since the complaint contained no specific objections to the lower court's reasoning, there was no basis for review. The prior legal-aid decision was already final and enforceable and was not suspended by the separate appeal.

Key legal question

Whether the lower court was entitled to set a grace period for the court cost advance.

Extracted holding

Yes. Once the refusal of legal aid had become final and enforceable, the lower court was entitled to set the grace period for payment of the advance.

Extracted reasoning

The court found that the separate appeal against the legal-aid refusal had no suspensive effect. Therefore, the applicant had to provide the advance, and the lower court correctly applied the law by setting a grace period.

Key legal question

Costs and party compensation in the appeal proceedings.

Extracted holding

The applicant had to bear the second-instance costs, and no party compensation was awarded.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome of the proceedings. No compensable expense by the respondents was shown.

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