Appeal dismissed for new evidence and insufficient reasoning

RT130119Supreme CourtJul 25, 2013Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The Zurich Cantonal Court dismissed the debtor’s appeal against summary legal enforcement for unpaid child support. The debtor merely alleged payment of the enforced amounts and filed documents, but these were submitted too late and were inadmissible as new evidence on appeal. The court also held that the appeal did not meet the requirement to challenge the lower court’s reasoning specifically. It therefore upheld the first-instance result, set the appeal fee at CHF 500, charged it to the debtor, and refused any party compensation to the creditor.

Omnilex headnote

Art. 326 Abs. 1 ZPO; Art. 320 ZPO; Art. 132 ZPO; appeal in civil proceedings: the appellate instance examines only specifically complained-of errors and excludes new allegations and evidence. The appeal pleading must identify the challenged defects with sufficient precision; otherwise the remedy is dismissed without a grace period for supplementation. In the absence of admissible novae, factual assertions raised only after the first-instance decision cannot be considered. Costs follow the outcome; if the appeal creates no material additional work, no party compensation is awarded.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT130119-O/U.doc

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider und Ersatzoberrichter Dr. S. Mazan sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Subotic Urteil vom 25. Juli 2013

in Sachen

A._____,

Beklagter und Beschwerdeführer

gegen

B._____,

Klägerin und Beschwerdegegnerin

vertreten durch Amt für Jugend und Berufsberatung,

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah- ren am Bezirksgericht Horgen vom 28. Mai 2013 (EB130126-F)

Erwägungen: 1.1. Mit Eingabe vom 16. April 2013 (Urk. 1) hatten die Klägerin und Beschwer- degegnerin (fortan Klägerin) in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes C._____ (Zahlungsbefehl vom 8. April 2013) gestützt auf ein rechtskräftiges Ehe- schutz-Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 28. Juli 2011 (Urk. 4/3), mit wel- chem der Beklagte und Beschwerdeführer (fortan Beklagter) zur Leistung monat- licher Kinderunterhaltsbeiträge im Betrag von Fr. 832.– je Kind, mithin insgesamt Fr. 1'664.–, zuzüglich allfälliger Familienzulagen verpflichtet worden war, Rechts- öffnung für Fr. 10'040.– nebst Zins und Betreibungskosten verlangt (Urk. 1). 1.2. Der Beklagte liess sich innert der ihm durch die Vorinstanz mit Verfügung vom 26. April 2013 (Urk. 5) angesetzten Frist nicht vernehmen, weshalb die Vo- rinstanz androhungsgemäss aufgrund der Akten entschied und mit (zunächst un- begründetem) Urteil vom 28. Mai 2013 (Urk. 7) das Rechtsöffnungsbegehren der Klägerin unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten gut- hiess. 1.3. Nach Zustellung desselben meldete sich der Beklagte mit einer als "Be- schwerde" bezeichneten Eingabe vom 6. Juni 2013 bei der Vorinstanz, legte sei- ne Sicht der Dinge dar und reichte Unterlagen ein (Urk. 10 und 11/1-3). Die Vo- rinstanz nahm diese Eingabe als Begründungsbegehren entgegen und fasste ei- nen begründeten und damit beschwerdefähigen Entscheid (Urk. 19) ab. 1.4. Mit Eingabe vom 9. Juli 2013 (Datum des Poststempels: 10. Juli 2013) erhob der Beklagte hiergegen rechtzeitig (vgl. Urk. 13/2) Beschwerde (Urk. 18). 2.1. Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind im Beschwerdeverfahren neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen. Dies wird mit dem Charakter der Beschwerde begründet, die sich als ausserordentliches Rechtsmittel im Wesentlichen auf die Rechtskontrolle beschränkt und nicht das erstinstanzliche Verfahren fortsetzen soll. Das Novenverbot ist umfassend und gilt sowohl für echte wie auch für unechte Noven (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess- ordnung (ZPO), Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 326 N 3 f.).

Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich un- richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Im Beschwerdeverfahren gilt das Rügeprinzip (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., a.a.O., Art. 321 N 15), d.h. die Beschwerde führende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an welchen Mängeln (unrichtige Rechtsanwendung, offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachver- halts) der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet. Was nicht gerügt wird, hat grundsätzlich Bestand. Werden keine oder ungenügende Rügen erho- ben, stellt dies einen nicht behebbaren Mangel dar (vgl. Art. 132 ZPO), d.h. ist nicht eine Nachfrist zur ergänzenden Begründung anzusetzen, sondern ist die Beschwerde abzuweisen. 2.2. Der Beklagte setzt sich nicht mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinan- der, weshalb seine Beschwerde den strengen Vorgaben des Rügeprinzips im Be- schwerdeverfahren nicht zu genügen vermag. Er macht lediglich sinngemäss gel- tend, die in Betreibung gesetzten Unterhaltsbeiträge bereits bezahlt zu haben. In- des hätte er dies bereits vor Vorinstanz geltend machen und entsprechend bele- gen müssen, hat sich jedoch erst nach Erlass des vorinstanzlichen Entscheids und damit zu spät vernehmen lassen. Da im vorliegenden Beschwerdeverfahren wie bereits ausgeführt ein absolutes Novenverbot herrscht, können die diesbe- züglichen Ausführungen des Beklagten im Rechtsmittelverfahren nicht gehört und die eingereichten Belege (Urk. 20) nicht beachtet werden. 2.3. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 3. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 48 und Art. 61 GebV SchKG auf Fr. 500.– festzusetzen und gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Beklagten aufzuerlegen. Der Klägerin ist mangels wesentlicher Umtrie- be für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zuzusprechen.

Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

  1. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Beklagten auf- erlegt. 4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Entschädigungen zugespro- chen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage einer Kopie von Urk. 18, sowie an das Bezirksgericht Horgen, je gegen Emp- fangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 10'040.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 25. Juli 2013

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Subotic

versandt am: js

Keywords

legal enforcementappealnew evidenceburden of reasoningcostschild support

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal could rely on new factual assertions and documents that the debtor raised only on appeal.

Extracted holding

No. New allegations and evidence were inadmissible in the appeal proceedings and could not be considered.

Extracted reasoning

Article 326(1) CPC bars new claims, facts, and evidence on appeal; the debtor's payment assertions and documents were therefore too late.

Key legal question

Whether the debtor sufficiently challenged the first-instance decision under the appeal standard.

Extracted holding

No. The appeal did not engage with the reasoning of the lower court and therefore did not satisfy the duty to state specific grounds.

Extracted reasoning

Under the appeal regime and the pleading burden, the appellant must identify the precise legal or factual errors; unsubstantiated assertions do not suffice.

Key legal question

How the procedural costs and compensation should be allocated in the appeal.

Extracted holding

The appeal costs were set at CHF 500 and charged to the debtor; no compensation was awarded to the creditor because the appeal caused no material effort.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome under the CPC and the debt enforcement fee ordinance; absent significant effort, no party compensation is due.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.