Appeal against provisional debt enforcement denied

RT130118Supreme CourtJul 25, 2013Dismissed

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Omnilex summary

The Zurich High Court dismissed the debtor’s appeal against a district court ruling granting provisional debt enforcement for unpaid child maintenance. The debtor had invoked payment only at the appeal stage and did not substantively attack the first-instance reasoning. The court held that the appeal procedure is subject to a strict prohibition on new facts and new evidence, so the late payment defense and supporting documents could not be considered. The appeal was dismissed, the second-instance fee was set at CHF 300 and imposed on the appellant, and no compensation was awarded to the respondents.

Omnilex headnote

Art. 320, 326 Abs. 1 ZPO; appeal in civil matters is confined to review of legal error and manifestly incorrect fact-finding, and is subject to an absolute prohibition of new claims, facts and evidence. The appellant must specifically attack the contested reasoning; a failure to do so constitutes an incurable defect and leads to dismissal of the appeal (consid. 2.1). Late reliance on payment of the debt, first raised only on appeal, is inadmissible and cannot be examined where it should have been asserted and substantiated in first instance (consid. 2.2). Costs follow the outcome; where the respondents incur no substantial effort, no party compensation is awarded.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT130118-O/U.doc

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider und Ersatzoberrichter Dr. S. Mazan sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Subotic Urteil vom 25. Juli 2013

in Sachen

A._____,

Beklagter und Beschwerdeführer

gegen

  1. B., 2. C., Kläger und Beschwerdegegner

1, 2 vertreten durch Amt für Jugend und Berufsberatung

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah- ren am Bezirksgericht Horgen vom 28. Mai 2013 (EB130127-F)

Erwägungen: 1.1. Mit Eingabe vom 16. April 2013 (Urk. 1) hatten die Kläger und Beschwerde- gegner (fortan Kläger) in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes D._____ (Zahlungsbefehl vom 8. April 2013) gestützt auf ein rechtskräftiges Eheschutz- Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 28. Juli 2011 (Urk. 4/3), mit welchem der Beklagte und Beschwerdeführer (fortan Beklagter) zur Leistung monatlicher Kin- derunterhaltsbeiträge im Betrag von Fr. 832.– je Kind, mithin insgesamt Fr. 1'664.–, zuzüglich allfälliger Familienzulagen verpflichtet worden war, Rechts- öffnung für Fr. 3'726.– nebst Zins und Betreibungskosten verlangt (Urk. 1). 1.2. Der Beklagte liess sich innert der ihm durch die Vorinstanz mit Verfügung vom 26. April 2013 (Urk. 5) angesetzten Frist nicht vernehmen, weshalb die Vo- rinstanz androhungsgemäss aufgrund der Akten entschied und mit (zunächst un- begründetem) Urteil vom 28. Mai 2013 (Urk. 7) das Rechtsöffnungsbegehren der Kläger unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten gut- hiess. 1.3. Nach Zustellung desselben meldete sich der Beklagte mit einer als "Be- schwerde" bezeichneten Eingabe vom 6. Juni 2013 bei der Vorinstanz, legte sei- ne Sicht der Dinge dar und reichte Unterlagen ein (Urk. 10 und 11/1-3). Die Vo- rinstanz nahm diese Eingabe als Begründungsbegehren entgegen und fasste ei- nen begründeten und damit beschwerdefähigen Entscheid (Urk. 19) ab. 1.4. Mit Eingabe vom 9. Juli 2013 (Datum des Poststempels: 10. Juli 2013) erhob der Beklagte hiergegen rechtzeitig (vgl. Urk. 13/2) Beschwerde (Urk. 18). 2.1. Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind im Beschwerdeverfahren neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen. Dies wird mit dem Charakter der Beschwerde begründet, die sich als ausserordentliches Rechtsmittel im Wesentlichen auf die Rechtskontrolle beschränkt und nicht das erstinstanzliche Verfahren fortsetzen soll. Das Novenverbot ist umfassend und gilt sowohl für echte wie auch für unechte Noven (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess- ordnung (ZPO), Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 326 N 3 f.).

Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich un- richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Im Beschwerdeverfahren gilt das Rügeprinzip (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., a.a.O., Art. 321 N 15), d.h. die Beschwerde führende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an welchen Mängeln (unrichtige Rechtsanwendung, offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachver- halts) der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet. Was nicht gerügt wird, hat grundsätzlich Bestand. Werden keine oder ungenügende Rügen erho- ben, stellt dies einen nicht behebbaren Mangel dar (vgl. Art. 132 ZPO), d.h. ist nicht eine Nachfrist zur ergänzenden Begründung anzusetzen, sondern ist die Beschwerde abzuweisen. 2.2. Der Beklagte setzt sich nicht mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinan- der, weshalb seine Beschwerde den strengen Vorgaben des Rügeprinzips im Be- schwerdeverfahren nicht zu genügen vermag. Er macht lediglich sinngemäss gel- tend, die in Betreibung gesetzten Unterhaltsbeiträge bereits bezahlt zu haben. In- des hätte er dies bereits vor Vorinstanz geltend machen und entsprechend bele- gen müssen, hat sich jedoch erst nach Erlass des vorinstanzlichen Entscheids und damit zu spät vernehmen lassen. Da im vorliegenden Beschwerdeverfahren wie bereits ausgeführt ein absolutes Novenverbot herrscht, können die diesbe- züglichen Ausführungen des Beklagten im Rechtsmittelverfahren nicht gehört und die eingereichten Belege (Urk. 20) nicht beachtet werden. 2.3. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 3. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 48 und Art. 61 GebV SchKG auf Fr. 300.– festzusetzen und gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Beklagten aufzuerlegen. Den Klägern ist mangels wesentlicher Umtrie- be für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zuzusprechen.

Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

  1. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt. 3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Beklagten auf- erlegt. 4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Entschädigungen zugespro- chen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Kläger unter Beilage einer Ko- pie von Urk. 18, sowie an das Bezirksgericht Horgen, je gegen Empfangs- schein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 3'726.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 25. Juli 2013

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Subotic

versandt am: js

Keywords

debt enforcementprovisional debt releaseappeal reviewnovel evidence prohibitionmaintenance claimscosts

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal met the pleading and substantiation requirements of the appeal procedure.

Extracted holding

The appeal did not sufficiently challenge the first-instance reasoning and therefore failed to satisfy the appeal requirements.

Extracted reasoning

Under Art. 320 and 326 CPC, the appeal is limited to legal review and excludes new claims, facts, and evidence. The appellant did not engage with the contested reasoning, so the complaint lacked the required specific objections.

Key legal question

Whether the appellant could rely on alleged prior payment of the maintenance claims in the appeal proceedings.

Extracted holding

No. The payment allegation and supporting documents were inadmissible new material and could not be considered.

Extracted reasoning

The payment defense should have been raised and substantiated before the first instance. In the appeal stage, the absolute prohibition of new facts and evidence barred consideration of the late submissions.

Key legal question

Whether the provisional debt enforcement order should be upheld.

Extracted holding

Yes. The appeal was rejected, so the first-instance grant of provisional debt enforcement remained in force.

Extracted reasoning

Because the appellant failed to show any reviewable defect and the new payment defense was inadmissible, there was no basis to disturb the first-instance judgment.

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