Appeal dismissed as unauthorized filing was not approved

RB150031Supreme CourtNov 16, 2015Dismissed

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Omnilex summary

The Zurich High Court dealt with a written appeal in a civil claim case after the district court had ordered mandatory representation for the plaintiff. The appellant submitted a personal pleading, but her appointed lawyer refused to approve it. The court held that, because the appellant lacked procedural capacity to act on her own, the submission was ineffective and the appeal proceedings had to be struck off. The court waived court costs and did not award party compensation.

Omnilex headnote

Art. 69 Abs. 1, Art. 325 Abs. 1 ZPO; Wirkung von Prozesshandlungen einer Partei trotz angeordneter notwendiger Vertretung. Verfügt das Gericht notwendige Vertretung, so fehlt der Partei die Postulationsfähigkeit; eigene Prozesshandlungen sind grundsätzlich unbeachtlich, sofern sie nicht vom notwendigen Vertreter genehmigt werden. Verweigert der notwendige Vertreter die Genehmigung einer persönlich eingereichten Eingabe, ist diese als nichtig zu behandeln und das Rechtsmittelverfahren abzuschreiben. Kostenfolgen und Parteientschädigung richten sich nach Art. 95 Abs. 3 und Art. 106 Abs. 1 ZPO; bei besonderen Umständen kann auf Gerichtskosten verzichtet werden.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RB150031-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. M. Spahn und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichts- schreiber lic. i ur. F. Rieke Beschluss vom 16. November 2015

i n Sachen

A., Klägerin und Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X.

gegen

B., Beklagter und Beschwerdegegner vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y.

betreffend Forderung

Beschwerde gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 14. Juli 2015 (CG150018-L)

Nach Einsicht in die Eingabe der Klägerin persönlich an das Obergericht des Kan- tons Zürich vom 19. Oktober 2015, worin sie mitteilt, dass sie von verschiedenen Stellen keine Hilfe erhalten habe (Urk. 1), unter Hinweis auf das Schreiben des Obergerichts an die Klägerin persönlich vom 21. Oktober 2015, worin ihr dargelegt wurde, dass diese Eingabe offensichtlich kein Rechtsmittel gegen einen Entscheid eines Bezirksgerichts oder Friedensrich- teramtes darstellen würde (Urk. 4), da die Klägerin persönlich mit Eingabe vom 25. Oktober 2015 die Durchführung eines Rechtsmittelverfahrens verlangte (Urk. 5), da der Klägerin mit Beschluss der Vorinstanz vom 14. Juli 2015 in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 ZPO eine notwendige Vertretung in der Person von Rechtsan- walt Dr. X._____ bestellt wurde (Vi-Urk. 25 = Urk. 2), wogegen nur die Beschwer- de offen stand, weshalb dieser Beschluss rechtskräftig ist (Art. 325 Abs. 1 ZPO), da der Klägerin demnach im vorliegenden Prozess die Postulationsfähigkeit (Pro- zessführungsbefugnis) fehlt, d.h. die Fähigkeit, durch eigenes Handeln rechtsgül- tig prozessuale Handlungen vorzunehmen (Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], D IK E-Kommentar, N 17 zu Art. 67 ZPO), was zur Folge hat, dass von der Partei selber – ohne die notwendige Vertretung – vorgenommene Prozesshandlungen grundsätzli ch ni chti g, d.h. vom Geri cht ni cht zu beachten si nd (Tenchi o, BS-Kom- mentar, 2.A. 2013, N 21 zu Art. 69 ZPO; Brunner/Gasser/Schwander, a.a.O., N 8 zu Art. 69 ZPO), da daher dem notwendigem Vertreter der Klägerin mit Verfügung vom 29. Okto- ber 2015 Frist angesetzt wurde, um mitzuteilen, ob er die Eingabe der Klägerin persönlich vom 19. Oktober 2015 als Beschwerde genehmige (Urk. 7), da der notwendige Vertreter der Klägerin mit Eingabe vom 12. November 2015 erklärte, die Eingabe der Klägerin vom 19. Oktober 2015 als Beschwerde nicht zu genehmigen (Urk. 8),

da daher die Eingabe der Klägerin vom 19. Oktober 2015 unbeachtlich ist, wes- halb das Beschwerdeverfahren dementsprechend abzuschreiben ist, mit dem Hinweis an die Klägerin persönlich, dass aus der Nichtgenehmigung ih- res notwendigen Vertreters für sie kein Nachteil resultiert, da ihre Eingabe als Be- schwerde ohnehin keinen Erfolg gehabt hätte, wie ihr schon im Schreiben vom 21. Oktober 2015 erklärt wurde (Urk. 4), da umständehalber auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist, da für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO), wird beschlossen: 1. Das Beschwerdeverfahren wird abgeschrieben. 2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge- sprochen. 4. Schri ftli che Mi ttei lung an di e Parteien, an den Beklagten unter Beilage von Doppeln von Urk. 1 und 8, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangs- schei n. Die vori nstanzli chen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine ver- mögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Hauptsache beträgt Fr. 103'600.--. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 16. November 2015

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. F. Rieke

versandt am: js

Keywords

mandatory representationprocedural capacityvoid procedural actappeal admissibilitycost waiverparty compensation

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Key legal question

Whether the appellant's personal filing could be treated as a valid appeal despite mandatory representation.

Extracted holding

The filing was ineffective because the appellant lacked standing to act on her own while mandatory representation applied.

Extracted reasoning

The district court had ordered mandatory representation under Art. 69(1) CPC; only an appeal against that order was available and it was already final. A party's own procedural acts without required representation are generally void and need not be considered.

Key legal question

Whether the appointed mandatory representative approved the appellant's filing as an appeal.

Extracted holding

No approval was granted.

Extracted reasoning

The court set a deadline for the appointed lawyer to state whether he approved the submission; he expressly refused approval.

Key legal question

Costs and party compensation in the appeal proceedings.

Extracted holding

No court costs were charged and no party compensation was awarded.

Extracted reasoning

Given the circumstances, the court waived court costs; under Arts. 95(3) and 106(1) CPC, no compensation was due.

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