Return of seized files is not a civil dispute

PF150020Supreme CourtMay 22, 2015Dismissed

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Omnilex summary

The applicant sought an order against the Canton Zurich to transport files, previously seized in a criminal investigation and then released, back to the place of seizure. The Einzelgericht refused to enter the case. On appeal, the Obergericht held that the request was not a civil dispute under Art. 1 lit. a ZPO. The handover of seized items after release remains part of the public-law relationship and lies within the Staatsanwaltschaft's competence under Art. 267 StPO. The non-entry decision was therefore upheld.

Omnilex headnote

Art. 1 lit. a ZPO, Art. 59 Abs. 1 ZPO; a claim concerning the handover or transport of objects released from criminal seizure is not a civil dispute. The decisive criterion is whether the matter is governed by a public-law relationship, in particular where the prosecuting authority still acts in a sovereign capacity when ordering the return of seized items under Art. 267 StPO. The public-law character does not end with the mere lifting of the seizure order; ancillary arrangements concerning the mode of handover likewise remain within the competence of the criminal authority. In such a constellation the civil courts lack jurisdiction and must not enter the action (consid. 4.1-4.3).

Full text

Art. 1 lit. a ZPO, Zivilsache. Sollen die Behörden Sachen herausgeben, die in einem Strafverfahren beschlagnahmt und später frei gegeben worden sind, ist das keine zivilrechtliche Streitigkeit.

Der Gesuchsteller verlangte vom Einzelgericht im Verfahren des klaren Fal- les einen Befehl, wonach der Kanton Zürich ihm bestimmte Unterlagen an den Ort von deren polizeilichen Beschlagnahme zurückzubringen habe, eventuell sei der Kanton zur Leistung einer "Kaution" für den Rücktransport zu verurteilen. Das Einzelgericht trat auf die Sache nicht ein.

(aus den Erwägungen des Obergerichts:)

4.1. Die Vorinstanz legt im angefochtenen Entscheid die Prozessvorausset- zungen gemäss Art. 59 f. ZPO zutreffend dar. Insbesondere trifft es zu, dass die Aufzählung von Art. 59 Abs. 2 ZPO nicht abschliessend ist (Botschaft ZPO, S. 7276; so bspw. auch: ZK ZPO-Z ÜRCHER, 2. Aufl. 2013, Art. 59 N 9; BORIS MÜL- LER , D IK E-Komm-ZPO, N 50). Allerdings ist zu präzisieren, dass die Vorausset- zung der zi vi lrechtli chen Strei ti gkei t ni cht ungeschriebenes Recht darstellt, son- dern i n Art. 1 lit. a ZPO verankert ist und Teil der gerichtlichen Zuständigkeit bildet (Art. 59 Abs. 2 lit. b; OGer ZH, LF140043 vom 1. Juli 2014, E. II.2 ). Handelt es sich bei der zu beurteilenden Streitigkeit also um keine zivilrechtliche, so ist da- rauf ni cht ei nzutreten (Art. 59 Abs. 1 ZPO). 4.2. Die Abgrenzung zwischen einer öffentlich- und einer privatrechtlichen Streitigkeit erfolgt nach den herkömmlichen Kriterien, d.h. in der Regel nach der Subordinations-, der Funkti ons- oder der Interessentheorie (ZK ZPO-S UTTE R- SOMM/KLINGLER, 2. Aufl. 2013, Art. 1 N 4). Massgebend ist demnach kurz gefasst das Vorliegen eines rechtlichen Unterordnungsverhältnisses zwischen Staat und Bürger, der Schutz von öffentlichen Interessen oder das Vorliegen einer Staats- aufgabe (P IERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER, Allgemeines Ver- waltungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, N 4). Dabei ist in jedem Einzelfall zu prüfen, welches Abgrenzungskriterium den konkreten Gegebenheiten am besten gerecht wird (BGE 138 I 274 E. 1.2).

4.3. Mit Herausgabeverfügung vom 16. Februar 2015 verfügte die Staats- anwaltschaft I des Kantons Zürich im Rahmen einer Strafuntersuchung die vorzei- tige Herausgabe der streitgegenständlichen Ordner an den Beschwerdeführer infolge Wegfalls des Beschlagnahmegrundes ("für das weitere Verfahren als Be- weismittel nicht mehr benötigt werden") gemäss Art. 267 StPO. Nach dieser Be- stimmung entscheidet die Staatsanwaltschaft (oder das Gericht) aber nicht nur über die Aufhebung einer Beschlagnahme, sondern ist die Untersuchungsbehör- de auch für die Aushändigung der Gegenstände (oder Vermögenswerte) an die berechtigte Person zuständig. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers en- det das öffentlich-recht li che Verhältni s zwi schen Staat und der an den Gegen- ständen berechtigten Person somit nicht bereits mit der Aufhebung(sverfügung) der Beschlagnahme. Soweit der Beschwerdeführer wie vorliegend die Umstände der Aushändigung beanstandet, nämlich die Rückgabe der Ordner am Ort der Behändigung, fällt das noch in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft. Auch in diesem Zusammenhang tritt der Kanton dem Beschwerdeführer gegen- über noch als übergeordnetes Rechtssubjekt auf und ordnet er die Aushändigung in Anwendung der StPO einseitig hoheitlich an. Demnach ging die Vori nstanz i m Ergebnis zu Recht von einer öffentlich-rechtlichen Angelegenheit aus und trat auf die Klage nicht ein. Vor diesem Hintergrund erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit dem Rechtsschutzi nteresse des Beschwerdeführers und insbesondere mit der materi- ellen Rechtslage.

Obergericht, II. Zivilkammer Urteil vom 22. Mai 2015 Geschäfts-Nr.: PF150020-O/U1

Keywords

civil jurisdictionpublic lawseizurereturn of objectscriminal procedurenon-entryhand-overstate authority

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Key legal question

Whether a claim seeking return/transport of items released from criminal seizure is a civil dispute under Art. 1 lit. a ZPO.

Extracted holding

No. The dispute remained part of the public-law relationship arising from the criminal proceedings, because the prosecution also decides how seized objects are handed over under Art. 267 StPO.

Extracted reasoning

The court held that the civil-law requirement in Art. 59 Abs. 1 ZPO is anchored in Art. 1 lit. a ZPO and that the classification turns on the usual public/private-law criteria. Here, the requested transport arrangement concerned the manner of handover after release from seizure, which still fell within the prosecuting authority's hoheitliche powers.

Key legal question

Whether the lower court correctly refused to enter the action.

Extracted holding

Yes. Because the matter was not civil in nature, the lower court properly declined jurisdiction and did not enter the case.

Extracted reasoning

Once the matter is qualified as public law, the ZPO does not apply; the court therefore had to refuse entry without examining legal interest or the merits.

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