Cost complaint cannot seek waiver at appeal stage

PF140026Supreme CourtJun 10, 2014Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

A._____ appealed a first-instance order that declined his request for rectification and imposed CHF 1,000 in court fees. He argued that he lacked the financial means to pay and sought legal aid/fee waiver. The Zurich High Court treated the filing as a complaint against costs under Art. 110 ZPO, but held that inability-to-pay arguments are not reviewable in that procedure and can be raised only when the fee is collected. It added that only court costs, not party costs, may be deferred or waived under Art. 112(1) ZPO. The complaint was dismissed, but no appellate costs were charged and no compensation was awarded.

Omnilex headnote

Art. 110 ZPO, Art. 112 Abs. 1 ZPO; cost complaint and fee waiver: A complaint against costs permits review only of the allocation and amount of court costs and party compensation. Arguments concerning the debtor’s present ability to pay are not relevant to the complaint stage but belong to the later collection/invoicing stage. A deferment or waiver under Art. 112(1) ZPO is available only for court costs, not for party compensation. Where the appeal is dismissed for lack of cognizable grounds, the appellate court may nevertheless dispense with court costs and deny compensation in view of the circumstances.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: PF140026-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. I. Vourtsis-Müller. Urteil vom 10. Juni 2014

in Sachen

A._____, Gesuchsteller und Beschwerdeführer,

gegen

B._____ AG, Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegnerin,

betreffend Gegendarstellung (Kosten)

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes Audienz des Bezirksge- richtes Zürich vom 8. Mai 2014 (EP140014)

Erwägungen: 1. Mit Verfügung vom 8. Mai 2014 trat das Einzelgericht Audienz des Bezirks- gerichtes Zürich auf das Gesuch um Gegendarstellung von A._____ nicht ein und auferlegte dem Gesuchsteller die Entscheidgebühr von Fr. 1'000.- (act. 7 S. 4, Dispositiv Ziffer 1-2). Gegen diesen Entscheid erhob C._____ namens A._____ Berufung und führte Folgendes aus (act. 8): "Hiermit reiche ich Berufung gegen die Entscheidgebühr von Fr. 1'000.- ein. Ich beantrage im Namen von A._____ eine unentgeltliche Prozessführung. Begründung: Die A._____ ist ein Verein nach ZGB und verfügt nicht über diese finanziellen Ressourcen. A._____ handelt gemeinnützig und setzt sich für die Landwirtschaft ein, die in der Presse falsch dargestellt wird". 2. Der Kostenentscheid ist selbständig nur mit Beschwerde anfechtbar (Art. 110 ZPO). Die Eingabe des Gesuchstellers wurde deshalb als Beschwerde entgegen genommen. 3. a) Der Beschwerdeführer stellt mit seinen Ausführungen sinngemäss ein Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten. b) Mit der Kostenbeschwerde gestützt auf Art. 110 ZPO kann nur die Kos- tenauflage (Gerichtskosten, Parteientschädigung) bzw. die Höhe dieser Kos- ten gerügt werden. Die Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei nicht in der finanziellen Lage die Kosten zu bezahlen, können nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens sein. Erst beim Kostenbezug, d.h. bei Rechnungstel- lung der Gerichtskasse, wird über die Tragbarkeit der Kostenauflage befun- den. Allerdings können nur Gerichtskosten – und nicht auch Parteikosten – gestundet bzw. erlassen werden (Art. 112 Abs. 1 ZPO). Im Zeitpunkt der Rechnungstellung durch die Obergerichtskasse wird sich der Beschwerde- führer an die Obergerichtskasse zu wenden haben. 4. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

  1. Umständehalber ist auf die Erhebung von Kosten für das Beschwerdeverfah- ren zu verzichten. Es ist keine Entschädigung zuzusprechen. Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 3. Es wird keine Entschädigung zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beschwerdegegnerin unter Beilage eines Doppels von act. 8, sowie an das Einzelgericht Audienz des Bezirksgerichtes Zürich und an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangs- schein. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 1'000.-. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. I. Vourtsis-Müller

versandt am:

Keywords

costscomplaintfee waivercourt feesinability to paycollection stage

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the cost order of CHF 1,000 could be challenged by complaint and whether the appeal could seek fee waiver due to inability to pay.

Extracted holding

The cost order was separately challengeable only by complaint, but the appellant's financial arguments and request for waiver were not cognizable in this appeal; they may be raised only when the court fee is invoiced.

Extracted reasoning

Under Art. 110 ZPO, only the allocation and amount of costs may be attacked. Arguments about inability to pay concern the later collection stage. Under Art. 112(1) ZPO, only court costs, not party costs, may be deferred or waived.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.