Commercial court jurisdiction over non-monetary claims

NZ080005Supreme CourtJan 5, 2009Granted

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Omnilex summary

The Zurich Obergericht held that the Commercial Court has subject-matter jurisdiction over a non-monetary personality-rights dispute brought by a bank against a journalist and the newspaper publisher. It rejected the view that jurisdiction depends on a monetary amount exceeding the appeal threshold in a literal sense. The court reasoned that the statutory value threshold serves to exclude trivial cases and to preserve Federal Court review, which is also ensured for non-monetary civil disputes under the BGG. The dispute was therefore to be heard by the Commercial Court rather than the District Court.

Omnilex headnote

§ 62 GVG; Zuständigkeit des Handelsgerichts für nicht vermögensrechtliche Streitigkeiten; eine fehlende bezifferbare Streitsumme schliesst die Handelsgerichtsbarkeit nicht aus, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Streitwertgrenze dient dem Ausschluss von Bagatellfällen und der Sicherung des Weiterzugs an das Bundesgericht; bei nicht vermögensrechtlichen Zivilsachen ist die Beschwerde an das Bundesgericht grundsätzlich ohne Streitwertgrenze zulässig (Art. 72 Abs. 1 BGG, Art. 74 Abs. 1 BGG). Für Klagen nach Art. 28a ZGB ist eine schematische Verneinung der Handelsgerichtszuständigkeit wegen fehlender monetärer Bewertbarkeit daher unbegründet (E. sinngemäss).

Full text

GVG 62, Zuständigkeit des Handelsgerichts. Ein nicht vermögensrechtlicher Streit gehört ans Handelsgericht, wenn die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind. Dass die Sache keinen im wörtlichen Sinn "Fr. xy übersteigenden" Streitwert hat, spielt (entgegen ZR 88/1989 Nr. 51) keine Rolle. Streitig ist die Verletzung der Gesuchstellerin (einer Bank) in den persönlichen Verhältnissen durch einen Journalisten und durch die Gesellschaft, welche die betreffende Zeitung herausgibt. (Aus dem Beschluss betreffend amtliche Anweisung des sachlich zuständigen Gerichts, GVG 65:) Das Handelsgericht ist nur dann sachlich zuständig, wenn der Streitwert für die Berufung an das Bundesgericht erreicht wird (§ 62 Abs. 1 letzter Teilsatz GVG). Dies ist gemäss § 2 der Verordnung über die Anpassung des kantonalen Rechts an das Bundesgesetz über das Bundesgericht der Fall, wenn der Streit- wert Fr. 30'000.– beträgt. Die Gesuchstellerin behauptet, der Streitwert liege über Fr. 30'000.–, ohne dies näher zu begründen. Die Gesuchsgegner bestreiten diese Streitwertangabe. Die Gesuchsgegnerin 1 stellt sich auf den Standpunkt, es handle sich bei Unterlassungs-, Beseitigungs- und Feststellungsklagen nach Art. 28a ZGB um Streitigkeiten nicht vermögensrechtlicher Natur, weshalb das Be- zirksgericht Zürich zuständig sei. Bei den in Frage stehenden Klagen nach Art. 28a ZGB handelt es sich um nicht vermögensrechtliche Streitigkeiten, die einer Schätzung des Streitwertes nicht zugänglich sind (Hauser/Schweri, a.a.O., N 5 zu § 31). Sinn und Zweck der Streitwertgrenze von § 62 Abs. 1 GVG ist es unter anderem, dass das Handelsge- richt nicht für Bagatellstreitigkeiten in Anspruch genommen werden soll (Hau- ser/Schweri, a.a.O., N 33 zu § 62). Des Weiteren soll die Bestimmung sicherstel- len, dass Entscheide des Handelsgerichts durch das Bundesgericht überprüft werden können. Es geht also weniger um den Streitwert als vielmehr um die Weiterzugsmöglichkeit handelsgerichtlicher Entscheide mit einem ordentlichen Rechtsmittel ans Bundesgericht (Diggelmann, Wege zum Bundesgericht in Zivil-

sachen nach dem Bundesgerichtsgesetz, Zürich/St. Gallen 2007, S. 93). Laut Art. 72 Abs. 1 BGG beurteilt das Bundesgericht Beschwerden gegen Entscheide in Zivilsachen. Sodann sieht Art. 74 Abs. 1 BGG Streitwertgrenzen für vermö- gensrechtliche Angelegenheiten vor. Bei nicht vermögensrechtlichen Streitigkei- ten ist die Beschwerde uneingeschränkt zulässig (Meier, Wege zum Bundesge- richt in Zivilsachen nach dem Bundesgerichtsgesetz, S. 35). Es besteht nach dem Gesagten kein Grund, bei nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten die Zustän- digkeit des Handelsgerichts auszuschliessen, da in diesen Fällen der Weiterzug an das Bundesgericht gewährleistet ist (vgl. auch Hauser/Schweri, a.a.O., N 27 zu § 62). Zur Klärung dieser Frage dürften die einschlägigen Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (Entwurf in der Fassung der Redaktions- kommission für die Schlussabstimmung vom 19. Dezember 2008 [E-ZPO]) beitra- gen, die voraussichtlich Ende 2010 in Kraft treten werden. Nach Art. 6 Abs. 1 E- ZPO können die Kantone ein Fachgericht bezeichnen, welches als einzige kanto- nale Instanz für handelsrechtliche Streitigkeiten zuständig ist. Eine Streitigkeit gilt unter anderem dann als handelsrechtlich, wenn die geschäftliche Tätigkeit minde- stens einer Partei betroffen ist und gegen den Entscheid die Beschwerde in Zivil- sachen an das Bundesgericht offen steht (Art. 6 Abs. 2 lit. a und b E-ZPO). Diese Bestimmung bezieht sich sowohl auf Art. 72 BGG als auch auf Art. 74 BGG. Für die Beurteilung der Klage der Gesuchstellerin gegen die Gesuchsgegnerin 1 ist dementsprechend das Handelsgericht sachlich zuständig. Obergericht, II. Zivilkammer Beschluss vom 5. Januar 2009 NZ080005

Keywords

commercial court jurisdictionnon-monetary disputepersonality rightsvalue thresholdappealabilitycivil procedure

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Key legal question

Whether the Commercial Court is competent for a non-monetary dispute under § 62 GVG if the other requirements are met.

Extracted holding

Yes. A non-monetary dispute may still fall within the Commercial Court's subject-matter jurisdiction when the statutory conditions are otherwise satisfied.

Extracted reasoning

The purpose of the value threshold is mainly to exclude trivial cases and to ensure appealability to the Federal Court. Because non-monetary disputes are freely appealable in civil matters under the BGG, there is no reason to exclude them from Commercial Court jurisdiction solely because they lack a monetary value.

Key legal question

Whether the absence of a strictly measurable monetary amount excludes Commercial Court jurisdiction.

Extracted holding

No. The fact that the case does not have a literal monetary amount exceeding the threshold is irrelevant for these claims.

Extracted reasoning

Claims for injunction, removal, and declaration under Art. 28a ZGB are non-monetary in nature and not susceptible to valuation in the ordinary sense; the decisive point is access to Federal Court review, not a literal amount.

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