Obergericht lacked competence over supervisory complaint

NX040009Supreme CourtFeb 27, 2004Inadmissible

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Omnilex summary

B. sought review of a letter from the Bezirksrat Zurich concerning the refusal to lift his guardianship measure. He argued, in substance, that the guardianship authorities had unlawfully failed for years to decide his request. The Obergericht held that it was not competent, because it may only hear appeals against decisions of the Bezirksrat in guardianship complaint proceedings. A complaint alleging formal denial of justice by the authorities falls instead within the supervisory competence of the Direktion der Justiz und des Inneren.

Omnilex headnote

§ 44 Ziff. 9 EGZGB, § 280a ZPO; competence for complaints alleging formal denial of justice in guardianship matters. The Obergericht's appellate jurisdiction is limited to appeals against decisions of the Bezirksrat in guardianship complaint proceedings under Art. 420 ZGB. Where the party does not challenge such a decision but complains that the competent authorities have unlawfully failed to entertain and decide a request, the matter constitutes a supervisory complaint for the higher administrative supervisory authority. The mere lack of a formal appealable decision excludes Obergericht competence (consid. ).

Full text

§ 280a ZPO, § 44 Ziff. 9 EGZGB, Rechtsverweigerung. Der Rekurs an das Obergericht muss sich auf einen Entscheid des Bezirksrates beziehen; rügt der Betroffene, die Behörden seien zu Unrecht untätig, ist dafür der Regierungsrat zuständig. Erwägungen: „Mit Schreiben vom 23. Januar 2004 teilte der Bezirksrat Zürich dem nach Art. 395 Abs. 1 ZGB verbeirateten B. seinen Beschluss vom 22. Januar 2004 mit, wonach - im Ergebnis - dessen (sinngemässem) Antrag auf Aufhebung der Bei- ratschaft keine Folge gegeben wurde. Eine allfällige Aufhebung der Massnahme durch den Bezirksrat setze einen entsprechenden Antrag der Vormundschaftsbe- hörde voraus (vgl. § 83 Abs. 1 EGZGB) und diese Behörde habe ihm mitgeteilt, dass sie keinen Grund sehe, eine vormundschaftliche Massnahme anzupassen, solange keine konkreten Abänderungsgründe ersichtlich und dargetan seien. Erst dann sei die Vormundschaftsbehörde in der Lage, einen beschwerdefähigen Ent- scheid zu fällen. Gegen dieses - nicht mit einer Rechtsmittelbelehrung versehene - Schreiben wendet sich B. an das Obergericht mit dem „Ersuchen der Beurteilung oder Überweisung an die letzte kant. Vormundschafts-Instanz und falls es keine solche gibt, die Überweisung an das Bundesgericht als letzte nationale Instanz“. Unter anderem rügt er, die Vormundschaftsbehörde verweigere seit Jahren die Beurtei- lung (wohl der Aufhebung der vormundschaftlichen Massnahme). In der Sache handelt es sich um eine Beschwerde betreffend formelle Rechtsverweigerung, weil es die zuständigen Behörden ablehnen, das Begehren von B. entgegen zu nehmen und materiell zu behandeln (vgl. Hauser/Schweri, Kommentar zum GVG, N 12 zu § 108 GVG). Da das Obergericht lediglich zur Be- handlung von Rekursen gegen Entscheide des Bezirksrates in Vormundschafts- beschwerdesachen gemäss Art. 420 ZGB zuständig ist (§ 44a GVG i.V. mit § 44 Ziff. 9 EGZGB) und ein solches Geschäft gerade nicht vorliegt, ist zur Behandlung der vorliegenden Aufsichtsbeschwerde die Direktion der Justiz und des Inneren als zweitinstanzliche Aufsichtsbehörde zuständig.“ Obergericht, II. Zivilkammer Beschluss vom 27. Februar 2004 NX040009

Keywords

guardianshipformal denial of justicecompetencesupervisory complaintappeal admissibility

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Key legal question

Whether the Obergericht was competent to hear the filing against the Bezirksrat's letter and alleged inaction of the guardianship authorities.

Extracted holding

No. The Obergericht only hears appeals against decisions of the Bezirksrat in guardianship complaint matters; a complaint alleging unlawful inaction by the authorities is a supervisory complaint for the Justice Directorate.

Extracted reasoning

The contested letter was not an appealable decision of the Bezirksrat in the relevant sense. Because B. complained that the competent authorities had allegedly refused for years to deal with his request, the matter was one of formal denial of justice, within the competence of the second-instance supervisory authority, not the Obergericht.

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