Appeal withdrawn; procedure struck out and legal aid denied

LY110039Supreme CourtJun 8, 2012Dismissed

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Omnilex summary

In a family-law appeal concerning interim measures on supervised visitation rights and spousal maintenance, the appellant withdrew the appeal after the parties concluded a full divorce settlement. The Obergericht therefore struck the proceedings out and also struck out the respondent's pending legal-aid request as moot. The appellant's own request for legal aid was denied because the court found that he had sufficient disposable income to cover appellate costs within a reasonable period. Appellate costs of CHF 1,500 were imposed on the appellant, who also had to pay CHF 1,800 in party compensation to the respondent.

Omnilex headnote

Art. 241 Abs. 3 ZPO; Art. 117 ZPO; withdrawal of an appeal and legal aid in appeal proceedings: Upon withdrawal of the appeal, the appellate proceedings are discontinued; the first-instance cost allocation remains binding unless separately challenged. Legal aid requires both lack of means and non-frivolous claims; indigence is denied where the party's disposable income permits payment of the expected litigation costs within a foreseeable period, even by instalments. If the cost allocation and party compensation render the opposing party's legal-aid request obsolete, that request is also struck out as moot.

Full text

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: LY110039-O/U

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. M. Schaffitz und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. B. Demuth Beschluss vom 8. Juni 2012

in Sachen

A._____, Kläger und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

B._____, Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

betreffend vorsorgliche Massnahmen (begleitetes Besuchsrecht, Ehegattenunterhaltsbeiträge)

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 21. September 2011 (FE100223)

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2010 liess der Kläger im Rahmen des zwischen den Parteien hängigen Scheidungsverfahrens (Geschäfts-Nr. FE100223) ein Begehren um Erlass von vorsorglichen Massnahmen stellen (Urk. 8/12 und Urk. 8/29), worüber die Vorinstanz mit Verfügung vom 21. September 2011 entschied (Urk. 2). 2. Der Kläger erhob mit Eingabe vom 7. Oktober 2011 Berufung gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 21. September 2011 und liess den Antrag stellen, es sei der Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollstreckung der vorsorglichen Massnahmen sei aufzuschieben (Urk. 1). Mit Verfügung vom 21. Oktober 2011 wurde der Berufung des Klägers die aufschiebende Wirkung teil- weise erteilt und die Vollstreckbarkeit von Dispositivziffer 2 der angefochtenen Verfü- gung vom 21. September 2011 – das Besuchsrecht der Beklagten betreffend – auf- geschoben sowie diejenige von Dispositivziffer 4 lit. b mit Wirkung ab 1. November 2011 auf vom Kläger der Beklagten zu bezahlende Unterhaltsbeiträge von Fr. 3'935.– beschränkt. Im Übrigen wurde das Gesuch um Aufschub der Vollstreckbarkeit der angefochtenen Verfügung vom 21. September 2011 abgewiesen (Urk. 6 S. 11). 3. Mit Schreiben vom 1. Mai 2012, beim Obergericht eingegangen am 3. Mai 2012, liess der Kläger schliesslich mitteilen, die Parteien hätten sich im Scheidungs- verfahren vor Vorinstanz auf eine vollständige Konvention geeinigt, welche auch die vor dem Obergericht hängigen vorsorglichen Massnahmen regle, und zog die Beru- fung gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 21. September 2011 zurück (Urk. 13 und Urk. 15/1). 4. Das Verfahren ist demzufolge abzuschreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO). 5. Mit dem Rückzug wird auch die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolge rechtskräftig. 6. Die Prozesskosten des Rechtsmittelverfahrens sind – wie auch in der Scheidungskonvention vom 20. bzw. 24. April 2012 von beiden Parteien gemeinsam beantragt – ausgangsgemäss dem Kläger aufzuerlegen. Die Gerichtskosten sind ge- stützt auf § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1, § 8 Abs. 1, § 10 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV

OG auf Fr. 1'500.– festzusetzen. Gestützt auf § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1, § 9 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV ist der Kläger überdies zu verpflichten, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 1'800.– zu bezahlen (Art. 106 ZPO). 7. Beide Parteien haben für das Berufungsverfahren ein Gesuch um Bewilli- gung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt (Urk. 1 S. 2, Urk. 9 S. 2). Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit.a), um die im Zusammenhang mit dem Verfahren anfallenden Kosten zu tragen und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). In der Scheidungskonvention vom 20. bzw. 23. April 2012 wurde von einem Einkommen des Klägers von Fr. 10'800.– netto (inkl. 13. Monatslohn, zuzüg- lich Kinderzulagen) ausgegangen (Urk. 15/1 und 15/2, Ziff. 6). Bei einem monatlichen Bedarf von Fr. 6'400.– sowie einer Unterhaltsverpflichtung gegenüber der Beklagten von Fr. 3'000.– bis und mit Juni 2013 und von Fr. 1'500.– ab 1. Juli 2013 (vgl. Urk. 15/1, Urk. 15/2, Urk. 17 S. 3 Ziff. 6.5. und Ziff. 6.6.), verbleiben dem Kläger zunächst Fr. 1'400.– (Fr. 10'800.– ./. Fr. 6'400.– ./. Fr. 3'000.–) und ab 1. Juli 2013 Fr. 2'900.–, die er zur Bestreitung der anfallenden Kosten verwenden kann. Selbst wenn ihm zusätzlich zum Bedarf von Fr. 6'400.– vom Freibetrag in der Höhe von Fr. 1'400.– noch zusätzlich Fr. 800.– belassen würden, hätte er mit den verbleiben- den Fr. 600.– (Fr. 1'400.– ./. Fr. 800.–) monatlich genügend liquide Mittel, um die Prozesskosten innerhalb eines Jahres – möglicherweise in Raten – zu begleichen. Damit ist die Mittellosigkeit als Voraussetzung für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht gegeben und das Gesuch des Klägers ist abzuweisen. Das Gesuch der Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren vom 19. Dezember 2011 (Urk. 9 S. 2) wird zufolge der Kostenauflage an den Kläger und Zusprechung einer Prozessentschädigung gegen- standslos und das Verfahren ist diesbezüglich ebenfalls abzuschreiben (Art. 242 ZPO). Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird einschliesslich des Gesuches der Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgeschrieben.

  1. Das Gesuch des Klägers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen. 3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt. 4. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden dem Kläger auferlegt. 5. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für das Berufungsverfahren eine Par- teientschädigung von Fr. 1'800.– zu bezahlen. 6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage des Dop- pels von Urk. 13 sowie an das Bezirksgericht Dielsdorf, je gegen Empfangs- schein. 7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 8. Juni 2012

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Die Gerichtsschreiberin

lic. iur. B. Demuth

versandt am: js

Keywords

family lawinterim measuresappeal withdrawallegal aidindigencecostsparty compensationmootnesssettlement

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal against the first-instance interim-measures order should be struck out after withdrawal

Extracted holding

Yes. The appeal was withdrawn, so the appellate proceedings were struck out.

Extracted reasoning

A withdrawal of the appeal after the parties concluded a full settlement rendered the pending appellate proceedings without object; the case had to be discontinued under Art. 241(3) CPC.

Key legal question

Whether the appellant was entitled to legal aid on appeal

Extracted holding

No. The appellant failed to show indigence because his monthly disposable income was sufficient to pay the costs within about one year.

Extracted reasoning

Based on the settlement figures, the court found monthly disposable means remaining after basic needs and maintenance obligations; therefore the statutory condition of lack of means under Art. 117 CPC was not met.

Key legal question

Whether the respondent's pending legal-aid request on appeal remained to be decided

Extracted holding

No. The request became moot because costs were imposed on the appellant and a party compensation was awarded to the respondent.

Extracted reasoning

Given the allocation of costs and compensation, the respondent's legal-aid request no longer required a separate ruling and was also struck out.

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