Costs in interim measures may be reserved for final judgment

LQ020028Supreme CourtSep 23, 2003Dismissed

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Omnilex summary

The applicant complained that the lower court wrongly failed to take account of the respondent's defeat in provisional-measures proceedings when deciding costs. The court held that a provisional-measures ruling is a procedural order and that costs may be allocated in such a decision only for sufficient reasons under § 71 sentence 3 ZPO. As no such reason existed, reserving the costs issue for the final merits judgment was proper. The challenge was therefore rejected.

Omnilex headnote

§ 71 Satz 3 ZPO; Kostenregelung in prozessleitenden Entscheiden betreffend vorsorgliche Massnahmen: Eine Kosten- und Entschädigungsregelung im prozessleitenden Entscheid setzt zureichende Gründe voraus und liegt nicht im freien Ermessen des Gerichts. Grundsätzlich ist von einer Kostenverlegung im Massnahmeentscheid abzusehen; die Kosten- und Entschädigungsfolgen sind dem Endentscheid vorzubehalten, damit sie nach dem definitiven Obsiegen und Unterliegen in der Hauptsache verteilt werden können. Das Fehlen einer Kostenregelung im Massnahmeentscheid spricht lediglich dafür, dass keine zureichenden Gründe für eine sofortige Verlegung bestanden (vgl. Erw. 4b).

Full text

«4.a) Die Gesuchstellerin kritisiert im Wesentlichen, die Vorderrichterin habe bei der Kostenregelung zu Unrecht völlig unberücksichtigt gelassen, dass der Ge- suchsteller im Rahmen der vorsorglichen Massnahmen, deren Behandlung im Gegensatz zum gemeinsamen Scheidungsbegehren äusserst aufwändig gewe- sen sei, unterlegen sei. Die Vorderrichterin habe daher ihr Ermessen überschrit- ten. b) Bei einer Verfügung betreffend vorsorgliche Massnahmen handelt es sich um einen prozessleitenden Entscheid (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, N 1 zu § 52 ZPO). § 71 Satz 3 ZPO ermöglicht eine Kosten- und Entschädigungsregelung in prozessleitenden Entscheiden - dies jedoch nur aus zureichenden Gründen; ein solches Vorgehen liegt demnach nicht im freien Ermessen des Gerichts (Frank/ Sträuli/Messmer, a.a.O., N 5 zu § 71 ZPO). Vielmehr ist im Grundsatz von einer Aufnahme von Kosten- und Entschädigungsbestimmungen in einen prozesslei- tenden Entscheid abzusehen. Wird so vorgegangen und demzufolge die Rege- lung von Kosten- und Entschädigungsfolgen dem Endentscheid im (ordentlichen) Hauptverfahren vorbehalten, dann einzig, um die Verteilung dannzumal nach de- finitivem Ausmass von Obsiegen und Unterliegen vorzunehmen (vgl. etwa ZR 67 Nr. 41 und ZR 75 Nr. 16). Folglich geht die Gesuchstellerin mit ihrer Ansicht, die Vorinstanz habe die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen ihres Massnahmeentscheides - sozusagen in freier Disposition - dem Endentscheid vorbehalten, wo Obsiegen und Unterliegen in den Massnahmeverfahren zu be- rücksichtigen sei, fehl. Aus dem Umstand, dass im Massnahmeentscheid auf eine entsprechende Regelung verzichtet wurde, ist einzig zu schliessen, dass kein zu- reichender Grund im Sinne von § 71 Satz 3 ZPO vorlag. Vor diesem Hintergrund hat die Vorderrichterin Recht daran getan, die Kosten- und Entschädigungsrege- lung nach Obsiegen und Unterliegen in der Hauptsache vorzunehmen.»

Keywords

interim measurescost allocationprocedural orderfinal judgmentdiscretionsuccess and failure

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the costs and compensation of a provisional-measures decision had to be allocated immediately or could be reserved until the final merits judgment.

Extracted holding

A provisional-measures decision is a procedural order; under § 71 sentence 3 ZPO, costs may be regulated in such a decision only for sufficient reasons. Absent such reasons, it is proper to reserve the allocation until the final judgment so that costs can be distributed according to the ultimate success and failure in the main proceedings.

Extracted reasoning

The court held that leaving the cost question to the final judgment was not an act of free discretion. Rather, the general rule is to avoid allocating costs in a procedural order unless justified. The fact that the measures decision omitted costs only shows that no sufficient reason existed at that stage.

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