Substitute parking fee after missed deadline for shared parking participation

BRKE I Nr. 0349/1993Building Appeals CourtOct 1, 1993Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The commission held that the parking-space duty under §§ 242 ff. PBG must be fulfilled primarily by real construction, alternatively by timely participation in a shared parking facility, and only failing that by a substitute fee. Because the owner did not act within the deadline for a possible participation, the substitute fee became due. A later offer could not block the fee’s assessment; at most, if separately approved and realizable, it could support reimbursement under Art. 15 PPVO. The appeal was therefore dismissed and the fee confirmed.

Omnilex headnote

§§ 242 ff. PBG; timely fulfillment of parking-space creation duty by participation in a shared facility; expiry of participation deadline entails substitute fee. The statutory sequence is exhaustive: primary real construction, then timely participation in a common parking facility as first substitute performance, and only subsidiarily a replacement levy. Participation may displace the fee only if the necessary acts are completed within the prescribed time. A merely potential or belated participation possibility is irrelevant; otherwise the duty could be evaded and legal certainty undermined (consid. 4). A later participation offer does not suspend or defer the already due substitute fee, since any reimbursement mechanism presupposes a valid, final fee assessment. If the later offer is approved in a separate procedure and becomes feasible, a claim to reimbursement may arise under Art. 15 PPVO.

Full text

BRKE I Nr. 349/1993vom 1. Oktober 1993 in BEZ 1993 Nr. 33 4. Der Gesetzgeber wollte mit den §§ 242 ff. PBG eine lückenlose Regelung der Abstellplatzerstellungspflicht schaffen, wonach die Pflicht primärdurch die reale Er- stellung von Abstellplätzen spätestens auf die Bezugsabnahme des die Erstellungs- pflicht auslösenden Bauvorhabens hin zu erfüllen ist, und, falls die Primärerfüllung nicht möglich oder nicht zumutbar erscheint, an deren Stelle die Beteiligung an einer Gemeinschafts anlage als erstes und die Leistung einer Ersatzabgabe als zweites Er füllungssurrogat zu treten hat. Die Beteiligung an einer Gemeinschaftsanlage kann nur dann als erstes Erfüllungssurrogat an die Stelle der realen Erstellung von Abstellplätzentreten, wenn sie innert nützlicher Frist auch tatsächlich erfolgt; an- sonsten ist eine Ersatzabgabe zu leisten. Wäre auf die blosse Möglichkeit der Betei- ligung an einer Gemeinschaftsanlage abzustellen, könnte sich der Pflichtige mit dem Nachweis, dass die Baubehörde es verpasst habe, ihn rechtzeitig zur möglichen Be- teiligung an einer Gemeinschaftsanlage zu verpflichten, seiner Abstellplatzerstel- lungs pflicht entziehen. Abgesehen davon hätte eine solche Betrachtungsweise auch zur Folge, dass trotz der Befristung der Pflicht zur Beteiligung an einer Gemein- schaftsanlage auch nach Ablauf der Frist nicht feststünde, ob und auf welche Weise Abstellplätze zu erstellen wären. Der Erwerber eines Grundstücks, das mit einer diesbezüglichen Eigentumsbeschränkung belastetist, müsste noch nach Jahr und Tag damit rechnen, dass die Baubehörde unter Berufung darauf, es sei die Beteili- gung an einer Gemeinschaftsanlage innert der anberaumten Frist möglich gewesen, dieses erste Erfüllungssurrogat fordert. In Rechtsmittelverfahren gegen diesbezügli- che Anordnungen müssten sodann Abklärungen über Jahre zurückliegende Beteili- gungsmöglichkeiten getroffen und gestützt darauf aktuelle Verpflichtungen geregelt werden. Aus diesen Gründen hat diejenige Partei, welche die Erfüllung der Abstellplatz- er stellungspflicht durch Beteiligung an einer Gemeinschaftsanlage anstrebt, die ihr obliegenden Vorkehren vor Ablauf der für eine mögliche Beteiligung angesetz ten Frist zu treffen. Die Baubehörde hat den Grundeigentümer vor Ablauf dieser Frist

zur Beteiligung aufzufordern, und der Grundeigentümer hat vor Fristablauf der Bau- behörde ein Beteiligungsangebot zur Bewilligung zu unterbreiten. Nur so besteht Gewähr dafür, dass in absehbarer Zeit nach Fertigstellung einer Baute feststeht, auf welche Weise die Abstellplatzerstellungspflicht erfüllt wird. Der ungenutzte Ablauf der zur Beteiligung an einer Gemeinschaftsanlage angesetzten Frist führt daher da- zu, dass die Ersatzabgabe zu entrichten ist. Dem kann sich der Pflichtige auch unter Berufung auf ein allfälliges gesetzli- ches Rückforderungsrecht für den Fall der nachträglichen Realerfüllung bzw. Betei- ligung an einer Gemeinschaftsparkierungsanlage nicht widersetzen, weil solche Vorschriften eine rechtskräftig festgesetzte und damit zur Zahlung fällige Ersatzab- gabe voraussetzen. Wollte von diesem Erfordernis abgesehen werden, hätte ein Grundeigentümer die Möglichkeit, die Fälligkeit der Ersatzabgabe mit irgendwelchen Realerfüllungs-bzw. Beteiligungsangeboten zu verzögern. Im vorliegendenFall hat die Vorinstanz zu Recht trotz des nachträglichen Betei- ligungsangebots eine Ersatzabgabe festgesetzt, lässt sich doch die von der Rekur- rentin angebotene Lösung nicht ohne weiteres realisieren. Dies nicht nur deshalb, weil fraglich ist, ob die Anlage, an der sich die Rekurrentin beteiligen will, noch in ei- ner nützlichen Entfernung liegt, sondern vor allem deshalb, weil ungewiss ist, ob be- sagte Abstellplätze den Mietern der Liegenschaft effektiv zur Verfügung gestellt wer- den könnten. Die Erhebung einer Ersatzabgabe erweist sich daher als zweckmässig. Dies bedeutet nicht, dass das rekurrentische Beteiligungsangebot von vornherein nicht bewilligungsfähig und somit ein Rückerstattungsanspruch ausgeschlossen wäre, sondern lediglich, dass die Rekurrentin, wenn sie an ihrem Angebot festhalten will, hierüber ein separates Bewilligungsverfahren einzuleiten hat. Erwiese sich ihr An- gebot sodann als bewilligungsfähig, hätte sie gemäss Art. 15 PPVO Anspruch auf Rückerstattung der mit dem angefochtenen Beschluss festgesetzten Ersatzabgabe.

Keywords

parking spacessubstitute feeshared facilitydeadlineplanning lawreimbursementlegal certainty

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the parking creation duty can still be fulfilled by later participation in a shared facility after the participation deadline has expired.

Extracted holding

No. The first substitute performance must be arranged and implemented within the prescribed period; if the deadline passes unused, the substitute fee becomes due.

Extracted reasoning

The statutory scheme under §§ 242 ff. PBG is exhaustive and prioritizes real construction, then timely participation in a shared facility, and only then the substitute fee. Allowing a merely possible, but untimely, participation would make the duty uncertain and let the owner evade payment by invoking the authority's failure to act in time.

Key legal question

Whether a later participation offer prevents imposition of the substitute fee or only opens a separate refund procedure.

Extracted holding

The later offer does not prevent the substitute fee from being set. If the offer is later approved and executable, a separate reimbursement claim may arise under Art. 15 PPVO.

Extracted reasoning

A refund right presupposes a validly assessed and due substitute fee; otherwise the fee's due date could be delayed indefinitely by post hoc offers.

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