Appeal dismissed as moot after debt paid to enforcement office

BZ 2022 20Supreme Court / Appeals ChamberApr 28, 2022Other

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Omnilex summary

The respondent creditors obtained first-instance definitive debt enforcement. On appeal, the appellant had meanwhile paid CHF 14,668.70 to the Zug Debt Enforcement Office, covering the debt, interest, and enforcement costs. The appellate court held that this payment extinguished the enforced claim and rendered the appeal moot, since payment to the enforcement office has immediate discharge effect. The appeal proceeding was therefore struck off. Because the appellant caused the mootness, the court allocated the appeal fee of CHF 250 to him and ordered reimbursement of the excess advance. No compensation was awarded to the respondents, as they had not requested it.

Omnilex headnote

Art. 12 SchKG, Art. 84 SchKG; effect of payment to the enforcement office on pending debt-enforcement proceedings: payment to the enforcement office discharges the enforcement claim immediately, irrespective of subsequent transfer to the creditor. Full payment of the debt together with interest and enforcement costs is to be treated as withdrawal of the objection and renders a pending legal-debt-enforcement challenge moot. If the proceedings become devoid of object through the conduct of the appellant, costs are ordinarily charged to that party under Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO (consid. 1-3).

Full text

II. BeschwerdeabteilungBZ 2022 20

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident

Oberrichter lic.iur. F. Ulrich

Oberrichter lic.iur. M. Siegwart

Gerichtsschreiber lic.iur. J. Lötscher

Beschluss vom 28. April 2022*[rechtskräftig]*

in Sachen

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

D.________ et E.________,

vertreten durch B.________,

Beschwerdegegner,

betreffend

definitive Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. C.________ des Betreibungsamtes Zug

(Beschwerde gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 27. Januar 2022)

Sachverhalt 1. Am 8. November 2021 stellten D.________ und E.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner) beim Einzelrichter am Kantonsgericht Zug das Gesuch, es sei in der gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) eingeleiteten Betreibung Nr. C.________ des Betreibungsamtes Zug definitive Rechtsöffnung zu erteilen für CHF 11'505.10 nebst Zins zu 8 % auf CHF 6'743.75 seit 1. April 2017, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers. Mit Entscheid vom 27. Januar 2022 erteilte der Einzelrichter am Kantonsgericht den Beschwerdegegnern in der genannten Betreibung definitive Rechtsöffnung für CHF 11'458.10 nebst Zins zu 8 % auf CHF 6'743.75 seit 1. April 2017 (Dispositiv-Ziffer 1). Die Spruchgebühr von CHF 350.00 wurde dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem Kostenvorschuss der Beschwerdegegner in gleicher Höhe verrechnet. Der Beschwerdeführer wurde verpflichtet, den Beschwerdegegnern diesen Betrag zu ersetzen (Dispositiv Ziffer 2; Verfahren ER 2021 806).

2. Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. Februar 2022 (Datum Poststempel) Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug und beantragte im Wesentlichen die Abweisung des Rechtsöffnungsgesuchs.

3. Mit Eingabe vom 14. März 2022 reichten die Beschwerdegegner eine Abrechnung des Betreibungsamtes Zug vom 4. März 2022 ein. Darin teilte das Betreibungsamt den Beschwerdegegnern mit, dass sie aufgrund der geleisteten Zahlung des Beschwerdeführers von CHF 14'668.70 "in den nächsten Tagen" CHF 14'568.45 erhalten würden.

Erwägungen 1. Die Zahlung an das Betreibungsamt tilgt die Betreibungsforderung unmittelbar, ohne Rücksicht darauf, ob überhaupt und wann das Geld von diesem dem Gläubiger abgeliefert wird (Emmel, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 12 SchKG N 14 mit Hinweisen). Mit der Zahlung von CHF 14'668.70 hat der Beschwerdeführer die Betreibungsforderung samt Zinsen und Betreibungskosten beglichen.

2. Die Bezahlung der gesamten Schuld samt Zinsen an das Betreibungsamt gilt als Rückzug des Rechtsvorschlags. Umfasst die Zahlung nur die Schuld ohne Betreibungskosten, kann ohne Rechtsöffnung die Betreibung für die Restsumme der in Betreibung gesetzten Forderung fortgesetzt werden. Ein bereits eingeleitetes Rechtsöffnungsverfahren fällt als gegenstandslos dahin (Staehelin, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 84 SchKG N 70 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer hat, wie oben ausgeführt, am 4. März 2022 die gesamte Betreibungsforderung samt Zinsen und Betreibungskosten an das Betreibungsamt Zug bezahlt. Damit fällt das vorliegende Beschwerdeverfahren, in welchem der Rechtsöffnungsentscheid zu überprüfen gewesen wäre, als gegenstandslos dahin.

3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, hat dieser doch die Gegenstandslosigkeit verursacht (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO; Rüegg/Rüegg, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 107 ZPO N 8). Die Beschwerdegegner hat er hingegen bereits mangels eines Antrags nicht zu entschädigen.

Beschluss 1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.

2. Die Entscheidgebühr für das vorliegende Verfahren von CHF 250.00 wird dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem Kostenvorschuss verrechnet. Der zu viel bezahlte Betrag von CHF 250.00 wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. Gegen diesen Entscheid mit einem Streitwert von unter CHF 30'000.00 ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) nur zulässig, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG gegeben. Die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 95 ff. bzw. Art. 116 BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Wird gleichzeitig ordentliche Beschwerde und Verfassungsbeschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende Wirkung.

4. Mitteilung an:

- Parteien - Kantonsgericht, Einzelrichter (ER 2021 806) - Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug

II. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Schererlic.iur. J. Lötscher
AbteilungspräsidentGerichtsschreiber

versandt am:

Keywords

debt enforcementmootnesspayment to enforcement officedefinitive legal debt enforcementcost allocationwithdrawal of objection

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal against the definitive legal debt enforcement decision remained justiciable after full payment to the enforcement office.

Extracted holding

The appeal became moot because payment to the enforcement office extinguished the debt, including interest and enforcement costs.

Extracted reasoning

Payment to the enforcement office has immediate extinguishing effect on the enforcement claim, regardless of when the creditor receives the funds. Full payment of the debt, interest, and enforcement costs also operates as a withdrawal of the objection, so the legal debt enforcement proceedings no longer had a live object.

Key legal question

How the costs of the appeal proceedings should be allocated after mootness caused by the appellant.

Extracted holding

The appellant had to bear the appeal costs because he caused the mootness; no compensation was awarded to the respondents because none was requested.

Extracted reasoning

Where a proceeding becomes moot due to one party’s conduct, costs are charged to that party under the applicable procedural rule.

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