Appeal struck out as moot after payment of debt

BZ 2022 17Supreme Court / Appeals ChamberApr 28, 2022Other

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Omnilex summary

The appellant challenged a Zug Kantonsgericht order granting definitive debt enforcement clearance to the respondents. During the appeal, he paid CHF 10,137.50 to the Zug debt enforcement office, thereby satisfying the debt, interest, and enforcement costs. The Obergericht held that the payment rendered the appeal moot and struck the proceedings from the file. Costs of CHF 225 were imposed on the appellant because he caused the mootness, while the overpaid amount was to be refunded. No compensation was awarded to the respondents because they had not requested it.

Omnilex headnote

Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO; mootness caused by the conduct of a party in pending appeal proceedings: if the appellant fully satisfies the enforcement claim by payment to the debt enforcement office, the contested issue concerning definitive debt enforcement clearance loses its object and the proceedings are to be struck out. Payment to the debt enforcement office extinguishes the enforcement debt immediately, irrespective of subsequent transfer to the creditor. Where a party causes the proceedings to become moot, the costs are allocated against that party; a compensation award requires a corresponding request. The court need not examine the merits of the underlying enforcement order once the case has become devoid of object.

Full text

II. BeschwerdeabteilungBZ 2022 17

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident

Oberrichter lic.iur. F. Ulrich

Oberrichter lic.iur. M. Siegwart

Gerichtsschreiber lic.iur. J. Lötscher

Beschluss vom 28. April 2022*[rechtskräftig]*

in Sachen

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

D.________ et E.________,

vertreten durch B.________,

Beschwerdegegner,

betreffend

definitive Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. C.________ des Betreibungsamtes Zug

(Beschwerde gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 26. Januar 2022)

Sachverhalt 1. Am 9. September 2021 stellten D.________ und E.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner) beim Einzelrichter am Kantonsgericht Zug das Gesuch, es sei in der gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) eingeleiteten Betreibung Nr. C.________ des Betreibungsamtes Zug definitive Rechtsöffnung zu erteilen für CHF 8'580.70 nebst Zins zu 8 % auf CHF 4'556.90 seit 1. Dezember 2018, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdeführers. Mit Entscheid vom 26. Januar 2022 erteilte der Einzelrichter am Kantonsgericht den Beschwerdegegnern in der genannten Betreibung definitive Rechtsöffnung für CHF 8'498.70 nebst Zins zu 8 % auf CHF 4'556.90 seit 1. Dezember 2018 (Dispositiv-Ziffer 1). Die Spruchgebühr von CHF 300.00 wurde dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem Kostenvorschuss der Beschwerdegegner in gleicher Höhe verrechnet. Der Beschwerdeführer wurde verpflichtet, den Beschwerdegegnern diesen Betrag zu ersetzen (Dispositiv Ziffer 2; Verfahren ER 2021 651).

2. Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. Februar 2022 Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug und beantragte im Wesentlichen die Abweisung des Rechtsöffnungsgesuchs.

3. Mit Eingabe vom 14. März 2022 reichten die Beschwerdegegner eine Abrechnung des Betreibungsamtes Zug vom 4. März 2022 ein. Darin teilte das Betreibungsamt den Beschwerdegegnern mit, dass sie aufgrund der geleisteten Zahlung des Beschwerdeführers von CHF 10'137.50 "in den nächsten Tagen" CHF 10'059.80 erhalten würden.

Erwägungen 1. Die Zahlung an das Betreibungsamt tilgt die Betreibungsforderung unmittelbar, ohne Rücksicht darauf, ob überhaupt und wann das Geld von diesem dem Gläubiger abgeliefert wird (Emmel, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 12 SchKG N 14 mit Hinweisen). Mit der Zahlung von CHF 10'137.50 hat der Beschwerdeführer die Betreibungsforderung samt Zinsen und Betreibungskosten beglichen.

2. Die Bezahlung der gesamten Schuld samt Zinsen an das Betreibungsamt gilt als Rückzug des Rechtsvorschlags. Umfasst die Zahlung nur die Schuld ohne Betreibungskosten, kann ohne Rechtsöffnung die Betreibung für die Restsumme der in Betreibung gesetzten Forderung fortgesetzt werden. Ein bereits eingeleitetes Rechtsöffnungsverfahren fällt als gegenstandslos dahin (Staehelin, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 84 SchKG N 70 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer hat, wie oben ausgeführt, am 4. März 2022 die gesamte Betreibungsforderung samt Zinsen und Betreibungskosten an das Betreibungsamt Zug bezahlt. Damit fällt das vorliegende Beschwerdeverfahren, in welchem der Rechtsöffnungsentscheid zu überprüfen gewesen wäre, als gegenstandslos dahin.

3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, hat dieser doch die Gegenstandslosigkeit verursacht (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO; Rüegg/Rüegg, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 107 ZPO N 8). Die Beschwerdegegner hat er hingegen bereits mangels eines Antrags nicht zu entschädigen.

Beschluss 1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.

2. Die Entscheidgebühr für das vorliegende Verfahren von CHF 225.00 wird dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem Kostenvorschuss verrechnet. Der zu viel bezahlte Betrag von CHF 225.00 wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. Gegen diesen Entscheid mit einem Streitwert von unter CHF 30'000.00 ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) nur zulässig, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG gegeben. Die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 95 ff. bzw. Art. 116 BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Wird gleichzeitig ordentliche Beschwerde und Verfassungsbeschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende Wirkung.

4. Mitteilung an:

- Parteien - Kantonsgericht, Einzelrichter (ER 2021 651) - Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug

II. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Schererlic.iur. J. Lötscher
AbteilungspräsidentGerichtsschreiber

versandt am:

Keywords

debt enforcementdefinitive legal openingmootnesspaymentcost allocationappeal

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal against the definitive debt enforcement order remained justiciable after payment of the full debt, interest, and enforcement costs to the debt enforcement office.

Extracted holding

The appeal became moot because payment to the debt enforcement office extinguished the enforcement claim in full, including interest and costs.

Extracted reasoning

Payment to the debt enforcement office satisfies the enforcement claim immediately. Since the appellant paid the entire amount owed, the contested enforcement issue no longer required judicial review.

Key legal question

How the costs of the appeal proceedings should be allocated after the case became moot due to the appellant's payment.

Extracted holding

The appeal costs were imposed on the appellant because he caused the case to become moot.

Extracted reasoning

Under the applicable cost rule, the party causing mootness bears the costs. No compensation was awarded to the respondents because none was requested.

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