Motion on racial discrimination referred as postulate

20012324Federal Administrative Practice (VPB)Mar 23, 1984Partially Granted

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Omnilex summary

The National Council dealt with motion 83.464 on combating racial discrimination through amendments to the Penal Code. The Federal Council acknowledged the concern and stated that preparatory work on anti-racial-discrimination provisions was already underway, but it declined to commit to the precise legislative wording requested. The chamber therefore transmitted the proposal only as a postulate, not as a binding motion.

Omnilex headnote

Parliamentary motion; transformation into a postulate where the government accepts the object of the request but not the binding instruction as to the concrete content of the legislation. A parliamentary body may limit acceptance to a postulate when the legislative project requires further examination and the requested statutory design is not yet sufficiently determined.

Full text

N 23 mars 1984

414

Motion (Ziegler-Genève)-Robbiani

einer Busse von wenigen hundert Franken (bei einem gesetzlichen Bussenmaximum von 2000 Franken nach Abs. 3 von Art. 23 ANAG) belegt. Leider ist durch ein Bundesge- richtsurteil von 16. September 1982 die Anwendung der schärferen Strafbestimmungen gemäss Artikel 23 Absatz 1 noch eingeschränkt worden.

Wir fordern daher den Bundesrat zu einer punktuellen Revi- sion dieses Gesetzesartikels auf. Absatz 1 des Artikels wäre dabei so zu fassen, dass das rechtswidrige Verhalten des Arbeitgebers im Regelfall als «Erleichterung des illegalen Aufenthaltes» gilt und dadurch einer schärferen Strafandro- hung unterstellt wird. Die heutige Praxis wirkt stossend, wird doch der Arbeitnehmer in vielen Fällen härter bestraft, während die gegen den Arbeitgeber ausgesprochene Busse in keinem Verhältnis steht zum Gewinn, den er aus der Beschäftigung des Schwarzarbeiters gezogen hat.

Die Annahme des Bundesgerichtes, die blosse Beschäfti- gung von Schwarzarbeitern erleichtere deren rechtswidri- ges Verweilen im Lande noch nicht, ist nicht stichhaltig. Das durch die Schwarzarbeit erworbene Einkommen bildet ja die Grundlage dieses Verweilens. Darauf - und nicht auf den eher zufälligen Umstand, ob der Arbeitgeber den Arbeitneh- mer gleichzeitig beherbergt - sollte daher bei der Revision der Strafbestimmungen abgestellt werden. Gleichzeitig wird damit der wirtschaftliche Anreiz zur illegalen Beschäftigung eingedämmt.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral

Mit der vorliegenden Motion wird eine Verschärfung der Strafbestimmungen zum ANAG gegenüber Arbeitgebern, die ausländische Arbeitskräfte ohne Bewilligung beschäfti- gen, sowie gegenüber Schleppern verlangt. Zudem sei eine Bestimmung über die Verhängung einer Bewilligungssperre gegenüber fehlbaren Firmen aufzunehmen.

Wie der Bundesrat in seiner Stellungnahme zur Interpella- tion von Herrn Nationalrat Zehnder vom 8. Oktober 1981 betreffend Schwarzarbeit ausgeführt hat, ist die Beschäfti- gung von Ausländern ohne Bewilligung als ernstzunehmen- des Problem zu betrachten, das mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden muss. Seither sind die folgenden Vorkehren gegen die Schwarzarbeit getroffen worden: Erschwerung der Voraussetzungen für die Visum- erteilung, Einführung der Visumpflicht für türkische Staats- angehörige und Verschärfung der Vorschriften über die Grenzkontrolle. Sodann fand mit den Kantonsregierungen eine Aussprache über die Verstärkung der Inlandkontrolle statt. Schliesslich wurde mit den Sozialpartnern Verbindung aufgenommen, damit sie die Bestrebungen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit unterstützen.

Hinsichtlich der strafrechtlichen Sanktionen unterscheidet das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) in Artikel 23 zwischen Vergehens- und Übertretungstatbeständen. Als Vergehen gelten die in Absatz 1 erwähnten Tatbestände; die Sanktion ist Gefängnis bis zu sechs Monaten, womit Busse bis zu 10 000 Franken verbunden werden kann. Andere Zuwiderhandlungen gegen fremdenpolizeiliche Vorschriften bilden eine Übertretung; sie werden mit einer Busse bis zu 2000 Franken geahndet. Mit Bezug auf fehlbare Arbeitgeber hat das Bundesgericht mit Urteil vom 16. September 1982 in Sachen der Staatsan- waltschaft des Kantons Zürich c. Ernst Meier entschieden, dass die blosse Beschäftigung eines Ausländers ohne Bewilligung nur eine Übertretung im Sinn von Artikel 23 Absatz 3 ANAG bilde. Ein Vergehen nach Absatz 1 dieser Bestimmung liege erst danr. vor, wenn der Arbeitgeber einem Ausländer über die Beschäftigung hinaus das rechts- widrige Verweilen im Land er eichtert, insbesondere indem er ihn beherbergt.

Wie dieses Urteil zeigt, genügen die bestehenden Bestim- mungen nicht, um bei der Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung eine von verschiedenen Seiten geforderte strengere Bestrafung vorzunehmen. Obwohl die in der Begründung gemachte Aussage, dass der Arbeitnehmer in vielen Fällen härter als der Arbeitgeber bestraft werde, nicht

zutrifft, rechtfertigt sich angesichts der ernstzunehmenden Problematik der illegalen Beschäftigung von Ausländern eine strengere Bestrafung der fehlbaren Arbeitgeber. Der Bundesrat ist daher mit dem Motionär der Auffassung, dass die Strafbestimmungen im ANAG zu verschärfen sind.

Die in der Motion ebenfalls anvisierten Schlepper können schon jetzt nach Artikel 23 Absatz 1 ANAG mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft werden. Überdies wird sich anlässlich der in Vorbereitung stehenden Revision des Bun- desgesetzes über die Arbeitsvermittlung Gelegenheit bieten, durch Vorschriften über die Vermittlung von Ausländern allfälligen Missbräuchen zusätzlich zu begegnen.

Da Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung des Bundesrates vom 26. Oktober 1983 über die Begrenzung der Zahl der erwerbs- tätigen Ausländer die in der Motion verlangte Bewilligungs- sperre gegenüber fehlbaren Arbeitgebern bereits vorsieht, ist es nicht notwendig, das ANAG durch eine Bestimmung über administrative Sanktionen zu ergänzen.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral

Der Bundesrat ist bereit, die Motion hinsichtlich einer Ver- schärfung der Strafbestimmungen im ANAG über die Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung entgegen- zunehmen.

Überwiesen - Transmis

83.464 Motion (Ziegler-Genève)-Robbiani Rassismus. Revision StGB Racisme. Révision du Code pénal

Wortlaut der Motion vom 16. Juni 1983

Der Bundesrat wird beauftragt, das Strafgesetzbuch zu ändern, indem er

  1. eine Bestimmung vorsieht, die es verbietet, jemandem wegen seiner Rasse, seiner Religion oder seiner Volkszuge- hörigkeit die Ausübung einer Tätigkeit durch Handeln oder Unterlassen und ohne rechtmässige Gründe zu erschweren; 2. in den Artikeln 173, 174, 175 und 177 StGB zusätzlich einen Straferschwerungsgrund vorsieht, der dann gegeben ist, wenn die üble Nachrede, die Verleumdung oder die Beschimpfung verübt worden ist, weil das Opfer einer bestimmten Rasse oder einer bestimmten Religion ange- hört;

  2. in Artikel 181 StGB vorsieht, dass es als straferschwerend gilt, wenn der Täter die Nötigung wegen der Rasse oder Religionszugehörigkeit verübt hat.

Texte la motion du 16 juin 1983

Le Conseil fédéral est chargé de modifier le Code pénal pour y inclure des dispositions:

  1. Interdisant le fait de rendre, avec faits ou omissions et sans motifs légitimes, plus difficile à quelqu'un qu'à d'autres l'exercice d'une activité, en raison de sa race, religion, ethnie;

  2. Prévoyant, aux articles 173, 174, 175, 177 CP l'adjonction de la circonstance aggravante d'avoir diffamé, calomnié ou injurié la victime en raison de sa race, religion;

  3. Prévoyant une circonstance aggravante à l'article 181 du CP si la contrainte a été exercée sur la victime en raison de sa race ou religion.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bircher, Christinat, Gloor, Jaggi, (Loetscher), Longet, Meizoz, (Müller-Berne), Pitte- loud, Riesen-Fribourg, Robbiani (11)

Motion Ruf-Bern

415

  1. März 1984 N

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Le racisme, son apologie, les pratiques discriminatoires pour cause de race, ethnie, religion demeurent des plaies ouvertes de quasiment toutes les sociétés. Notre esprit s'y rebelle, mais le phénomène ne paraît pas en recul, au contraire.

Les présentes difficultés économiques, auxquelles s'accom- pagnent souvent des tensions sociales, multiplient les craintes de nos citoyens quant à leur futur. Dans ces condi- tions grand est le danger d'une véritable poussée raciste et discriminatoire. A ceci s'ajoutent, et je m'en tiens à l'exem- ple de Genève, de véritables croisades idéologiques, menées par des groupes politiques qui utilisent des argu- ments racistes et xénophobes pour conquérir ou augmenter leur audience populaire.

Ni le droit en général, ni la sanction pénale sauront enrayer le racisme en tant qu'attitude idéologique, pourtant mépri- sable. Néanmoins, le droit pourrait opposer ses principes et, en l'occurrence ses sanctions, contre toute pratique discri- minatoire à l'encontre des individus, si celles-ci sont du fait de leurs ethnies ou religions. De telles dispositions existent déjà à l'étranger.

En France, la loi nº 77-574 du 7 juin 1977 interdit et réprime les discriminations, si celles-ci sont le fait d'un fonction- naire. La loi nº 75-625 du 11 jullet 1975 punit la discrimina- tion commise par des privés. Une autre loi, celle nº 72-546 du 1er juillet 1972 réprime toute diffamation - par le biais de discours, écrits, imprimés, dessins, etc. - et toute provoca- tion publique à la haine à l'égard d'un groupe ou d'une personne en raison de sa race, ethnie ou religion.

En RFA, l'article 131 du Code pénal interdit, entre autres, la provocation à la haine raciale.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral

Le fait de discriminer des hommes ou de les avilir en raison de leur appartenance à une race ou à un peuple déterminé, de leurs convictions religieuses ou autres, constitue une grave atteinte aux droits de l'homme et doit dès lors être condamné avec fermeté. Plusieurs droits fondamentaux garantis par la Constitution fédérale s'opposent à un tel comportement de la part de l'Etat. Cependant, comme les droits fondamentaux ne déploient d'effets à l'égard des tiers que dans un cadre restreint, les discriminations commises par des personnes privées sont avant tout l'affaire du droit civil et pénal. Maintes formes de discrimination raciale sont réprimées depuis longtemps dans plusieurs Etats, euro- péens en particulier. Face à la nature répréhensible d'un comportement discriminatoire, la création de dispositions pénales a été exigée à plusieurs reprises en Suisse égale- ment.

Dans son rapport du 2 juin 1982 concernant la politique de la Suisse en faveur des droits de l'homme, le Conseil fédéral a exprimé sa volonté d'aboutir à la ratification de la «Con- vention internationale sur l'élimination de toutes les formes de discrimination raciale» et de soumettre le message cor- respondant aux Chambres fédérales lors de la prochaine législature (FF 1982 || 769 s et 810). Font avant tout. partie des travaux préliminaires nécessaires déjà engagés, l'exa- men et la préparation d'une revision partielle de notre code pénal. En effet, l'article 4 de la Convention exige entre autre des Etats contractants que soient déclarés délits punissa- bles par la loi toute diffusion d'idées fondées sur la superio- rité ou la haine raciale, toute incitation à la discrimination raciale ainsi que la participation à des organisations ou à des activités incitant ou encourageant la discrimination raciale. Notre code pénal ne répond pas actuellement à de telles exigences.

Le Conseil fédéral a par conséquent déjà envisagé l'élabora- tion de dispositions pénales contre la discrimination raciale, montrant ainsi sa compréhension face aux préoccupations du motionnaire. Néanmoins, la forme, le contenu et l'empla- cement systématique de telles dispositions pénales re- quièrent encore un examen approfondi qui, cela va sans dire, inclut l'analyse du droit comparé, et notamment les

études du Conseil de l'Europe en la matière. Ainsi, à titre d'exemple, il convient d'examiner - en tenant compte de la Convention internationale précitée - s'il n'y a pas lieu de réprimer d'autres actes encore, semblables à ceux énu- mérés dans le chiffre premier de la motion. Ce faisant, il convient de prêter une attention particulière à la délimitation entre l'exercice des libertés d'expression, de presse et d'as- sociation d'une part, et les déclarations tendant à la discri- mination raciale d'autre part. De plus, les nouvelles aggrava- tions qui sont exigées aux chiffres 2 et 3 de la motion et qui sont la conséquence d'un comportement discriminatoire, réclament un examen encore plus approfondi. Le Conseil fédéral, jusqu'à présent en tout cas, met en doute l'opportu- nité de telles qualifications.

Au vu de ce qui précède, le Conseil fédéral ne tient pas à s'obliger d'une manière aussi concrète que le réclame la motion, surtout en ce qui concerne le contenu des disposi- tions pénales à créer.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates

Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postulat.

Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

83.945 Motion Ruf-Bern Ständerat. Nichtwählbarkeit von Bundesbeamten Fonctionnaires fédéraux. Inéligibilité au Conseil des Etats

Wortlaut der Motion vom 15. Dezember 1983

Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament (zuhanden der Volksabstimmung) eine Vorlage zur Angleichung von Artikel 81 an Artikel 77 der Bundesverfassung zu unterbrei- ten, mit dem Ziel, dass Bundesbeamte nicht mehr in den Ständerat gewählt werden können.

Texte de la motion du 15 décembre 1983

Le Conseil fédéral est chargé de proposer un projet visant à harmoniser l'article 81 avec l'article 77 de la Constitution fédérale, de manière à interdire que des fonctionnaires fédéraux puissent être élus au Conseil des Etats.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Hegg, Meier-Zürich, Mül- ler-Zürich, Oehen, Soldini, Weder-Basel, Widmer, Zwygart (8)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Die 1983 erfolgten Erneuerungswahlen in die eidgenössi- schen Räte haben erneut die offensichtliche Rechtsun- gleichheit in den Konsequenzen der Wahl von Bundesbeam- ten in den Nationalrat und in den Ständerat aufgezeigt. Drei Nationalräte mussten den Bundesdienst - gestützt auf Arti- kel 77 BV - aufgeben, währen zwei Ständeräte (darunter der Direktor eines Bundesamtes) weiterhin im Bundesdienst verbleiben können.

Die Standesvertreter werden zwar nach kantonalem Recht gewählt, dem Ständerat fallen aber dieselben Kompetenzen und Aufgaben wie der Volksvertretung zu. Bundesbeamte können somit letztlich sich selbst überwachen und nament- lich auf ihre eigene Besoldung Einfluss nehmen. Das Prinzip der Gewaltenteilung wird krass verletzt, die Unabhängigkeit der Legislative beeinträchtigt. Der Bundesrat ist sich dieser Ungleichheit in der Behandlung offenbar auch bewusst und bestrebt, diese zu vermeiden, hat er doch für seine nicht im Beamtenverhältnis stehenden persönlichen Berater in der

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion (Ziegler-Genève)-Robbiani Rassismus. Revision StGB Motion (Ziegler-Genève)-Robbiani Racisme. Révision du Code pénal

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1984

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Anno

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I

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Frühjahrssession

Session

Session de printemps

Sessione

Sessione primaverile

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 83.464

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 23.03.1984 - 08:00

Date

Data

Seite

414-415

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Ref. No

20 012 324

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Keywords

racial discriminationpenal codelegislative revisionpostulateparliamentary motion

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the motion should be referred as a postulate rather than a binding motion.

Extracted holding

The Council accepted the motion only as a postulate.

Extracted reasoning

The Federal Council considered the subject worthy of further examination but did not want to commit itself to the specific content and drafting demanded by the motion.

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