Written witness records prevail over tape recordings

RBOG 1998 Nr. 25Other CourtJun 23, 1998Dismissed

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Omnilex summary

The appellants claimed a violation of their right to be heard because allegedly important witness statements were not recorded in full and asked for the witness examinations to be repeated on appeal. The court held that witness testimony is governed by the written minutes, which were read to the witnesses and signed as accurate. Since the appellants and their counsel were present, they could and should have objected immediately or sought correction within the statutory ten-day period. Their later challenge was therefore too late, and the tape recordings were irrelevant.

Omnilex headnote

Art. 9 ZGB; § 101 aZPO (TG); § 218 aZPO (TG): Für die Beweiswirkung von Zeugeneinvernahmen ist das schriftliche Protokoll massgebend; Tonbandaufzeichnungen haben keine selbständige massgebliche Bedeutung. Werden die Aussagen vorgelesen und vom Zeugen als richtig bestätigt, müssen Parteien allfällige Unrichtigkeiten oder wesentliche Auslassungen sogleich rügen oder innert der gesetzlichen Frist ein Berichtigungsbegehren stellen. Nach unbenütztem Ablauf dieser Frist kann das Protokoll im Rechtsmittelverfahren nicht mehr inhaltlich in Frage gestellt oder durch Rückgriff auf Tonbandaufnahmen ersetzt werden.

Full text

Für die Zeugenaussagen sind die schriftlichen Protokolle massgebend, nicht aber die Tonbandaufzeichnungen


Art. 9 ZGB, § 101 aZPO (TG), § 218 aZPO (TG)


1. In ihrer Berufungseingabe machten die Berufungsklägerinnen geltend, die Vorinstanz habe ihnen das rechtliche Gehör verweigert, indem sie im Beweisverfahren wesentliche Aussagen der Zeugen nicht zu Protokoll genommen habe, und beantragten, im Rahmen des Berufungsverfahrens die Zeugeneinvernahmen zu wiederholen.

2. a) Nach § 218 ZPO sind die Aussagen der Zeugen schriftlich festzuhalten. Die Aufzeichnungen sind vorzulesen. Der Zeuge hat die Richtigkeit des Protokolls unterschriftlich zu bestätigen. Für die Prozesshandlungen der Parteien und des Gerichts erbringt das Protokoll den Beweis (Art. 9 ZGB; Vogel, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4.A., 9. Kap. N 19). Jede Partei hat gemäss § 101 Abs. 1 ZPO das Recht, bei Unrichtigkeiten oder wesentlichen Auslassungen im Protokoll beim Gericht innert zehn Tagen nach Kenntnisnahme die Berichtigung zu verlangen. Das Gericht trifft seinen Entscheid in Beschlussesform.

b) Die Vorinstanz las allen befragten Zeugen deren Aussagen vor, und die Zeugen bestätigten die Richtigkeit des Protokolls. Die Berufungsklägerinnen bzw. deren Rechtsvertreter waren bei den Beweisverhandlungen anwesend. Sofern die vorgelesenen Aufzeichnungen gegebenenfalls nicht mit den Depositionen eines Zeugen übereingestimmt haben sollten, hätten die Parteien somit sofort einen entsprechenden Einwand erheben können. Soweit überhaupt möglich, hätten sie zudem fristgerecht ein Protokollberichtigungsbegehren nach § 101 ZPO stellen können.

Die heutigen Vorbringen der Berufungsklägerinnen mit Bezug auf die Protokolle der Vorinstanz sind verspätet. Der Beizug der Tonbandaufzeichnungen der Beweisverhandlungen vor Vorinstanz kommt nicht in Frage, weil massgebend für die Zeugenaussagen nur die schriftlichen Protokolle sind (§ 218 ZPO i.V.m. Art. 9 ZGB), die nach Ablauf der Frist für die Protokollberichtigungsbeschwerde nicht abgeändert werden können.

Obergericht, 23. Juni 1998, ZB 97 123

Keywords

witness testimonyprotocol correctionright to be heardappeal procedureevidence record

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Key legal question

Whether the appellants could rely on alleged discrepancies in witness recordings despite signed written minutes.

Extracted holding

No. For witness testimony, the written protocol is decisive; tape recordings are not the controlling record.

Extracted reasoning

The witnesses were read their statements and confirmed the accuracy of the protocol. The parties were present and could have objected immediately or sought correction within ten days under § 101 aZPO. After expiry of that period, the protocol could no longer be altered.

Key legal question

Whether the witness examinations had to be repeated on appeal due to alleged denial of the right to be heard.

Extracted holding

No. The request was untimely and lacked a basis because any alleged protocol defects should have been raised through the statutory correction mechanism.

Extracted reasoning

The appellants waited until the appeal to complain about the minutes, although the statutory remedy for corrections had to be used promptly after knowledge of the alleged omissions.

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