Burden of proof in definitive debt enforcement for child allowances

RBOG 1998 Nr. 08Other CourtMay 18, 1998Granted

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Omnilex summary

The creditor enforced unpaid maintenance and additionally claimed child allowances for 23 months. The lower court denied definitive legal opening for the allowances because the creditor had not proved whether and how much the debtor had received. The appellate commission held that a maintenance judgment is also a legal opening title for child allowances under Art. 285(2) ZGB, even without express mention. In enforcement proceedings, the creditor must first show the child’s entitlement to allowances; then the debtor bears the burden of proving that, without fault, he could not obtain them. The appeal was therefore granted.

Omnilex headnote

Art. 80 f. SchKG; Art. 285 Abs. 2 ZGB: definitive debt enforcement for child allowances; burden of proof where the maintenance debtor denies receipt. A maintenance judgment constitutes a legal opening title also for child allowances, even if these are not expressly quantified or listed, because Art. 285 Abs. 2 ZGB creates an enforceable obligation to pay such benefits in addition to maintenance. In definitive enforcement, the creditor must prove the basic entitlement to the allowances, typically by an enforceable administrative order or equivalent title. Once that proof is made, the debtor must establish that, without fault on his part, he could not procure payment of the allowances for the relevant period; culpable inactivity in the application or appeal process is attributable to him (consid. 2).

Full text

Beweislastverteilung bei definitiver Rechtsöffnung, wenn der Unterhaltsschuldner bestreitet, Kinderzulagen zu erhalten


Art. 80 f. SchKG, Art. 285 Abs. 2 ZGB


1. Die Rekurrentin hob für ausstehende Unterhaltsbeiträge die Betreibung gegen den Rekursgegner an und machte für 23 Monate zusätzlich Kinderzulagen geltend. Der Rekursgegner hatte bereits vor Vorinstanz bezweifelt, ob für die Kinderzulagen definitive Rechtsöffnung erteilt werden könne. Die Vorinstanz erwog, die Rekurrentin habe nicht genügend belegt, ob und wieviel der Rekursgegner an Kinderzulagen erhalten habe, weshalb für die Kinderzulagen keine Rechtsöffnung erteilt werde.

2. Nach Art. 285 Abs. 2 ZGB sind Kinderzulagen und ähnliche für den Unterhalt des Kindes bestimmte Leistungen, die dem Unterhaltspflichtigen zustehen, zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen, soweit der Richter es nicht anders bestimmt. Der pflichtige Elternteil hat das Erforderliche vorzukehren, damit die ihm für das Kind zustehenden Sozialleistungen ausgerichtet werden (Hegnauer, Berner Kommentar, Art. 285 ZGB N 96). Der Entscheid des Richters über den Unterhaltsbeitrag stellt daher auch einen Rechtsöffnungstitel für die Kinderzulagen dar, selbst wenn diese im Urteil nicht spezifiziert sind. Die ausdrückliche Nennung der Sozialleistungen ist mithin nützlich, aber nicht nötig (Hegnauer, Art. 285 ZGB N 98; Panchaud/Caprez, Die Rechtsöffnung, Zürich 1980, § 108 N 5, 7, § 110 II N 33). Der Elternteil, dem Leistungen Dritter - z.B. Kinderzulagen - zustehen, ist verpflichtet, sie geltend zu machen. Werden sie wegen seines Verschuldens nicht ausgerichtet, so sind sie ihm zu belasten (Hegnauer, Art. 285 ZGB N 40).

Im Hinblick auf die Tatsache, dass der Gesetzgeber mit Art. 285 Abs. 2 ZGB eine vollstreckbare Norm schaffen wollte (Hegnauer, Art. 285 ZGB N 93), obliegt es demjenigen Elternteil, welcher grundsätzlich einen Anspruch auf Leistungen Dritter hat, nachzuweisen, dass ohne sein Verschulden für einen bestimmten Zeitraum keine entsprechenden Leistungen erhältlich zu machen waren. Als Verschulden ist dem pflichtigen Elternteil insbesondere untätiges Verhalten (bei der Antragstellung oder im Bewilligungsverfahren, gegebenenfalls aber auch in einem Rechtsmittelverfahren) anzurechnen.

Im Rechtsöffnungsverfahren hat demnach der Unterhaltsgläubiger nachzuweisen, dass er bzw. die Kinder grundsätzlich Anspruch auf Kinderzulagen haben. Gelingt ihm dieser Nachweis (in der Regel gestützt auf eine rechtskräftige Anordnung der entsprechenden Behörde), obliegt dem unterhaltspflichtigen Elternteil der Nachweis, dass er ohne sein Verschulden keine Kinderzulagen erhältlich machen konnte. Diese "Beweislastverteilung" rechtfertigt sich schon deshalb, weil in der Regel der unterhaltsberechtigte Elternteil mangels notwendiger Unterlagen gar nicht in der Lage sein wird, den im Verfahren betreffend definitive Rechtsöffnung erforderlichen Urkundenbeweis zu erbringen, dass dem Unterhaltspflichtigen wegen dessen Verschuldens die Kinderzulagen nicht ausgerichtet wurden oder werden.

Rekurskommission, 18. Mai 1998, BR 98 11

Keywords

debt enforcementdefinitive legal openingchild allowancesburden of proofmaintenancesocial benefits

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether a maintenance judgment is a definitive enforcement title also for child allowances under Art. 285(2) ZGB.

Extracted holding

Yes. A judgment fixing maintenance also serves as a legal opening title for child allowances, even if they are not expressly itemized.

Extracted reasoning

Child allowances are statutory additional amounts to be paid with maintenance when due to the obligor. Express mention is useful but not required.

Key legal question

Who bears the burden of proof in definitive debt enforcement when the debtor denies receiving child allowances.

Extracted holding

The creditor must prove the child's basic entitlement to child allowances; once that is shown, the debtor must prove that, without fault, he could not obtain payment for the relevant period.

Extracted reasoning

Art. 285(2) ZGB is intended as an enforceable norm. It is therefore reasonable to require the obligor to show the absence of fault, because the creditor usually lacks the documents needed to prove the debtor's culpable failure to obtain the allowances.

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