Weisung may refer to annexes for claim statement

RBOG 1996 Nr. 32Other CourtOct 1, 1996

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Omnilex summary

The Rekurskommission held that, under § 122 aZPO (TG), the claim request in a Weisung must already be definite enough to be capable of being converted into a judgment without later clarification. Yet the requirement of definiteness is satisfied even if the Weisung refers to an annex forming part of it, for example by stating 'claim request according to annex'. What matters is that the request is clear at the mediation stage; it is irrelevant whether the claimant relies on a written attachment, a plan, photographs, or other documents.

Omnilex headnote

§ 122 aZPO (TG); requirements for the content of the Weisung and admissibility of reference to annexes. The claim request must be formulated in such a way that, if upheld, it can be incorporated into the judgment without further supplementation or clarification. The decisive criterion is not the external form of the request, but its substantive definiteness at the conciliation/mediation stage. A reference in the Weisung to an annex that forms part of the filing is permissible, provided the requested relief is already unambiguously ascertainable at that time. Later clarifications in the statement of claim cannot cure an insufficiently definite Weisung; conversely, the request need not be handwritten on the Weisung itself (consid. implicit).

Full text

Anforderungen an den Inhalt einer Weisung: Es ist zulässig, auf Beiblätter zu verweisen


§ 122 aZPO (TG)


Bei Beginn eines Prozesses soll das Rechtsbegehren so formuliert werden, dass es bei Gutheissung der Klage zum Urteil erhoben werden kann (Vogel, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4.A., § 33 N 4 ff.; Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3.A., S. 193; RBOG 1993 Nr. 17, 1984 Nr. 20). Praktisch alle Prozessordnungen kennen deshalb den Grundsatz, dass das Rechtsbegehren bestimmt, bei Klagen auf Geldzahlung (soweit ohne Beweisverfahren möglich; vgl. BGE 116 II 219 und RBOG 1995 Nr. 38) beziffert sein muss (Sträuli/Messmer, Kommentar zur Zürcherischen Zivilprozessordnung, 2.A., § 100 N 5). Für den Bereich des thurgauischen Zivilprozessrechts wird seit jeher (Böckli, Zivilprozess-Ordnung für den Kanton Thurgau, § 149 N 4; BGE 116 II 217) daraus abgeleitet, dass auf das in der Weisung enthaltene Klagebegehren abzustellen ist. § 122 Abs. 2 Ziff. 4 ZPO schreibt deshalb - ähnlich wie früher § 149 Abs. 2 Ziff. 3 aZPO - vor, die Weisung habe die Angabe des Streitgegenstands und die Erklärungen der Parteien über dessen Wert zu enthalten. Das Rechtsbegehren muss folglich bereits auf der Weisung so formuliert sein, dass es allenfalls ohne Ergänzung und Verdeutlichung zum Urteil des Gerichts erhoben werden kann. Verdeutlichungen in Klageschriften oder Beiblättern sind nicht zu berücksichtigen (RBOG 1987 Nr. 15, 1983 Nr. 17, 1975 Nr. 15). Dies heisst jedoch nicht, dass in der Weisung nicht auf ein Zusatzdokument, welches deren Bestandteil bildet, verwiesen werden darf. Auf der Weisung den Hinweis "Rechtsbegehren gemäss Anhang" anzubringen, ist ohne weiteres zulässig; es kann nicht verlangt werden, dass das Rechtsbegehren, damit es als rechtsgenüglich formuliert gilt, vom Friedensrichter persönlich auf die Weisung geschrieben wird. Bedingung für die Rechtsgenüglichkeit ist nur, dass der Antrag in sich klar ist, und zwar bereits anlässlich des Vermittlungsvorstands, und keiner späteren Präzisierungen mehr bedarf; welcher Mittel sich die klagende Partei hiefür bedient, ob sie auf ein bestimmtes Schreiben verweist, einen Plan oder Fotos einreicht, aus welchen unzweifelhaft hervorgeht, was verlangt wird, und welche vom Friedensrichter als Anhang der Weisung beigefügt werden können, oder ob sie ihr Begehren in der Weisung nur genau umschreibt, ist unmassgeblich.

Rekurskommission, 1. Oktober 1996, ZR 96 122

Keywords

weisungclaim requestdefinitenessannexconciliationcivil procedure

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Key legal question

Whether a Weisung may incorporate the claim request by reference to annexes or supplementary documents.

Extracted holding

Yes. A reference such as 'claim request according to annex' is permissible if the request is clear at the conciliation stage and needs no later clarification.

Extracted reasoning

The claim in the Weisung must be sufficiently definite so that it could be turned directly into a judgment. However, the law does not require that the request be written personally on the Weisung itself. What matters is that the request is clear as filed and that the annex forms part of the Weisung; the means used to make it clear are irrelevant.

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