Non-entry on criminal complaint for missing grounds and security

BEK 2018 6Other CourtFeb 19, 2018Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

A criminal appeal against a non-prosecution order was filed by three complainants. The Kantonsgericht Schwyz held that the appeal had to be rejected without consideration because no substantiated grounds were filed within the 10-day statutory period. It also found that two appellants lacked standing since they had not participated in the first-instance proceedings and no injury was shown. In addition, the ordered security of CHF 200 per appellant had not been paid in time, which independently justified non-entry. Costs of CHF 300 were imposed jointly and severally on the appellants.

Omnilex headnote

Art. 385 StPO, Art. 383 StPO; non-entry on an appeal for lack of grounds and failure to provide security. An appeal must, within the statutory time limit, state the reasons challenging the contested decision and the requested outcome; a deliberately incomplete filing does not trigger an additional time limit. If the appellant has not participated in the prior proceedings and no grievance is shown, standing is lacking. Where ordered security is not paid in time, the appeal court may refuse to enter without setting a further deadline. Costs are borne by the unsuccessful appellants pursuant to Art. 428 StPO.

Full text

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 19. Februar 2018

BEK 2018 6

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

**1.**A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer, **2.**B.________, Beschwerdeführerin, **3.C.________, neu firmierend: ** D.________, Beschwerdeführerin,

gegen

**1.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin E.________, **2.**F.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **3.**G.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **4.**H.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **5.**I.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **6.**J.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **7.**K.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **8.**L.________, Beschuldigte und Beschwerdegegnerin, **9.**M.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner,

betreffend

Nichtanhandnahme (Amtsmissbrauch, ungetreue Amtsführung, Urkundenfälschung, Erschleichen einer falschen Beurkundung, üble Nachrede, Verleumdung, Nötigung, Drohung und Rassendiskriminierung)

(Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom 3. Januar 2018, SUB 2017 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass A.________ am 10. Januar 2017 bei der kantonalen Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen die im Rubrum erwähnten Mitglieder des Bezirksgerichts Einsiedeln wegen Amtsmissbrauchs, ungetreuer Amtsführung, Urkundenfälschung, Erschleichens einer falschen Beurkundung, übler Nachrede, Verleumdung, Nötigung, Drohung und Rassendiskriminierung erstattete (U-act. 8.1.001);

  • dass die kantonale Staatsanwaltschaft mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 3. Januar 2018 entschied, dass keine Strafuntersuchung durchgeführt werde;

  • dass die Beschwerdeführer mit unbegründeter Sammelbeschwerde vom 18. Januar 2018 (KG-act. 1) insgesamt 13 Nichtanhandnahmeverfügungen der kantonalen Staatsanwaltschaft anfechten und dabei beantragten, für die Begründung eine zweimonatige Frist anzusetzen;

  • dass die Beschwerdeführer mit Eingangsanzeige vom 19. Januar 2018 darauf hingewiesen wurden, dass die Beschwerdefrist von 10 Tagen gemäss Art. 396 StPO eine gesetzliche Frist darstelle und deshalb nicht erstreckt werden könne, die vollständige Beschwerdebegründung somit innert der laufenden Rechtsmittelfrist von 10 Tagen einzureichen sei, und dass die Beschwerdeführer diese Mitteilung am 22. Januar 2018 abgeholt haben (KG-act. 3);

  • dass die angefochtene Verfügung A.________ am 15. Januar 2018 zugestellt wurde (vgl. Beilage zum angefochtenen Entscheid) und die 10-tägige Beschwerdefrist gemäss Art. 396 StPO somit am Donnerstag, 25. Januar 2018 abgelaufen ist;

  • dass innert der Frist bis zum 25. Januar 2018 keine Begründung eingereicht worden ist;

  • dass gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO in der Rechtsmittelschrift unter anderem anzugeben ist, welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen und welche Beweismittel angerufen werden, und sich die Rechtsmittelschrift deshalb mit allen (selbständigen) Begründungen der Vorinstanz auseinandersetzen muss, und auch anzugeben ist, wie anstelle des vorinstanzlichen Dispositivs zu entscheiden ist, ansonsten ein Nichteintretensentscheid der Rechtsmittelinstanz ergeht (Ziegler/Keller, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, N 1a und 4 zu Art. 385);

  • dass keine Nachfrist gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO anzusetzen ist, wenn wie vorliegend eine bewusst mangelhafte Eingabe (fehlende Begründung trotz Rechtsmittelbelehrung) eingereicht wird (Lieber in: Donatsch/Hansjakob/Lie-ber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, N 3 zu Art. 385; BGer Urteil vom 17. Oktober 2013, 6B_872/2013);

  • dass auf die Beschwerde vom 18. Januar 2018 somit bereits aus diesem Grunde nicht einzutreten ist;

  • dass B.________ und die C.________ im vorinstanzlichen Verfahren nicht teilgenommen und insbesondere keine Strafanzeige erstattet haben (U-act. 8.1.001), bzw. B.________ die Strafanzeige nicht mitunterzeichnet hat, ihre Beschwer nicht ersichtlich ist (vgl. Ziegler/Keller, a.a.O., N 1 zu Art. 382 StPO) und somit auf ihre Beschwerde auch aus diesem Grunde nicht einzutreten ist;

  • dass die Beschwerdeführer zudem mit separaten Verfügungen vom 19. Januar 2018 aufgefordert worden sind, eine Sicherheitsleistung von je Fr. 200.00 unter Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall bis spätestens 5. Februar 2018 zu leisten, die Beschwerdeführer diese Verfügungen am 22. Januar 2018 abgeholt haben (KG-act. 4-6), das schweizerische Bundesgericht mit Urteil 1B_40/2018 vom 31. Januar 2018 auf eine gegen diese Verfügungen eingereichte Beschwerde nicht eingetreten ist (KG-act. 9) und die verlangte Sicherheitsleistung innert Frist nicht geleistet worden ist;

  • dass für die Sicherheitsleistung gemäss Art. 383 StPO keine Nachfrist angesetzt werden muss (Ziegler/Keller, a.a.O. N 2 zu Art. 383 StPO) und somit androhungsgemäss auf die Beschwerde auch wegen Nichtleistens der Sicherheitsleistung nicht einzutreten ist;

  • dass die Beschwerdeführer ausgangsgemäss kostenpflichtig werden (Art. 428 StPO);

  • dass Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz des Präsidenten fällt;

  • dass der Entscheid, mit welchem die Rechtsmittelinstanz nicht auf das Rechtsmittel eintritt, mit Strafgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kann (Niklaus Schmid, Praxiskommentar, N 7 zu Art. 385 StPO);-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an A.________ (1/R), B.________ (1/R), die D.________ (1/R), F.________ (1/R), G.________ (1/R), H.________ (1/R), I.________ (1/R), J.________ (1/R), K.________ (1/R), L.________ (1/R), M.________ (1/R), die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz (1/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A), sowie nach definitiver Erledigung an die kantonale Staatsanwaltschaft (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

19. Februar 2018 sl

Keywords

non-entrycriminal appealstandingsecurity depositappeal deadlinesubstantiationcosts

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the criminal appeal had to be entered into despite missing grounds

Extracted holding

No. The appeal was inadmissible because no substantiated reasons were filed within the statutory 10-day deadline.

Extracted reasoning

Art. 385 StPO requires the appeal to state the reasons and requested outcome; a deliberately incomplete filing does not justify an extension or grace period.

Key legal question

Whether the co-appellants B. and C./D. had standing to complain

Extracted holding

No. They had not participated in the first-instance proceedings and their grievance was not shown.

Extracted reasoning

Without prior participation or a recognizable legal injury, they lacked standing to appeal.

Key legal question

Whether failure to pay the ordered security allowed non-entry

Extracted holding

Yes. The required security was not paid within the deadline and no grace period was required.

Extracted reasoning

Under Art. 383 StPO, no additional deadline is needed; non-payment justified non-entry.

Key legal question

Allocation of appellate costs

Extracted holding

The appellants had to bear the costs jointly and severally.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome under Art. 428 StPO.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.