Appeal against non-prosecution dismissed for inadmissibility

BEK 2018 16Other CourtFeb 20, 2018Dismissed

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Omnilex summary

The Kantonsgericht Schwyz dismissed, by single-judge order, a criminal appeal against a non-prosecution decision concerning allegations of abuse of authority, breach of official duties, and racial discrimination. The appellants failed to submit a reasoned appeal within the 10-day statutory period and also did not pay the ordered security deposit of CHF 200 each within the deadline. The court held that no grace period was available for either defect and therefore refused to enter into the appeal. Costs of CHF 300 were imposed jointly and severally on the appellants.

Omnilex headnote

Art. 385 StPO, Art. 383 StPO; inadmissibility of a criminal appeal for lack of reasoning and non-payment of security deposit. An appeal must, within the legal time limit, set out the grounds and the requested disposition; a deliberately unreasoned filing does not trigger a supplementary time limit under Art. 385 para. 2 StPO. Failure to provide ordered security within the deadline likewise justifies non-entry, since Art. 383 StPO does not require a grace period. If several independent admissibility defects exist, each suffices for non-entry. Costs are borne by the unsuccessful appellants pursuant to Art. 428 StPO.

Full text

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 20. Februar 2018

BEK 2018 16

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

**1.**A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer, **2.**B.________, Privatklägerin und Beschwerdeführerin, **3.C.________, neu firmierend: ** D.________, Privatklägerin und Beschwerdeführerin,

gegen

**1.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin E.________, **2.**F.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner,

betreffend

Nichtanhandnahme (Amtsmissbrauch, ungetreue Amtsführung, Rassendiskriminierung)

(Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom 3. Januar 2018, SUB 2017 610);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die Beschwerdeführer am 2. Oktober 2017 bei der kantonalen Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen das Bezirksgericht Einsiedeln, vertr. durch den im Rubrum erwähnten Richter wegen Amtsmissbrauchs, ungetreuer Amtsführung und Rassendiskriminierung erstatteten (U-act. 8.1.002);

  • dass die kantonale Staatsanwaltschaft mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 3. Januar 2018 entschied, dass keine Strafuntersuchung durchgeführt werde;

  • dass die Beschwerdeführer mit unbegründeter Sammelbeschwerde vom 18. Januar 2018 (KG-act. 1) insgesamt 13 Nichtanhandnahmeverfügungen der kantonalen Staatsanwaltschaft anfechten und dabei beantragten, für die Begründung eine zweimonatige Frist anzusetzen;

  • dass die Beschwerdeführer mit Eingangsanzeige vom 19. Januar 2018 darauf hingewiesen wurden, dass die Beschwerdefrist von 10 Tagen gemäss Art. 396 StPO eine gesetzliche Frist darstelle und deshalb nicht erstreckt werden könne, die vollständige Beschwerdebegründung somit innert der laufenden Rechtsmittelfrist von 10 Tagen einzureichen sei, und dass die Beschwerdeführer diese Mitteilung am 22. Januar 2018 abgeholt haben (KG-act. 3);

  • dass die angefochtene Verfügung A.________ und B.________ am 15. Januar 2018 zugestellt wurde (vgl. Beilage zum angefochtenen Entscheid), sich die C.________ diese Zustellung an ihre einzelzeichnungsberechtigten Gesellschafter entgegenhalten lassen muss und die 10-tägige Beschwerdefrist gemäss Art. 396 StPO somit am Donnerstag, 25. Januar 2018 abgelaufen ist;

  • dass innert der Frist bis zum 25. Januar 2018 keine Begründung eingereicht worden ist;

  • dass gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO in der Rechtsmittelschrift unter anderem anzugeben ist, welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen und welche Beweismittel angerufen werden, und sich die Rechtsmittelschrift deshalb mit allen (selbständigen) Begründungen der Vorinstanz auseinandersetzen muss, und auch anzugeben ist, wie anstelle des vorinstanzlichen Dispositivs zu entscheiden ist, ansonsten ein Nichteintretensentscheid der Rechtsmittelinstanz ergeht (Ziegler/Keller, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, N 1a und 4 zu Art. 385);

  • dass keine Nachfrist gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO anzusetzen ist, wenn wie vorliegend eine bewusst mangelhafte Eingabe (fehlende Begründung trotz Rechtsmittelbelehrung) eingereicht wird (Lieber in: Donatsch/Hansjakob/Lie-ber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, N 3 zu Art. 385; BGer Urteil vom 17. Oktober 2013, 6B_872/2013);

  • dass auf die Beschwerde vom 18. Januar 2018 somit bereits aus diesem Grunde nicht einzutreten ist;

  • dass die Beschwerdeführer zudem mit separaten Verfügungen vom 19. Januar 2018 aufgefordert worden sind, eine Sicherheitsleistung von je Fr. 200.00 unter Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall bis spätestens 5. Februar 2018 zu leisten, die Beschwerdeführer diese Verfügungen am 22. Januar 2018 abgeholt haben (KG-act. 4-6), das Schweizerische Bundesgericht auf eine gegen diese Verfügungen eingereichte Beschwerde mit Urteil 1B_50/2018 vom 31. Januar 2018 nicht eingetreten ist (KG-act. 9) und die verlangte Sicherheitsleistung innert Frist nicht geleistet worden ist;

  • dass für die Sicherheitsleistung gemäss Art. 383 StPO keine Nachfrist angesetzt werden muss (Ziegler/Keller, a.a.O. N 2 zu Art. 383 StPO) und somit androhungsgemäss auf die Beschwerde auch wegen Nichtleistens der Sicherheitsleistung nicht einzutreten ist;

  • dass die Beschwerdeführer ausgangsgemäss kostenpflichtig werden (Art. 428 StPO);

  • dass Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz des Präsidenten fällt;

  • dass der Entscheid, mit welchem die Rechtsmittelinstanz nicht auf das Rechtsmittel eintritt, mit Strafgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kann (Niklaus Schmid, Praxiskommentar, N 7 zu Art. 385 StPO);-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an A.________ (1/R), B.________ (1/R), die D.________ (1/R), F.________ (1/R), die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz (1/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A), sowie nach definitiver Erledigung an die kantonale Staatsanwaltschaft (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

20. Februar 2018 sl

Keywords

inadmissibilitycriminal appealnon-prosecutionappeal reasoningsecurity depositnon-entryprocedural costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal against the non-prosecution order was admissible despite lack of substantiation within the appeal period.

Extracted holding

No. The appeal was inadmissible because no reasoned submission was filed within the 10-day statutory deadline.

Extracted reasoning

Under Art. 385 para. 1 StPO, the appeal must state the reasons and requested decision. A deliberate deficient filing does not justify a grace period under Art. 385 para. 2 StPO.

Key legal question

Whether the appeal was admissible despite non-payment of the ordered security deposit.

Extracted holding

No. The required security deposit was not paid in time, and no grace period had to be granted.

Extracted reasoning

For security under Art. 383 StPO, no extension or grace period is required; failure to pay within the deadline independently justified non-entry.

Key legal question

Allocation of procedural costs.

Extracted holding

The appellants must bear the appeal costs jointly and severally.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome.

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