Appeal dismissed for insufficiently reasoned challenge to debt enforcement relief

BEK 2018 131Other CourtSep 18, 2018Dismissed

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Omnilex summary

The Schwyz Cantonal Court dealt with an appeal against a district court order granting definitive debt enforcement relief for CHF 155.50 plus interest and ancillary sums. The appellant filed an insufficiently reasoned, layperson appeal that did not contain requests or address the first-instance reasoning. After the court warned him and granted a deadline to cure the defects within the remaining appeal period, he refused delivery of the warning and submitted nothing further. The court therefore declined to enter into the appeal, imposed appellate costs of CHF 50 on the appellant, and awarded no party compensation.

Omnilex headnote

Art. 321 CPC; requirements for a reasoned appeal and consequences of failure to cure defects; an appeal must contain concrete requests, identify the extent of the challenge and set out the alleged defects with sufficient precision. Even with a lenient standard for lay submissions, the obligation to substantiate remains. If the court sets a deadline to remedy formal deficiencies within the still-running appeal period and the appellant fails to comply, non-entry is mandatory; subsequent substantive supplementation after expiry of the time limit is excluded. Costs follow the losing party under Art. 106 para. 1 CPC; no party compensation is due where no response is obtained.

Full text

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 18. September 2018

BEK 2018 131

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Schwyz, Bezirk Schwyz, Gemeinde Schwyz und römisch-katholische Kirchgemeinde, Gesuchsteller und Beschwerdegegner, vertreten durch Amt für Finanzen, Bahnhofstrasse 15, 6430 Schwyz,

betreffend

definitive Rechtsöffnung

(Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Schwyz vom 6. August 2018, ZES 2018 284);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 6. August 2018 den Gesuchstellern in der Betreibung Nr. xx für die Beträge von Fr. 155.50 (Hauptforderung nebst Zins zu 3.5 % seit 28. April 2018) und Fr. 1.35 (aufgelaufener Zins bis 27. April 2018) die definitive Rechtsöffnung erteilte, die Spruchgebühr von Fr. 100.00 dem Gesuchsgegner auferlegte und den Gesuchsgegner verpflichtete, den Gesuchstellern den Betrag von Fr. 100.00 zu ersetzen, sowie den Gesuchsgegner verpflichtete, den Gesuchstellern eine Parteientschädigung von Fr. 30.00 zu bezahlen (vgl. angefochtene Verfügung);

  • dass der Gesuchsgegner mit Beschwerde vom 20. August 2018 diesen Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Schwyz beim Kantonsgericht anfocht (KG-act. 1);

  • dass eine Beschwerde gemäss Art. 321 ZPO schriftlich und begründet einzureichen ist, die Beschwerde insbesondere konkrete Rechtsbegehren zu enthalten hat, aus denen hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird, und in der Beschwerdebegründung darzulegen ist, worauf der Beschwerdeführer seine Legitimation stützt, inwieweit er beschwert ist, auf welchen Beschwerdegrund (Art. 320 ZPO) er sich beruft und an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet, dass mithin im Beschwerdeverfahren eine Rügepflicht besteht, und es somit der beschwerdeführenden Partei obliegt, in ihrer Beschwerde im Einzelnen darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem Beschwerdegrund krankt, andernfalls auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Freiburghaus/Ahfeldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 14 f zu Art. 321 ZPO; Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, S. 505 N 42; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, N 17 f. zu Art. 321 ZPO), wobei bei Laieneingaben etwas weniger strenge Anforderungen verlangt werden dürfen (Freiburghaus/Ahfeldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 18 zu Art. 321 ZPO), eine inhaltliche Nachbesserung nach Ablauf der Beschwerdefrist jedoch ausgeschlossen ist (Staehelin/Staehelin/Grolimund, a.a.O.; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 17 und 22 zu Art. 321 ZPO);

  • dass der Gesuchsgegner in der Beschwerde vom 20. August 2018 diese inhaltlichen Anforderungen offenkundig nicht erfüllte, weil er sich nicht mit dem erstinstanzlichen Entscheid und den dortigen Erwägungen betreffend definitive Rechtsöffnung auseinandersetzt, insbesondere keine Anträge stellt und nicht durch Urkunden beweist, dass die Schuld seit Erlass des Entscheids getilgt oder gestundet worden oder Verjährung eingetreten sei (Art. 81 Abs. 1 SchKG; KG-act. 1);

  • dass der Gesuchsgegner – da es sich um eine Laieneingabe handelte – mit Verfügung vom 21. August 2018 auf diese Anforderungen hingewiesen und ihm Frist zur Verbesserung innert noch laufender Rechtsmittelfrist angesetzt wurde, unter Hinweis darauf, dass im Säumnisfalle auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (KG-act. 3);

  • dass der Gesuchsgegner die Annahme der Verfügung vom 21. August 2018 verweigerte (KG-act. 6);

  • dass dem Gesuchsgegner die Verfügung vom 21. August 2018 per A+ erneut Zugestellt wurde, mit dem Hinweis, die Sendung gelte damit am Tag der Weigerung, mithin am 21. August 2018 (recte: 22. August 2018), als zugestellt (KG-act. 7);

  • dass der Gesuchsgegner keine weiteren Eingaben einreichte, weshalb androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

  • dass die Gerichtskosten gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO dem Gesuchsgegner aufzuerlegen sind;

  • dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist, nachdem keine Beschwerdeantwort eingeholt worden ist;

  • dass das Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG in die Kompetenz des Vorsitzenden fällt;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 50.00 werden dem Gesuchsgegner auferlegt.

3. Parteientschädigungen werden nicht gesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 155.50 (Art. 74 BGG).

5. Zufertigung an die Parteien (je 1/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Versand

18. September 2018 kau

Keywords

debt enforcementappeal admissibilityreasoned appealnon-entrylay submissioncostsparty compensation

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal met the formal requirements of Art. 321 CPC

Extracted holding

No. The appellant did not formulate concrete requests or engage with the first-instance reasoning, and did not substantiate the alleged defects.

Extracted reasoning

The court held that an appeal must be written and reasoned and must specify the extent of the challenge and the grounds relied on. Even with a lenient approach to a lay submission, the appellant did not satisfy the minimum requirements and failed to cure the defects within the time limit.

Key legal question

Whether the appeal should be dismissed without entering into the merits

Extracted holding

Yes. Because no compliant supplementary filing was submitted after the warning, the court had to decline to hear the appeal.

Extracted reasoning

A warning and time limit to remedy the defects were issued during the still-running appeal period; after refusal of service and no further submission, non-entry followed.

Key legal question

Allocation of appellate costs and party compensation

Extracted holding

Costs were imposed on the appellant; no party compensation was awarded because no response was obtained.

Extracted reasoning

Under the CPC, costs follow the losing party. Since no appeal answer was requested, there was no basis for compensation.

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