No entry due to unpaid security deposit in criminal complaint

BEK 2017 188Other CourtJan 16, 2018Inadmissible

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Omnilex summary

The private prosecutor appealed a cantonal non-prosecution order in a dispute involving allegations of false document certification in a rental-expulsion matter. The Kantonsgerichtspräsident had previously ordered him to provide a CHF 1,200 security deposit under Art. 383 StPO, but he did not pay within the deadline. The court therefore held that no grace period was required and did not enter into the complaint. It also charged him CHF 300 in costs and ordered him to pay CHF 400 compensation to the accused.

Omnilex headnote

Art. 383 StPO; security deposit for a private complainant's complaint; failure to pay within the fixed time limit leads to non-entry without the need for an additional grace period. The complaint court must refuse to hear the matter when the ordered security is not furnished in due time. Consequentially, procedural costs are borne by the private complainant under Art. 428 Abs. 1 StPO, and the accused is entitled to compensation under Art. 436 StPO; in the absence of a fee note, the amount may be fixed at equitable discretion (consid. 2 ff.).

Full text

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 16. Januar 2018

BEK 2017 188

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer,

gegen

**1.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin B.________, **2.**C.________ Beschuldigte und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt D.________,

betreffend

Nichtanhandnahme (Urkundenfälschung, Erschleichung einer falschen Beurkundung)

(Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom 14. November 2017, SUB 2017 347);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass A.________ (nachfolgend: Privatkläger) mit der E.________ AG als Vermieterin im Streite liegt und sich die E.________ AG durch Rechtsanwältin C.________ (nachfolgend: Beschuldigte) vertreten lässt;

  • dass der Privatkläger am 18. Mai 2017 gegen die Beschuldigte im Wesentlichen mit der Begründung Strafanzeige erstattete, die Beschuldigte habe im Mietausweisungsbegehren absichtlich den Streitwert falsch angegeben und sich damit des Erschleichens einer falschen Beurkundung oder der Urkundenfälschung schuldig gemacht (U-act. 8.1.001);

  • dass die kantonale Staatsanwaltschaft mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 14. November 2017 verfügte, dass keine Strafuntersuchung durchgeführt werde;

  • dass der Privatkläger mit Eingabe vom 7. Dezember 2017 (KG-act. 1) beim Kantonsgericht Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung erhebt;

  • dass der Privatkläger mit Verfügung vom 11. Dezember 2017 (KG-act. 4) aufgefordert worden ist, gestützt auf Art. 383 StPO eine Sicherheitsleistung von Fr. 1'200.00 bis spätestens 28. Dezember 2017 zu leisten, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfalle, und dass diese Verfügung dem Privatkläger am 12. Dezember 2017 zugestellt worden ist (Beilage zu KG-act. 4);

  • dass der Privatkläger die verlangte Sicherheitsleistung innert der gesetzten Frist nicht bezahlt hat;

  • dass für die Sicherheitsleistung gemäss Art. 383 StPO keine Nachfrist angesetzt werden muss (Ziegler/Keller, in: Basler Kommentar, 2. Auflage, N 2 zu Art. 383 StPO) und somit androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

  • dass die Kosten des Beschwerdeverfahrens gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO dem Privatkläger aufzuerlegen sind und dieser gestützt auf Art. 436 StPO die Beschuldigte für deren Aufwendungen im Beschwerdeverfahren zu entschädigen hat (Sandra Massari, Kosten- und Entschädigungsfolgen für die Privatklägerschaft im Strafprozess, in: Jusletter 2. Februar 2015, Rz 33), wobei die Höhe der Entschädigung mangels einer Honorarnote gestützt auf § 6 Abs. 1 GebTRAe ermessensweise festzusetzen ist;

  • dass die Abschreibung des Verfahrens gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz des Gerichtspräsidenten fällt;

  • dass gegen Nichteintretensentscheide gestützt auf Art. 383 StPO die Strafrechtsbeschwerde ans Bundesgericht nach Art. 78 ff. BGG offen steht (Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar, 3. Auflage, N 7 zu Art. 383 StPO);-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten dieser Verfügung von Fr. 300.00 werden dem Privatkläger auferlegt.

3. Der Privatkläger hat die Beschuldigte für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 400.00 zu entschädigen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

5. Zufertigung an A.________ (1/R), Rechtsanwalt D.________ (2/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A), die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz (1/R) sowie nach definitiver Erledigung an die kantonale Staatsanwaltschaft (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

16. Januar 2018 kau

Keywords

security depositnon-entryprivate prosecutorcostscompensationcriminal complaintdocument forgery

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint against the non-prosecution order was admissible despite non-payment of the ordered security deposit.

Extracted holding

No. Because the required security under Art. 383 StPO was not paid within the deadline, the court had to refuse entry on the complaint.

Extracted reasoning

The security payment deadline expired without payment. No grace period is required for security under Art. 383 StPO, so the complaint had to be dismissed as inadmissible.

Key legal question

Allocation of procedural costs and compensation for the respondent.

Extracted holding

The private prosecutor bears the costs of the complaint proceedings and must compensate the accused for her expenses.

Extracted reasoning

Under Art. 428(1) StPO the costs are charged to the private prosecutor; under Art. 436 StPO the accused is entitled to compensation, which was set ex aequo et bono because no fee note was filed.

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