Executor has full standing in pending proceedings

ZZ.1999.8Other CourtJul 29, 1999

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Omnilex summary

After the defendant died during pending incapacity proceedings, the first instance dismissed the case as moot and charged the heirs with costs and party compensation. The executor appealed the cost ruling. The court held that the executor has comprehensive procedural standing, not only for proceedings initiated after death but also for pending proceedings of the deceased, and that heirs' procedural powers are displaced. The decision further states that court costs and party compensation are estate debts to be paid by the executor when one has been appointed.

Omnilex headnote

Art. 518 CC; procedural standing of the will executor in pending proceedings after the testator's death; the executor is an active and passive procedural subject sui generis whose authority extends comprehensively to all civil, administrative, tax and, where applicable, criminal proceedings, including procedural acts, remedies and dispositive declarations. The heirs' own procedural authority is displaced. Upon the testator's death, the mandate of a chosen procedural representative generally lapses unless otherwise provided. Costs and party compensation incurred in the estate context constitute estate debts within Art. 560 and 603 CC and, where an executor exists, are to be settled by the executor within the administration of the estate.

Full text

Geschäftsnummer:** ZZ.1999.8**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:30.07.1999
FindInfo-Nummer:O_ZK.2014.712
Titel:** Prozesslegitimation des Willensvollstreckers**
Resümee:** Umfassende Prozesslegitimation des Willensvollstreckers**
SOG 1999 Nr. 8 Umfassende Prozesslegitimation des Willensvollstreckers Während eines laufenden Entmündigungsverfahrens starb die Beklagte. Das Amtsgericht schrieb das Verfahren als gegenstandslos ab, auferlegte den Erben der Beklagten die Verfahrenskosten und verpflichtete sie zur Bezahlung einer Parteientschädigung an die klagende Vormundschaftsbehörde. Der Willensvollstrecker rekurrierte gegen den Kostenentscheid. Grundsätzlich ist der Willensvollstrecker nach herrschender Lehre und Rechtsprechung aktiv und passiv prozesslegitimiert. Diese Legitimation besteht nicht nur für Prozesse, die nach dem Tod des Erblassers angehoben werden, sondern auch auf die noch hängigen, unerledigten Prozesse des Erblassers selbst. Die Prozessführungsbefugnis des Willensvollstreckers ist umfassend und erstreckt sich auf streitige und nichtstreitige Zivil-, Verwaltungs-, Steuer-, Administrativ- und Strafverfahren (soweit überhaupt möglich) und umfasst alle Arten von Klagen beziehungsweise Eingaben, sämtliche prozessualen Handlungen und Rechtsmittel, materiellrechtliche Erklärungen wie Verrechnung oder Verzicht, Vergleich, Rückzug des Verfahrens sowie Unterlassung jeglicher Auseinandersetzung (Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Wolfgang Wiegand (Hrsg.): Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch II, N 68 ff. zu Art. 518 ZGB). Der Willensvollstrecker ist dabei kraft seiner quasiamtlichen Stellung sui generis (Art. 518 Abs. 1 ZGB) selbst Partei und die entsprechenden Befugnisse der Erben werden verdrängt (BGE 116 II 133 E. 3). Ebenso erlischt mit dem Tod des Erblassers das Mandat eines von ihm eingesetzten Prozessvertreters, soweit keine anderweitigen Anordnungen des Erblassers bestehen, und der Prozess ist vom Willensvollstrecker weiterzuführen (Honsell et al., a.a.O., N 69). Die Klägerin und Rekursgegnerin vermag daher aus dem in plädoyer 6/1997, S. 67 ff., publizierten Entscheid des Kassationsgerichts des Kantons Zürich nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, da es sich dort gerade um die Frage des Weiterbestehens der Vollmacht eines gewillkürten Prozessvertreters über den Tod des Vollmachtgebers hinaus handelte. Den allgemeinen und wohlbegründeten Ausführungen im erwähnten Zürcher Entscheid zum Eintritt der Erben in einen Prozess kann jedoch gefolgt werden. Demnach setzen die Erben grundsätzlich in eigenem Namen ein in Folge Todes des Erblassers abgeschriebenes Verfahren weiter, dessen Thema sich nunmehr aber alleine auf die prozessualen Nebenfolgen bezieht. Bei den Gerichtskosten sowie der Entschädigungspflicht gegenüber der Gegenpartei handelt es sich nämlich um Erbschaftsschulden (Art. 560 Abs. 2 bzw. 603 ZGB), für welche die Erben haften (plädoyer, a.a.O., S. 67 f., E. II 5. A). Ist jedoch ein Willensvollstrecker bestimmt, hat ausschliesslich dieser im Rahmen seiner Verwaltungsbefugnis und -pflicht die Erbschafts- und Erbgangsschulden zu bezahlen (Karrer, a.a.O., N 36). * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 30. Juli 1999*

Keywords

executorstandingestate debtscostspending proceedingsheirsrepresentation

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Key legal question

Whether the executor has standing to challenge the cost order in a pending case after the testator's death

Extracted holding

Yes. The executor has comprehensive procedural standing and may act in pending proceedings, including against cost consequences.

Extracted reasoning

The executor is an active and passive procedural subject sui generis under Art. 518(1) CC; the heirs' procedural powers are displaced. This standing covers pending proceedings and all procedural acts and remedies, including objections to costs.

Key legal question

Who must bear and pay the estate-related procedural costs after the testator's death

Extracted holding

Such costs are estate debts to be paid by the executor within the executor's management duties when one has been appointed.

Extracted reasoning

Court costs and party compensation are estate debts. Where an executor exists, only the executor is responsible for paying estate and succession debts in the context of administration.

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