Cost allocation for unnecessary prolixity

ZZ.1996.5Other CourtMar 31, 1996Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

In a civil rent dispute, the plaintiff succeeded only in part and challenged the lower court's cost allocation. The appellate court held that the plaintiff had caused unnecessary prolixity by insisting on proof of the remaining one-third of the claim after the defendants had already acknowledged two-thirds. Because the later evidence and hearing costs were unnecessary and attributable solely to the plaintiff, the court confirmed the lower court's deviation from the ordinary proportional allocation and dismissed the cost appeal.

Omnilex headnote

§ 101 Abs. 2 lit. a ZPO; deviation from the ordinary apportionment of costs where costs were increased by unnecessary prolixity. Unnecessary prolixity comprises all conduct objectively not required for proper pursuit of the claim. A party may be made liable for costs caused by unnecessary litigation steps even if it partially prevails, and the decisive question is whether the contested procedural acts were objectively unnecessary. If, after the answer, a plaintiff could have withdrawn the unrecognized remainder and obtained the same substantive result, later evidence proceedings on that remainder may justify a modified cost allocation (consid. 2).

Full text

Geschäftsnummer:** ZZ.1996.5**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:01.04.1996
FindInfo-Nummer:O_ZK.2015.5
Titel:** Prozesskosten, unnötige Weitschweifigkeit**
Resümee:§ 101 Abs. 2 lit. a ZPO. Von der Regel, die Prozesskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens aufzuteilen, ist abzuweichen, wenn die Kosten durch unnötige Weitschweifigkeit vermehrt worden sind. Unnötig weitschweifend ist alles, was objektiv zur Rechtsverfolgung nicht erforderlich war.
SOG 1996 Nr. 5 **§ 101 Abs. 2 lit. a ZPO.*Von der Regel, die Prozesskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens aufzuteilen, ist abzuweichen, wenn die Kosten durch unnötige Weitschweifigkeit vermehrt worden sind. Unnötig weitschweifend ist alles, was objektiv zur Rechtsverfolgung nicht erforderlich war. In einem Mietrechtsstreit über eine Forderung drang der Kläger mit seiner Klage zu zwei Dritteln durch. Der Gerichtspräsident verlegte die Prozesskosten nicht diesem Verhältnis entsprechend. Seinen Entscheid begründete er damit, das Beweisverfahren sei alleine vom Kläger zu vertreten. Der in erster Linie Aufwand verursachende Prozessgegenstand habe Forderungen betroffen, die sich als unberechtigt erwiesen hätten. Den klägerischen Kostenrekurs wies das Obergericht ab. Aus den Erwägungen: Die Prozesskosten sind bei nur teilweisem Obsiegen grundsätzlich dem Ausgang entsprechend aufzuteilen. In § 101 Abs. 2 der Zivilprozessordnung (ZPO, BGS 221.1) sind Ausnahmen von dieser Regel vorgesehen. Der Ausnahmekatalog ist nicht abschliessend. Eine andere Verteilung kann beispielsweise dann vorgenommen werden, wenn die Prozesskosten durch unnötige Weitschweifigkeit vermehrt worden sind (§ 101 Abs. 2 lit. a ZPO). Unnötig weitschweifend ist alles, was objektiv betrachtet zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung nicht erforderlich war (Georg Leuch/Omar Marbach/Franz Kellerhals: Die Zivilprozessordnung für den Kanton Bern, 4. A., Bern 1995, N 6 zu Art. 58). Wer ein Verfahren unnötigerweise veranlasst hat, kann kostenpflichtig werden, auch wenn er obsiegt hat (Oscar Vogel: Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. A., Bern 1995, § 50 N 29; Hans Ulrich Walder-Bohner: Zivilprozessrecht, 4. A., Zürich 1996, S. 378). In ihrer Klageantwort anerkannten die Beklagten die Klage im Umfang von zwei Dritteln. Der Kläger hielt jedoch an seiner ursprünglichen Forderung fest und verlangte weiterhin die Bezahlung auch des Restbetrages von einem Drittel der eingeklagten Forderung. Ausschliesslich darüber war Beweis zu führen. Neben einer Parteibefragung nahm der Gerichtspräsident einen Augenschein und befragte zwei Zeugen. Der Vorderrichter sprach dem Kläger schliesslich aber nicht mehr zu, als die Beklagten bereits vor dem Beweisverfahren anerkannt hatten. Der Kläger hätte es nach Einreichung der Klageantwort in der Hand gehabt, seine Klage im Umfang von einem Drittel der eingeklagten Forderung zurückzuziehen und die Abschreibung des Verfahrens zufolge Anerkennung des Restbetrages zu erwirken. Das Ergebnis wäre das gleiche gewesen, wie es nun mit dem Urteil des Gerichtspräsidenten vorliegt. Dem Ausgang hätte ein Kostenverteiler entsprochen, wie ihn der Rekurrent heute verlangt (1/3 Kläger, 2/3 Beklagte). Der Kläger entschied sich jedoch anders und wollte auch noch den Beweis für den Restbetrag erbringen. Das ist ihm nicht gelungen. Der Gerichtspräsident hatte deshalb allen Grund, die Prozesskosten anders zu verlegen, als sie bei einer Abschreibung nach Einreichung der Klageantwort zu verteilen gewesen wären. Die Kosten, die nach diesem Zeitpunkt entstanden sind (neben den erwähnten Beweismassnahmen war insbesondere auch noch eine Hauptverhandlung durchzuführen), waren unnötig und sind nicht von der beklagten Seite, sondern vollumfänglich vom Kläger veranlasst worden. Der vom Gerichtspräsidenten gewählte Verteiler (drei Viertel Kläger, ein Viertel Beklagte, halbe Parteientschädigung zu Gunsten der Beklagtschaft) trägt diesem Umstand Rechnung und ist unter den gegebenen Verhältnissen angemessen. * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 1. April 1996

Keywords

cost allocationunnecessary prolixitypartial successlitigation costsevidence proceedings

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether procedural costs could be allocated contrary to the outcome because the plaintiff caused unnecessary prolixity.

Extracted holding

Yes. Costs caused after the defendants had acknowledged two-thirds of the claim were unnecessarily generated by the plaintiff's insistence on proving the remaining third.

Extracted reasoning

Under § 101(2)(a) ZPO, the normal proportional allocation may be departed from if costs were increased by unnecessary prolixity. The plaintiff could have withdrawn the unrecognized one-third after the answer and achieved the same practical result without further evidence; instead, he pursued proof and thereby caused the later evidence and hearing costs.

Key legal question

Whether the first-instance allocation of three-quarters of costs to the plaintiff and one-quarter to the defendants, plus half party compensation to the defendants, should be altered on appeal.

Extracted holding

No. The allocation was appropriate in the circumstances and reflected that the post-answer costs were caused entirely by the plaintiff.

Extracted reasoning

Since the later proceedings were unnecessary and entirely attributable to the plaintiff, the first-instance court had good reason to deviate from the ordinary proportional rule. The chosen distribution was considered fair and reasonable.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.