Appeal admissible against deportation warning

ZZ.1977.30Other CourtDec 22, 1977Granted

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Omnilex summary

M. S. challenged a warning issued by the Police Department that he would be expelled from Switzerland. The Administrative Court held that such a warning is itself an appealable decision because it contains a finding that expulsion would be justified and must, under Art. 16(3) ANAV, be issued as a decision. Although appeals in residence and settlement matters are generally excluded, the court found that a warning of expulsion is functionally equivalent to an expulsion decision and therefore falls within its appellate jurisdiction. The court accordingly entered into the appeal.

Omnilex headnote

Art. 16 Abs. 3 ANAV; § 50 lit. c GO; Anfechtbarkeit der Ausweisungsandrohung. Die Androhung der Ausweisung ist als Verfügung zu qualifizieren, da sie die Feststellung enthält, die Voraussetzungen der Ausweisung seien erfüllt, und dadurch die Rechtsstellung des Betroffenen berührt. Der in Art. 16 Abs. 3 ANAV ausdrücklich vorgesehene Erlass „als Verfügung“ bestätigt ihre Selbstständigkeit als anfechtbarer Hoheitsakt. Trotz des Ausschlusses von Beschwerden in Aufenthalts- und Niederlassungssachen ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zulässig, weil die Ausweisungsandrohung inhaltlich der Ausweisungsverfügung gleichkommt und der gerichtlichen Überprüfung bedarf (vgl. Erwägungen zur systematischen und teleologischen Auslegung).

Full text

Geschäftsnummer:** ZZ.1977.30**
Instanz:Verwaltungsgericht
Entscheiddatum:23.12.1977
FindInfo-Nummer:O_VW.2015.395
Titel:** Ausweisung aus der Schweiz**
Resümee:** Art. 16 Abs. 3 ANAV; § 66 VRG; § 50 lit. c GO. Gegen die Androhung der Ausweisung kann beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden.**
SOG 1977 Nr. 30 ** Art. 16 Abs. 3 ANAV; § 66 VRG; § 50 lit. c GO.*Gegen die Androhung der Ausweisung kann beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden. Das Polizeidepartement hat M. S. mit Schreiben vom i4. November 1977 die Ausweisung aus der Schweiz angedroht. Die beim Verwaltungsgericht erhobene Beschwerde des M. S. richtet sich gegen diese Androhung. Es fragt sich, ob überhaupt eine beschwerdefähige Verfügung oder ein beschwerdefähiger Entscheid im Sinne von § 20 VRG vorliegt. Verfügungen und Entscheide sind gemäss Gesetz Anordnungen von Behörden im Einzelfall, die sich auf öffentliches Recht des Kantons oder des Bundes stützen und unter anderem auch die Feststellung des Bestehens, Nichtbestehens oder Umfangs von Rechten oder Pflichten enthalten können. Auch die blosse Androhung einer Massnahme kann demnach eine Verfügung darstellen (und damit anfechtbar sein), sofern darin die Feststellung getroffen wird, die Voraussetzungen der angedrohten Massnahmen seien erfüllt (Imboden/Rhinow, Nr. 35, S. 219, lit. h).Die Androhung der Ausweisung nach Art. 16 Abs. 3 ANAV beruht auf der Feststellung, dass die Ausweisung an sich gerechtfertigt wäre und greift in die Rechtsstellung des Ausländers ein, indem sie ihn darauf hinweist, dass er die Ausweisung gewärtigen muss, falls er sich nicht so verhält, wie es von ihm erwartet wird (vgl. BGE 96 I 270).Im übrigen sagt Art. 16 Abs. 3, letzter Satz, ausdrücklich, dass die Androhung "als Verfügung" zu erlassen sei. Nach allem kann kein Zweifel mehr bestehen, dass die Androhung vom 14.11.1977 als beschwerdefähige Verfügung zu qualifizieren ist. Damit ist aber noch nichts darüber ausgesagt, welche Instanz zur Behandlung der Beschwerde zuständig ist. Gemäss § 50 Abs. 2 lit. c GO ist die Beschwerde ans Verwaltungsgericht nicht zulässig in Aufenthalts- und Niederlassungssachen. Geht es jedoch um die Ausweisung eines Ausländers, so ist das Verwaltungsgericht Beschwerdeinstanz. Es fragt sich nun, inwieweit die Androhung der Ausweisung einer Ausweisungsverfügung gleichgestellt werden kann. Es wurde bereits festgehalten, dass eine Verfügung, mit der die Ausweisung angedroht wird, die Feststellung enthält, dass die Voraussetzungen für die Ausweisung erfüllt sind. Demnach geht es bei ihr um die gleiche Frage wie bei der Ausweisung selber, und es ergibt sich aus dem Sinn des Gesetzes, dass auch die Androhung einer Ausweisung durch das Verwaltungsgericht überprüft werden kann. Derartige Verfügungen können daher gemäss § 50 Abs. 2 lit. c GO beim Verwaltungsgericht angefochten werden. Auf die Beschwerde ist dementsprechend einzutreten. * Verwaltungsgericht, Urteil vom 23. Dezember 1977

Keywords

expulsionappealabilityadministrative decisionjurisdictionforeigners law

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Key legal question

Whether a deportation warning qualifies as an appealable administrative decision

Extracted holding

Yes. A warning of expulsion is a decision because it formally determines that the conditions for expulsion are met and affects the foreigner's legal position.

Extracted reasoning

Under Art. 16(3) ANAV, the warning must expressly be issued as a decision. The warning contains a finding that expulsion would be justified and therefore has the character of a reviewable administrative act.

Key legal question

Whether the Administrative Court has jurisdiction over an appeal against a deportation warning

Extracted holding

Yes. Although appeals concerning residence and settlement are generally excluded, a warning of expulsion is to be treated like an expulsion decision and may be reviewed by the Administrative Court.

Extracted reasoning

The warning concerns the same substantive question as an actual expulsion, namely whether expulsion conditions are fulfilled. Interpreting the statute purposively, such warnings must also be subject to judicial review before the Administrative Court.

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