Municipality lacks competence to protect railway depot under EBG

VWBES.2011.380Other CourtJan 21, 2013Dismissed

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Omnilex summary

Orange Communications sought to build a mobile antenna on a tram depot. After earlier planning refusals, the municipality later declared the depot under municipal protection to stop the project. The cantonal government annulled that protection order, and the municipality appealed. The Administrative Court held that the depot was a railway installation governed by federal railway law, so the municipality lacked competence to impose protective measures that would interfere with the installation or indirectly block the antenna. The appeal was dismissed.

Omnilex headnote

Art. 18 EBG, Art. 18m EBG; municipal protection measures on railway sites: a railway installation remains governed by federal railway law, and cantonal or communal planning or protection rules are effective only to the extent they concern auxiliary installations. They may not regulate, restrict, or indirectly obstruct railway installations, their maintenance, alterations, or technical operation. A municipality is therefore not competent to place a tram depot under protection in order to prevent a mobile-antenna project; such an order is ultra vires and ineffective against the railway installation (consid. 4).

Full text

Geschäftsnummer:** VWBES.2011.380**
Instanz:Verwaltungsgericht
Entscheiddatum:22.01.2013
FindInfo-Nummer:O_VW.2013.72
Titel:** Unterschutzstellung Tramdepot**
Resümee:** Art. 18 EBG. Eine Einwohnergemeinde ist nicht zuständig, ein Tramdepot unter Schutz zu stellen, das dem Eisenbahngesetz untersteht – um im Ergebnis den Bau einer Mobilfunkantenne zu verhindern.**
SOG 2013 Nr. 23 ** Art.18 EBG.** Eine Einwohnergemeinde ist nicht zuständig, ein Tramdepot unter Schutz zu stellen, das dem Eisenbahngesetz untersteht – um im Ergebnis den Bau einer Mobilfunkantenne zu verhindern. * Sachverhalt:* Die Orange Communications SA hat seit 2008 ein Baugesuch für eine Mobilfunkantennenanlage auf dem Tramdepot anhängig, welches von der örtlichen Baukommission allein aus Gründen des Ortsbildschutzes abgelehnt worden ist. Dieser Entscheid wurde vom Bau- und Justizdepartement aufgehoben. Das Verwaltungsgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde ab. Der Einwohnergemeinderat R. stellte das Tramdepot gestützt auf ein Gutachten im März 2011 definitiv unter kommunalen Schutz. Die Orange Communications AG erhob gegen diese Schutzverfügung Beschwerde an den Regierungsrat. Der Regierungsrat hiess die Beschwerde gut. Die Gemeinde erhob Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Verwaltungsgericht weist die Beschwerde ab. * Aus den Erwägungen:* 4. Nach Art. 18 Abs. 4 EBG (Eisenbahngesetz, SR 742.101) sind bei Eisenbahnanlagen kantonale Bewilligungen und Pläne nicht erforderlich. Das kantonale Recht ist zu berücksichtigen, soweit es das Eisenbahnunternehmen in der Erfüllung seiner Aufgaben nicht unverhältnismässig einschränkt. Die Erstellung und Änderung von Bauten und Anlagen, die nicht ganz oder überwiegend dem Eisenbahnbetrieb dienen (Nebenanlagen), unterstehen nach Art. 18m Abs. 1 EBG hingegen dem kantonalen Recht. Vorsorgliche überlagernde kantonale bzw. kommunale Nutzungsplanungen von Bahnarealen sind zwar zulässig. Sie entfalten aber nur soweit rechtsverbindliche Wirkung, als Nebenanlagen in Frage stehen. Gegenüber Eisenbahnanlagen sind sie rechtlich unwirksam (vgl. z.B. Gutachten Pierre Tschannen und Fabian Mösching: Bauen auf Bahnarealen, in: Raum und Umwelt Nr. 6/2009, Ziff. 5.2, S. 18 f.) Das Tramdepot ist eine Bahnanlage (Roland Sarbach: Eisenbahnanlagen und Nebenanlagen, Editions Weblaw, Bern 2010, S. 35). Das Bundesrecht gestattet – entgegen der angefochtenen Verfügung – bahnfremde Zwecke von Bauten. Bei blossen Änderungen, aber auch beim Unterhalt und bei Reparaturen von Bahnanlagen kommt der Gemeinde zum Vorneherein keinerlei Kompetenz zu. Schliesslich steht es der Gemeinde nicht zu, die Bahntechnik oder deren Notwendigkeit zu definieren. Die Anordnung der Gemeinde in der angefochtenen Schutzverfügung, dass der «störende Anbau aus dem Jahre 1969» zu einem fernen Zeitpunkt zu entfernen sei, fällt nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde und widerspricht ausserdem offensichtlich der Bestandesgarantie. Schliesslich ist die Denkmalpflege eine kantonale Behörde ohne Funktionen auf kommunaler Ebene; sie ist entgegen der Verfügung der Beschwerdeführerin unzuständige Behörde, welche sich keine ihr nicht zukommenden Befugnisse anmasst und welcher durch eine Gemeinde auch keine Aufgaben zugeschrieben werden können. (…) * Verwaltungsgericht, Urteil vom 22. Januar 2013 (VWBES.2011.380)*

Keywords

railway installationmunicipal competenceheritage protectionzoning overlapauxiliary installationmobile antenna

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Key legal question

Whether the municipality was competent to place a tram depot subject to the Railway Act under protection.

Extracted holding

No. For a railway installation, municipal protection measures cannot regulate matters reserved to federal railway law; they are ineffective against the railway installation itself.

Extracted reasoning

Under Art. 18 EBG, railway installations are not subject to cantonal permits or plans unless federal law allows consideration of cantonal rules. Overlapping local planning may bind only where auxiliary installations are concerned, not the railway installation as such. A tram depot is a railway installation.

Key legal question

Whether the protection order could be used to prevent construction of a mobile antenna on the depot site.

Extracted holding

No. The municipality could not use protection of the depot as an indirect means to block the antenna project.

Extracted reasoning

The challenged order exceeded municipal competence because it regulated railway technology, maintenance and alterations, and imposed a removal duty for an annex. Such matters are not for the municipality to define.

Key legal question

Whether the municipality could order removal of the 1969 annex and rely on municipal heritage protection bodies.

Extracted holding

No. The removal order was ultra vires, and cantonal heritage authorities cannot be treated as municipal bodies for this purpose.

Extracted reasoning

The order to remove the allegedly disturbing annex at a future date was beyond municipal competence and also conflicted with the protection of existing lawful structures; heritage preservation is a cantonal function.

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