Priority of child support over spousal maintenance

FO.2012.44Other CourtFeb 4, 2013Not Examined

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Omnilex summary

The court addresses the ranking of maintenance claims between a divorced wife and minor children. Referring to Federal Supreme Court case law and doctrine, it states that the obligor's own minimum must be respected, but any surplus is to be allocated first to child maintenance. If the surplus is insufficient, the deficit is to be distributed among all children. The excerpt concludes that the father must use his surplus primarily for child support.

Omnilex headnote

Child maintenance and post-marital maintenance: the obligor's own subsistence minimum must be preserved, but any surplus is to be allocated first to the maintenance of minor children; only thereafter may remaining means be used for spousal maintenance. In deficit situations, the shortfall is to be borne by all entitled children in a manner ensuring equal treatment (cf. consid. 3).

Full text

Aus den Erwägungen:

Die Rangfolge zwischen dem Unterhalt für die geschiedene Ehefrau und den unmündigen Kindern ist nicht klar definiert. Das Bundesgericht erwog, der Unterhalt unmündiger Kinder stehe im selben Rang wie der nacheheliche Unterhalt oder geniesse sogar Vorrang (BGE 128 III 411, 415). Die Lehre nimmt häufig den Vorrang des Unmündigenunterhalts an (Spycher/Hausheer, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Auflage, N 8.28 ff. mit weiteren Hinweisen; FamKomm Scheidung/Vetterli, Art. 176 ZGB, N 36; FamKomm Scheidung/Schwenzer, Art. 125 ZGB, N 27). Auch im Kanton St. Gallen entspricht es konstanter Rechtsprechung, dass vorab der Kinderunterhalt zu decken ist, da Kinder besonders schutzbedürftig sind (vgl. z. B. unveröffentlicher KGer SG, 7. Januar 2010, RF.2009.111). In einem neueren Entscheid (BGE 137 III 59) führt das Bundesgericht sinngemäss Folgendes aus: Das eigene Existenzminimum des Unterhaltspflichtigen ist bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge in jedem Fall zu respektieren. Dieser kann allerdings nur für seine eigene Person die Sicherung der Existenz beanspruchen und nicht für sämtliche Familienmitglieder, die mit ihm zusammenleben. Nur so lässt sich die Gleichbehandlung der unterhaltsberechtigten Kinder in Mankofällen gewährleisten. Demnach sind zur Ermittlung der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Rentenschuldners alle kinderbezogenen Positionen der im gleichen Haushalt wohnenden Kinder auszuscheiden und Unterhaltsbeiträge, die der Unterhaltsschuldner seinen in einem anderen Haushalt lebenden Kindern bezahlt, nicht mit einzubeziehen. Ausser Acht bleiben auch diejenigen Positionen, die ausschliesslich den (zweiten) Ehegatten bzw. Lebenspartner des Rentenschuldners betreffen. Soweit das Einkommen des Unterhaltsschuldners sein eigenes Existenzminimum übersteigt, ist dieser Überschuss zunächst unter alle unterhaltsberechtigten Kinder (nach Massgabe ihrer jeweiligen Bedürfnisse und der Leistungsfähigkeit des anderen Elternteils) zu verteilen. Reicht der allfällige Überschuss des unterhaltspflichtigen Elternteils nicht aus, um die Bedürfnisse all seiner Kinder zu decken, so ist das Manko auf alle Kinder und somit auf alle betroffenen Familien zu verteilen.

Diesen Erwägungen kann wohl entnommen werden, dass sich das Bundesgericht einem Vorrang des Kinderunterhalts nicht (länger) verschliesst. Der Vater hat somit seinen Überschuss vorab für den Kinderunterhalt zu verwenden.

Keywords

child maintenancespousal maintenanceprioritysubsistence minimumsurplusdeficit allocation

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Key legal question

What is the order of priority between maintenance for a divorced spouse and maintenance for minor children?

Extracted holding

The court indicates that minor child support is to be satisfied first from the obligor's surplus, even if the exact hierarchy is not fully settled.

Extracted reasoning

It refers to Federal Supreme Court case law and doctrine favoring either equal rank or priority for minor children, and relies on the principle that the obligor's own minimum must be preserved while child maintenance claims are distributed first among all entitled children to ensure equal treatment in cases of deficit.

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