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S 92 36 ΓÇó Unemployment benefit suspension for insufficient job search overturned
S 92 36Other CourtApr 8, 1992Granted
The administrative court upheld the insured person’s complaint against a 3-day suspension of unemployment benefits. It held that, after an unsuccessful training attempt, her targeted and qualified applications were sufficient overall. The court emphasized that job-search efforts must be assessed by quantity and quality, but that the standard is less strict before formal benefit entitlement begins. The sanction imposed by the unemployment fund was therefore not justified.
Art. 17 Abs. 1 AVIG; Art. 20 AVIV; suspension of unemployment benefits for insufficient job search; assessment of personal efforts to find work. The duty to avoid or shorten unemployment requires reasonable and documented efforts, evaluated not only by number but also by quality of applications. During the period preceding benefit entitlement, the insured person is not subject to the same strict standard as during receipt of benefits; in that phase, greater weight may be given to a still ongoing vocational reorientation and to personal preferences, provided the search efforts remain objectively adequate. A suspension is unlawful where the overall conduct, viewed in context, sufficiently demonstrates serious efforts to obtain suitable employment.
Das Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde gut.
Aus den Erwägungen:
a) Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss der Versicherte, unterstützt durch das Arbeitsamt, alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist es seine Sache, Arbeit zu suchen, wenn nötig auch ausserhalb seines bisherigen Berufes. Er muss seine Bemühungen nachweisen können. Bei der Beurteilung der Frage, ob sich ein Versicherter genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität seiner Bewerbungen von Bedeutung (BGE 112 V 217 Erw. 1b). In quantitativer Hinsicht verlangen viele Kassen je Kontrollperiode (= Kalendermonat) mindestens 10-12 geeignete Arbeitsbemühungen: bei sehr qualifizierten Bewerbungen begnügen sie sich auch mit etwas weniger (vgl. Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, zu Art. 17, S. 250, Ziff. 15).
b) Die Pflicht eines Arbeitslosen oder von der Arbeitslosigkeit bedrohten Versicherten, sich um Arbeit zu bemühen (Art. 20 AVIV), erstreckt sich sodann auch bei gelernten Berufsleuten, nötigenfalls nicht nur auf den angestammten Beruf, sondern auf jegliche zumutbare Arbeit (vgl. etwa ARV 1981 Nr. 43, 1980 Nr. 29, 1979 Nr. 4 und 9, 1978 Nr. 7, 1977 Nr. 21). Wie in den übrigen Zweigen der Sozialversicherung hat er auch bei der Arbeitslosenversicherung sein Möglichstes zur Schadenminderung von sich aus, d.h. ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes vorzukehren (EVG-Urteil F. vom 4.8.1980). Nach der Rechtsprechung verlangt die Pflicht zu persönlichen Bemühungen vom Versicherten, dass er die Arbeitslosigkeit durch eigene Anstrengungen zu überwinden versucht (ARV 1981 Nr. 29 S. 127 Erw. 2a, 1980 Nr. 45 S. 112 Erw. 2). Die Versicherten dürfen sich selbst während der Kündigungsfrist (ARV 1982 Nr. 4) nicht damit begnügen, sich beim öffentlichen Arbeitsnachweis, bei Stellenvermittlungsbüros und dgl. zu melden (ARV 1979 Nr. 28; Urteil P. vom 9.4.1987; Gerhards, a.a.O., S. 249 ff.).