Guardianship authority had to hear proposal, not present candidate list

RRE Nr. 1659Other CourtJun 15, 1992Dismissed

Summary

The appellant challenged the guardianship decision of the municipal council, seeking first to have the guardianship abolished and alternatively to be shown possible persons for the office of guardian. The court held that the request to abolish the guardianship could not be entertained because first-instance jurisdiction lay with the municipal council as guardianship authority, not the government council. It further held that the guardianship authority had satisfied its duty to inquire about a trusted guardian by asking the appellant during the hearing; since he named no one, it was entitled to appoint a suitable person without presenting a list of candidates.

Regest

§ 43 Abs. 1 EG ZGB; Art. 381 ZGB; guardianship jurisdiction and duty to inquire about a trusted guardian. A request to abolish guardianship must be brought before the competent first-instance guardianship authority; an appeal authority lacking original competence cannot enter into such a request. Under Art. 381 ZGB, the authority must inquire whether the person concerned proposes a trusted guardian; this duty is satisfied by a proper inquiry, and it is not required to submit a list of possible candidates for selection. In the absence of a proposal, the authority may appoint a person it deems suitable, provided no important reasons oppose the appointment (consid. 1-2).

Full text

    • Der Entscheid des Gemeinderates X beinhaltet im wesentlichen die Übernahme der Vormundschaft nach X und die Einsetzung von A als Vormund.

Der Hauptantrag des Beschwerdeführers richtet sich nicht gegen diesen Entscheid, sondern stellt ein Gesuch um Aufhebung der Vormundschaft dar. Dazu ist erstinstanzlich der Gemeinderat als Vormundsehaftsbehörde, nicht der Regierungsrat zuständig (§ 43 Abs. 1 EG ZGB). Mangels Zuständigkeit der angerufenen Behörde kann auf diesen Antrag nicht eingetreten werden.

    • Im Eventualantrag verlangt der Beschwerdeführer, ihm seien mögliche Personen vorzustellen, die das Amt des Vormundes ausüben würden.

Hat die zu bevormundende Person oder deren Vater oder Mutter jemanden als den Vormund ihres Vertrauens bezeichnet, soll dieser Bezeichnung, wenn nicht wichtige Gründe dagegen sprechen, Folge geleistet werden (Art. 381 ZGB). Aus diesem Vorschlagsrecht leiten Rechtsprechung und herrschende Lehre die Pflicht der Vormundschaftsbehörde ab, den Vorschlag einzuholen (vgl. Schnyder/Murer, Berner Kommentar, N 83 zu Art. 380/381 ZGB). Dieser Pflicht ist der Gemeinderat in genügender Weise nachgekommen, indem er den Beschwerdeführer im Rahmen der Parteieinvernahme vor dem Entscheid nach einem bestimmten Vorschlag gefragt hatte. Wie sich aus der Beweisauskunft ergibt, hat der Beschwerdeführer erwidert, er kenne niemanden. Er habe sich der Einsetzung des Amtsvormundes gegenüber nicht abgeneigt gezeigt. Mangels Vorschlag des Beschwerdeführers durfte der Gemeinderat eine in seinen Augen taugliche Person einsetzen. Keineswegs war er verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Liste möglicher Anwärterinnen und Anwärter für dieses Amt zu präsentieren und ihn auswählen zu lassen.

Keywords

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