Invalidity pension reduced without adequate medical findings

c-7383-2008Federal Administrative Court / Division 3May 19, 2009Granted

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Omnilex summary

The Federal Administrative Court allowed the appeal against the foreign disability insurance office's decision reducing a full disability pension to a half pension. It held that the factual basis was incomplete because the Thai medical records were insufficient and a comprehensive multidisciplinary examination in Switzerland was required. The challenged decision was annulled and the matter remitted for reassessment after further medical evidence. No court costs were charged and no party compensation was awarded.

Omnilex headnote

Art. 49 lit. b VwVG; Art. 61 Abs. 1 VwVG: If the decisive medical facts are insufficiently established, the appellate authority must allow the appeal, set aside the administrative decision and remit the matter for completion of evidence and a new ruling. Foreign medical records may be inadequate where a reliable assessment of the current health condition requires a comprehensive multidisciplinary expert examination. Under Art. 63 VwVG and Art. 64 VwVG in conjunction with Art. 7 VGKE, costs and party compensation depend on the statutory conditions; an unrepresented prevailing party without necessary expenses is not entitled to compensation.

Full text

BVGer C-7383/2008

Entscheiddatum: 19.05.2009Publikationsdatum: 05.06.2009

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung III

C-7383/2008/shl

{T 0/2}

Urteil vom 19. Mai 2009

Besetzung

Richter Michael Peterli (Vorsitz),

Richterin Franziska Schneider,

Richter Vito Valenti,

Gerichtsschreiberin Lucie Schafroth.

Parteien

A._______, Thailand,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,

Vorinstanz.

Gegenstand

Invalidenrente.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle) mit Verfügung vom 14. Oktober 2008 die A._______ bis dahin gewährte ganze Invalidenrente per Dezember 2008 durch eine halbe Rente ersetzt hat,

dass A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch seine Schwester B._______, gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 15. November 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben und sinngemäss die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks Einholung eines ergänzenden medizinischen Gutachtens beantragt hat,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist,

dass die IV-Stelle eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht wurde (Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und somit darauf einzutreten ist,

dass Dr. med. C._______ in seinem Bericht vom 12. April 2009 zu Handen der IV-Stelle die Durchführung einer umfassenden fachärztlichen (psychiatrischen, reumatologisch-neurologischen und internistischen) Begutachtung in der Schweiz empfohlen hat, da die der angefochtenen Verfügung zu Grunde liegenden medizinischen Unterlagen aus Thailand für eine zuverlässige Beurteilung ungenügend seien,

dass die IV-Stelle mit Vernehmlassung vom 24. April 2009 beantragt hat, die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache im Sinne des IV-ärztlichen Berichts an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass sich in Übereinstimmung mit dem Bericht von Dr. med. C._______, sowie der Vernehmlassung der IV-Stelle, die Durchführung einer umfassenden fachärztlichen Begutachtung zur Überprüfung des aktuellen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers als notwendig erweist,

dass damit feststeht, dass die angefochtene Verfügung vom 14. Oktober 2008 auf einem mangelhaft ermittelten Sachverhalt beruht,

dass Art. 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt,

dass die Beschwerde demnach gutzuheissen und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG), verbunden mit der Anweisung, die erforderliche fachärztliche Begutachtung durchführen zu lassen und anschliessend in der Sache neu zu verfügen,

dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass dem obsiegenden Beschwerdeführer, welcher sich nicht anwaltlich vertreten liess und dem auch sonst keine notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht somit keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 14. Oktober 2008 aufgehoben.

Die Sache wird mit der Weisung an die Vorinstanz zurückgewiesen, die erforderliche fachärztliche Begutachtung im Sinne der Erwägungen durchführen zu lassen und anschliessend in der Sache neu zu verfügen.

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Dieses Urteil geht an:

den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Doppel Vernehmlassung vom 24. April 2009 samt Bericht von Dr. med. C._______ vom 12. April 2009 in Kopie [act. 77])

die Vorinstanz

das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Lucie Schafroth

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

Keywords

disability insurancemedical evidenceremandpension reductioncourt costsparty compensation

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the reduction of the disability pension was based on an adequately established medical record.

Extracted holding

The medical record was insufficient; a comprehensive expert examination was necessary before a new decision could be made.

Extracted reasoning

The Thai medical documents were inadequate for a reliable assessment, and both the medical report and the respondent supported a new multi-disciplinary examination in Switzerland.

Key legal question

Whether the challenged decision should be set aside and the case remitted to the administration.

Extracted holding

Yes. The decision had to be annulled and the case sent back for fresh determination after further expert evidence.

Extracted reasoning

An incomplete determination of the relevant facts constitutes a ground for appeal under Art. 49 lit. b VwVG; under Art. 61 Abs. 1 VwVG remittal was appropriate.

Key legal question

Whether procedural costs or party compensation were due.

Extracted holding

No procedural costs were charged and no party compensation was awarded because the appellant was unrepresented and had no necessary, proportionate expenses.

Extracted reasoning

Costs were waived under Art. 63 VwVG, and the conditions for compensation under Art. 64 VwVG and Art. 7 VGKE were not met.

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