Appeal against IV preliminary notice dismissed as inadmissible

c-4804-2014Federal Administrative Court / Division 3Aug 29, 2014Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Administrative Court held that the appellant had attacked only an IVSTA preliminary notice concerning disability insurance, not an appealable decision. Because objections had first to be filed with the IVSTA, the court lacked jurisdiction and did not enter into the appeal. It transferred the file to the IVSTA for treatment as an objection procedure. No court costs were charged and no party compensation was granted.

Omnilex headnote

Art. 57a IVG, Art. 73ter IVV, Art. 74 IVV, Art. 23 Abs. 1 lit. b VGG, Art. 58 Abs. 3 ATSG; preliminary notice in invalidity insurance is not an appealable decision but an objectionable preparatory act. The insured person must first raise objections before the IV office within 30 days. If a complaint is directed directly against the preliminary notice, the appellate court lacks jurisdiction and will not enter into the matter; the file is to be transmitted to the competent office. Costs may be waived where equity so requires (Art. 6 lit. b VGKE).

Full text

BVGer C-4804/2014

Entscheiddatum: 29.08.2014Publikationsdatum: 07.10.2014

BundesverwaltungsgerichtTribunal administratif fédéralTribunale amministrativo federaleTribunal administrativ federal Abteilung IIIC-4804/2014

Urteil vom 29. August 2014 Besetzung Einzelrichter Vito Valenti,Gerichtsschreiber Yannick Antoniazza-Hafner Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung (Beschwerde gegen einen Vorbescheid vom 12. August 2014).

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend IVSTA) mit Vorbescheid vom 12. August 2014 A._______ (nachfolgend Beschwerdeführer) darüber informierte, dass er keine Invalidität aufweise und sie deshalb das Leistungsbegehren abweisen werde; solle er mit diesem Vorbescheid nicht einverstanden sein, könne er innert 30 Tagen ab Datum des Erhalts dieses Schreibens schriftlich, unter Beifügung der Beweismittel, Einwand erheben,

dass der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 24. August 2014 an das Bundesverwaltungsgericht gelangte und "Einspruch" gegen den Vorbescheid der IVSTA erhob,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsge­richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) und Art. 33 Bst. d VGG zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen der IVSTA zuständig ist,

dass die Rechtsordnung die Durchführung eines Vorbescheidverfahrens in Angelegenheiten der Invalidenversicherung vorsieht,

dass somit gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vorbescheid mitteilt und die versicherte Person Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Artikel 42 ATSG hat,

dass laut Art. 73ter der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) die Parteien innerhalb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum Vorbescheid vorbringen können (Abs. 1), die versicherte Person ihre Einwände schriftlich oder mündlich bei der IV-Stelle vorbringen kann und bei mündlich vorgetragenen Einwänden die IV-Stelle ein summarisches von der versicherten Person zu unterzeichnendes Protokoll erstellt (Abs. 2),

dass weiter nach Art. 74 IVV die IV-Stelle über die Leistungsbegehren beschliesst, wenn die Abklärung der Verhältnisse abgeschlossen ist (Abs. 1) und die Begründung des Beschlusses sich mit den für den Beschluss relevanten Einwänden zum Vorbescheid der Parteien auseinanderzusetzen hat (Abs. 2),

dass vorliegend der vom Beschwerdeführer angefochtene Rechtsakt vom 12. August 2014 offensichtlich als Vorbescheid im Sinne der obgenannten Vorschriften und nicht als Verfügung im Sinne vom Art. 5 VVG, gegen welche Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht geführt werden kann, zu betrachten ist,

dass somit wie in der Rechtsmittelbelehrung des Vorbescheids richtig erwähnt allfällige Einwände gegen diesen Rechtsakt zuerst bei der Vorinstanz zu erheben sind,

dass demnach wegen Unzuständigkeit der angerufenen Be­schwerdeinstanz im einzelrichterlichen Verfahren auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32]),

dass somit die Akten zur Behandlung der Beschwerde an die IVSTA zu überweisen sind (vgl. Art. 58 Abs. 3 ATSG),

dass die Verfahrenskosten ganz oder teilweise erlassen werden können, wenn wie hier Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als unverhältnismässig erscheinen lassen, diese der Partei aufzuerlegen (Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass bei diesem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung aus­zurichten ist,

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Beschwerdeakten werden zur Behandlung an die Vorinstanz überwiesen.

  3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

  4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

  5. Dieses Urteil geht an:

  •    den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
    
  •    die Vorinstanz (Ref-Nr. ; Einschreiben; Beilagen: Rechtsschrift des Beschwerdeführers vom 24. August 2014 mit Beilage)
    
  •    das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben).  
    

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Vito Valenti Yannick Antoniazza-Hafner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

Versand:

Keywords

social insuranceinvalidity insurancepreliminary noticejurisdictioninadmissibilityobjection procedurecost waiverfile transfer

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the Federal Administrative Court could hear an appeal against the IVSTA preliminary notice

Extracted holding

The challenged act was a preliminary notice, not an appealable decision; objections had to be raised first before the IVSTA, so the court lacked jurisdiction.

Extracted reasoning

Under the applicable social insurance procedure, a preliminary notice triggers the right to object before the insurance office. Since the appellant attacked only the preliminary notice, the appeal was premature and the competent review body was the IVSTA.

Key legal question

Whether the appeal file should be transmitted to the IVSTA

Extracted holding

The case file had to be forwarded to the IVSTA for treatment of the objections as a first-instance objection procedure.

Extracted reasoning

Because the appeal was not admissible before the court, the matter had to be sent to the competent authority under the transfer rule.

Key legal question

Court costs and party compensation

Extracted holding

No procedural costs were levied and no party compensation was awarded.

Extracted reasoning

Given the outcome and the circumstances of the case, the court waived costs; without a successful party no compensation was due.

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