Opposition withdrawn; costs split after settlement

b-5986-2013Federal Administrative Court / Division 2Apr 2, 2014Partially Granted

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Omnilex summary

Yooji's AG appealed an IGE opposition decision in a trademark dispute after the parties settled and the respondent withdrew its opposition. The Federal Administrative Court found the merits dispute moot and annulled the IGE decision insofar as it had upheld the opposition and regulated costs and compensation. It refused to waive first-instance costs under Art. 33b(5) VwVG because the settlement came only after a fully reasoned decision. Instead, it split the first-instance costs equally, ordered the respondent to pay CHF 400 to the appellant, and imposed no costs or compensation for the appeal. The CHF 4,000 advance was to be refunded.

Omnilex headnote

Art. 33b Abs. 5 VwVG; costs in opposition proceedings after settlement and withdrawal of the opposition. The cost waiver mechanism serves to incentivize a settlement reached before a fully reasoned decision is rendered; it is not applicable where the parties settle only after the first-instance decision has already been issued. If the substantive dispute becomes moot on appeal because the opposition is withdrawn, the challenged decision is to that extent set aside ex officio. In allocating the costs of the first instance, the court may, in equity, divide them between the parties and eliminate an earlier party-cost award. Moot appellate proceedings may be closed without court costs or party compensation.

Full text

BVGer B-5986/2013

Entscheiddatum: 02.04.2014Publikationsdatum: 17.06.2014

BundesverwaltungsgerichtTribunal administratif fédéralTribunale amministrativo federaleTribunal administrativ federal Abteilung IIB-5986/2013

Urteil vom 2. April 2014 Besetzung Richterin Vera Marantelli (Vorsitz),Richter Pascal Richard,Richter Francesco Brentani, Gerichtsschreiber Lukas Abegg. Parteien Yooji's AG, Pilatusstrasse 22, 6052 Hergiswil NW, vertreten durch Rechtsanwalt Chasper Kamer LL.M., Ruoss Vögele Partner, Kreuzstrasse 54, 8032 Zürich,Beschwerdeführerin, gegen Eckes-Granini Group GmbH, Ludwig-Eckes-Platz 1, Postfach 1150, DE-55268 Nieder-Olm,vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Beatrice Klingler,E. Blum & Co. AG, Vorderberg 11, 8044 Zürich,Beschwerdegegnerin, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern,Vorinstanz. Gegenstand Widerspruchsverfahren Nr. 12735, IR 1'006'185 YO / CH 633'671 Yootea pure & organic (fig.).

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdegegnerin am 29. November 2012 gestützt auf ihre Internationale Registrierung Nr. 1 006 185 YO Widerspruch gegen die Eintragung der Schweizer Marke Nr. 633 671 yootea pure & organic (fig.) der Beschwerdeführerin eingereicht hat,

dass die Vorinstanz den Widerspruch in ihrem Entscheid vom 18. September 2013 gutgeheissen hat,

dass die Widerspruchsgebühr von Fr. 800.- gemäss Ziffer 3 des genannten Entscheides vom 18. September 2013 der Vorinstanz verblieb,

dass die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin gemäss Ziffer 4 des angefochtenen Entscheides vom 18. September 2013 eine Parteientschädigung von Fr. 1'800.- (inkl. Widerspruchsgebühr) zu entrichten hat,

dass die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 21. Oktober 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben hat und beantragt, es sei der Entscheid der Vorinstanz vom 18. September 2013 unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin aufzuheben, eventualiter an die Vorinstanz im Sinne der Erwägungen des Bundesverwaltungsgerichts zurückzuweisen,

dass die Beschwerdeführerin den einverlangten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.- fristgerecht bezahlt hat,

dass die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 7. Januar 2014 dem Bundesverwaltungsgericht mitteilte, dass sich die Parteien in der Zwischenzeit in der Sache geeinigt hätten und die Beschwerdegegnerin aufgrund des zwischen den Parteien geschlossenen Vergleichs ihren Widerspruch vom 29. November 2012 zurückziehen würde sowie dass gemäss Vereinbarung der Parteien jede Partei ihre eigenen Vertreterkosten und die bei ihr entstandenen Verfahrenskosten trage,

dass die Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben vom 7. Januar 2014 zudem beantragt, es sei von der Erhebung von Verfahrenskosten sowohl im Widerspruchsverfahren als auch im Beschwerdeverfahren gestützt auf Art. 33b Abs. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) abzusehen,

dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 10. Januar 2014 ebenfalls den Antrag stellt, für das Widerspruchsverfahren und das Beschwerdeverfahren gestützt auf Art. 33b Abs. 5 VwVG keine Kosten zu erheben,

dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 10. Januar 2014 bestätigt, dass die Parteien gegenseitig auf Parteienentschädigungen verzichten,

dass die insbesondere zur Frage einer allfälligen Wiedererwägung ihrer Verfügung zur Stellungnahme aufgeforderte Vorinstanz sich mit Schreiben vom 24. Februar 2014 mit Hinweis auf den Devolutiveffekt gegen eine solche und dafür aussprach, den angefochtenen Entscheid aufzuheben, das Beschwerdeverfahren zufolge Rückzug des Widerrufs abzuschreiben und im Abschreibungsentscheid sowohl über die erstinstanzlichen als auch über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu entscheiden,

und zieht in Erwägung,

dass die Beschwerde insoweit gegenstandslos geworden ist, als der einzige von der Vorinstanz materiell beurteilte Streitgegenstand, der vom Beschwerdegegner anhängig gemachte Widerspruch, durch Rückzug desselben nachträglich dahingefallen und der angefochtene Entscheid daher soweit diesen betreffend von Amtes wegen aufzuheben ist (Art. 31 und Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 44, Art. 48 Abs. 1, Art. 54 und Art. 61 Abs. 1 VwVG),

dass eine Befreiung von Verfahrenskosten nach Art. 33b Abs. 5 VwVG als Anreiz zur Findung einer Einigung der Parteien und einer daraus folgenden Erledigung des Verfahrens dient (Thomas Pfisterer, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 42 zu Art. 33b) und folglich nicht auf Einigungen, welche erst nach Ausarbeitung und Eröffnung eines vollständig begründeten Entscheides anwendbar ist,

dass daher dem Antrag, für das vorinstanzliche Verfahren keine Kosten zu erheben, nicht stattgegeben werden kann,

dass es aufgrund der Einigung der Parteien und des damit einhergehenden Rückzugs des Widerspruchs jedoch gerechtfertigt ist, die vorinstanzlichen Kosten nicht allein der Beschwerdeführerin, sondern beiden Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen,

dass die Parteien auf jegliche gegenseitige Parteientschädigungen verzichten und die vorinstanzlich verlegte Parteientschädigung zugunsten der Beschwerdegegnerin nicht mehr opportun ist,

dass für das Beschwerdeverfahren keine Verfahrenskosten erhoben und keine Parteientschädigungen zugesprochen werden und der geleistete Kostenvorschuss der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten ist,

dass gegen dieses Urteil kein Beschwerde an das Bundesgericht offen steht (Art. 73 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110] und daher mit dessen Eröffnung rechtskräftig wird.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

  1. Die Beschwerde wird, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist, im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen.

  2. Die Ziffer 1, 2 und 4 des Entscheids des Instituts für Geistiges Eigentum vom 18. September 2013 werden aufgehoben.

  3. Die vorinstanzlichen Kosten werden der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin je zur Hälfte auferlegt. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin demnach für die vorgeleisteten vorinstanzlichen Kosten von Fr. 800.- eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 400.- zu entrichten.

  4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Verfahrenskosten erhoben und keine Parteientschädigungen verlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 4'000.- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.

  5. Dieses Urteil geht an:

  •    die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilagen: Rückerstattungsformular, Beschwerdebeilagen zurück)
    
  •    die Beschwerdegegnerin (Einschreiben)
    
  •    die Vorinstanz (Ref-Nr. 12735; Einschreiben; Beilage: Vorakten zurück)  
    

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Vera Marantelli Lukas Abegg

Versand: 3. April 2014

Keywords

trademark oppositionmootnesssettlementcost allocationparty compensationcost waiverwithdrawal of opposition

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal became moot after withdrawal of the opposition

Extracted holding

The appeal was partly moot because the sole substantive dispute, the opposition, had fallen away after withdrawal; the challenged decision was therefore to that extent set aside ex officio.

Extracted reasoning

Once the opposition was withdrawn following settlement, there remained no live merits dispute; the appellate court could only address the consequences of mootness and costs.

Key legal question

Whether no procedural costs should be charged in the first-instance opposition proceedings under Art. 33b(5) VwVG

Extracted holding

No. Art. 33b(5) VwVG is intended to incentivize settlement before a fully reasoned decision is issued and does not apply to settlements reached only after such a decision.

Extracted reasoning

The parties settled only after the IGE had already issued a fully reasoned decision, so the statutory basis for waiving costs was not met.

Key legal question

How the first-instance costs and party costs should be allocated after settlement and withdrawal

Extracted holding

The first-instance costs were divided equally between the parties; the opponent had to reimburse the appellant CHF 400 for the advance paid costs, and the earlier party-cost award in favor of the respondent was no longer appropriate.

Extracted reasoning

Given the settlement and withdrawal of the opposition, it was equitable to split the first-instance costs equally and to eliminate the prior party-cost allocation to the respondent.

Key legal question

Whether any costs or party compensation should be imposed for the appellate proceedings

Extracted holding

No appellate court costs or party compensation were awarded, and the appellant's CHF 4,000 advance was to be refunded.

Extracted reasoning

Because the appeal became partly moot due to the settlement and withdrawal, the appellate proceedings were closed without costs or compensation.

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