Withdrawal of extradition appeals; costs and reimbursement

RR.2014.288,RH.2014.21Federal Criminal Court / Appeals ChamberJan 9, 2015Withdrawn

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Omnilex summary

Germany requested extradition of A. for alleged offenses under the German Animal Welfare Act. The Federal Office of Justice granted extradition and later issued an extradition arrest warrant. A. appealed both decisions to the Federal Criminal Court. Before a merits ruling, she withdrew both appeals by letter of 31 December 2014. The Court joined the two proceedings, struck them off as concluded, ordered A. to pay court costs of CHF 1,300, and directed the court cashier to refund the remaining CHF 1,700 of the advance payment.

Omnilex headnote

VwVG Art. 63 Abs. 1, Abs. 5; StBOG Art. 37 Abs. 2 lit. a, Art. 39 Abs. 2 lit. b; BStKR; withdrawal of an appeal in extradition proceedings: where the appellant withdraws the complaint, the proceedings are discontinued without a merits ruling; the withdrawing party is treated as the losing party and normally bears the court costs, which are calculated according to the applicable fee regulation and set off against any cost advance. Multiple pending complaints may be joined if they concern closely related extradition measures (consid. 1-2).

Full text

Entscheid vom 9. Januar 2015 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Roy Garré und Cornelia Cova, Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Schilter, Beschwerdeführerin

gegen

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe- rung, Beschwerdegegner

Gegenstand Auslieferung an Deutschland

Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); Ausliefe- rungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG); Rückzug der Beschwerden

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m er: R R . 20 14. 28 8 und R H .2 01 4.2 1

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Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • das Bayerische Staatsministerium der Justiz die Schweiz mit Schreiben vom 19. März 2014 um Auslieferung der deutschen Staatsangehörigen A. ersuchte (RR.2014.288 act. 8.1);

  • die Auslieferung gestützt auf den Haftbefehl des Amtsgerichts Ebersberg vom 30. September 2013 in Verbindung mit dem Beschluss des Amtsge- richts Ebersberg vom 13. Oktober 2011 in einem Strafverfahren wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz verlangt wird (RR.2014.288 act. 8.2 und act. 8.6);

  • das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") mit Entscheid vom

  1. September 2014 die Auslieferung von A. an Deutschland für die dem Auslieferungsersuchen des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz vom
  2. März 2014 zugrunde liegenden Straftaten bewilligte (RR.2014.288 act. 8.16);
  • A. am 29. Oktober 2014 gegen den Auslieferungsentscheid Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhob (RR.2014.288 act. 1);

  • das BJ am 17. November 2014 einen Auslieferungshaftbefehl gegen A. er- liess, und diese am 2. Dezember 2014 an ihrem Wohnort in Z. (Schweiz) festgenommen wurde (RH.2014.21 act. 3.17 und act. 3.19);

  • gegen den Auslieferungshaftbefehl A. mit Eingabe vom 12. Dezember 2014 Beschwerde beim hiesigen Gericht erhob (RH.2014.21 act. 1);

  • A. mit Schreiben vom 31. Dezember 2014 die Beschwerden gegen den Auslieferungsentscheid vom 26. September 2014 und den Auslieferungs- haftbefehl vom 17. November 2014 zurückzieht (RR.2014.288 act. 12 und RH.2014.21 act. 4).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Beschwerdeverfahren RR.2014.288 und RH.2014.21 zu vereinigen sind;

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  • die Beschwerdeverfahren zufolge Rückzugs der Beschwerden als erledigt abzuschreiben sind;

  • der Beschwerdeführer, der seine Beschwerde zurückzieht, grundsätzlich als unterliegende Partei zu gelten und folglich gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs 2 lit. b und Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG die Gerichtskosten zu tragen hat (zuletzt Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2014.232 vom

  1. September 2014);
  • für die Berechnung der Gerichtsgebühren das Reglement vom 31. Au- gust 2010 des Bundesstrafgerichts über die Kosten, Gebühren und Ent- schädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur An- wendung gelangt (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 53 Abs. 2 lit. a StBOG) und die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 1'300.-- anzusetzen ist, unter An- rechnung des entsprechenden Betrags aus dem im Beschwerdeverfahren RR.2014.288 geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.--;

  • die Bundesstrafgerichtskasse anzuweisen ist, den Restbetrag von Fr. 1'700.-- der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

  1. Die Verfahren RR.2014.288 und RH.2014.21 werden vereinigt und zufolge Rückzugs der Beschwerden als erledigt abgeschrieben.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'300.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem entsprechenden Betrag aus dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- verrechnet. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, der Beschwerdeführerin Fr. 1'700.-- zurückzuerstatten.

Bellinzona, 9. Januar 2015

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Andreas Schilter
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). Zulässig sind ferner Beschwerden gegen Entscheide über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen

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bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl. Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG).

Keywords

extraditionwithdrawalcostsjoining proceedingsextradition arrest warrantcourt fee

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the two appeal proceedings should be joined and struck out after withdrawal of the appeals.

Extracted holding

The proceedings were joined and then discontinued because the appeals were withdrawn.

Extracted reasoning

Once the appellant withdrew both appeals, there was no longer any need for a merits decision; the pending proceedings were therefore to be filed as concluded.

Key legal question

How the court costs should be allocated after the withdrawal of the appeals.

Extracted holding

The appellant was ordered to bear court costs of CHF 1,300, set off against the advance payment.

Extracted reasoning

A party withdrawing its appeal is generally treated as the losing party and must bear the costs under the applicable procedural rules and cost regulation.

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