Revision request in extradition case dismissed as inadmissible

RR.2011.195Federal Criminal Court / Appeals ChamberAug 11, 2011Inadmissible

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Omnilex summary

A. sought revision of the II. Beschwerdekammer's earlier non-entry decision in an extradition matter concerning Italy, arguing that he had not known the appeal deadline and that his lawyer had failed to act. The court held that revision is only available on statutory grounds and that the filing did not allege any admissible ground under Arts. 121-123 BGG. It therefore did not enter into the revision request. Despite A. being the losing party in principle, the court waived any court fee.

Omnilex headnote

Art. 121-123 BGG i.V.m. Art. 40 and Art. 37 Abs. 2 StBOG; revision is admissible only if a statutory ground is invoked. Mere assertions of ignorance of the law, counsel's inaction, or other equitable considerations do not constitute a revision ground. Newly discovered facts or decisive evidence must have existed before the challenged decision; facts or evidence arising only thereafter are excluded. Absent a cognizable revision ground, the court must declare the request inadmissible; costs may exceptionally be waived under the relevant cost provisions.

Full text

Entscheid vom 11. August 2011 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Andreas J. Keller und David Glassey, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia

Parteien

A., Gesuchsteller

gegen

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS- LIEFERUNG, Gesuchsgegner

Gegenstand Auslieferung an Italien

Revisionsgesuch (Art. 121-129 BGG i.V.m. Art. 40 und Art. 37 Abs. 2 StBOG )

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2011.195

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Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • A. gegen den Auslieferungsentscheid des Bundesamtes für Justiz (nach- folgend „BJ“) vom 15. März 2011 bei der II. Beschwerdekammer des Bun- desstrafgerichts mit Eingabe vom 23. April 2011 (Poststempel 26. April
  1. Beschwerde erhoben hatte (RR.2011.100, act. 1); die II. Beschwer- dekammer mit Entscheid vom 12. Mai 2011 auf seine Beschwerde nicht eintrat, weil sie nicht innerhalb der 30-tägigen Beschwerdefrist erhoben worden war (RR.2011.100, act. 4);
  • A. mit Schreiben vom 8. August 2011, am Folgetag hierorts eingegangen, an die II. Beschwerdekammer gelangte und darum ersuchte, es sei auf sei- ne verspätet erhobene Beschwerde vom 23. April 2011 einzutreten und diese in der Sache zu behandeln (act. 1);

  • er zur Begründung seines Gesuchs ausführte, er hätte keinerlei juristische Kenntnisse und deshalb nicht gewusst, dass ihm zur Erhebung der Be- schwerde 30 Tage zur Verfügung gestanden hätten; er weiter angab, er hätte seinen Anwalt über das laufende Auslieferungsverfahren in Kenntnis gesetzt, dieser habe aber nicht reagiert und die Beschwerdefrist verstrei- chen lassen (act. 1 S. 1 f.); er geltend machte, er sei seit Langem in Haft und seine Familie vermisse ihn sehr; sein Sohn bereits 14 Monate alt sei; er abschliessend an die Humanität des Gerichts appellierte (act. 1 S. 2);

  • die Zulässigkeit einer Revision zunächst voraussetzt, dass ein gesetzlich vorgesehener Revisionsgrund geltend gemacht wird; die Revision eines Entscheides u.a. dann verlangt werden kann, wenn die ersuchende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Aus- schluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid ent- standen sind (Art. 123 Abs. 2 lit. a BGG i.V.m. Art. 40 und Art. 37 Abs. 2 StBOG);

  • A. mit seiner Eingabe weder einen solchen Revisionsgrund geltend macht noch andere zulässige Revisionsgründe im Sinne von Art. 121, 122 und 123 BGG vorbringt; unter diesen Umständen ein Revisionsbedarf nicht er- kennbar ist;

  • nach dem Gesagten auf das Gesuch um Revision nicht einzutreten ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens der Gesuchsteller als unterliegende Partei zu gelten und grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hat; es

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sich vorliegend rechtfertigt, auf die Ansetzung einer Gerichtsgebühr zu ver- zichten (Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG i.V.m. Art. 68 Abs. 2 und Art. 63 Abs. 1 sowie Abs. 5 VwVG).

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Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

  2. Es werden keine Kosten erhoben.

Bellinzona, 11. August 2011

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • A.
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Keywords

extraditionrevisionnon-entrytime limitinadmissibilitycourt costs

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Key legal question

Whether the request met statutory grounds for revision under the Federal Supreme Court Act and the Federal Criminal Court Act.

Extracted holding

The request did not invoke any admissible revision ground and therefore could not be entertained.

Extracted reasoning

Revision requires a statutory ground, such as newly discovered decisive facts or evidence; the applicant alleged none of the grounds under Arts. 121-123 BGG.

Key legal question

Whether court fees should be levied despite the inadmissibility of the revision request.

Extracted holding

No court fee was charged.

Extracted reasoning

Although the applicant was the losing party in principle, the court exercised discretion to waive the fee under the applicable provisions.

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