Non-entry for failure to pay advance costs in mutual legal assistance

RR.2010.6Federal Criminal Court / Appeals ChamberApr 19, 2010Inadmissible

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The II. Complaints Chamber of the Federal Criminal Court dealt with an appeal against a St. Gallen mutual legal assistance order concerning the transfer of the appellant’s tax returns to Austria. After the court had denied legal aid and ordered an advance on costs, the appellant failed to pay the required amount. The court therefore refused to enter into the appeal. It further ordered the appellant to pay court costs of CHF 400, including the costs of the legal-aid decision.

Omnilex headnote

Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG; non-payment of an ordered advance on costs leads to non-entry when the deadline is missed despite prior warning. A party that causes non-entry bears the procedural costs under Art. 63 Abs. 1 and 5 VwVG; the fee is fixed according to the applicable fee regulation.

Full text

Entscheid vom 19. April 2010 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Andreas J. Keller und Jean-Luc Bacher, Gerichtsschreiberin Andrea Bütler

Parteien

A., Beschwerdeführer

gegen

STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS ST. GALLEN, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Öster- reich

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG)

Nichtbezahlung des Kostenvorschusses

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2010.6

  • 2 -

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • die Staatsanwaltschaft Feldkirch gegen A. ein Strafverfahren wegen Ver- dacht des schweren Betrugs führt;

  • die Staatsanwaltschaft Feldkirch in diesem Zusammenhang am 17. No- vember 2009 mit einem Rechtshilfeersuchen an die Schweiz gelangt ist und um Edition und Übermittlung der Steuererklärungen von A. für die Jah- re 1999 bis 2007 ersucht hat;

  • die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen dem Rechtshilfeersuchen mit Schlussverfügung vom 8. Dezember 2009 entsprochen und die Her- ausgabe der gewünschten Unterlagen verfügt hat (act. 1.1);

  • A. mit Beschwerde vom 5. Januar 2010 an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt ist und insbesondere um Aufhebung der Schlussverfügung sowie Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege er- sucht hat (act. 1);

  • das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Zwischenentscheid der II. Beschwerdekammer vom 23. März 2010 abgewiesen und A. eingeladen wurde, bis zum 6. April 2010 einen Kostenvorschuss von Fr. 3’000.-- zu leisten, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten wird; die Kosten des Entscheids über die unentgeltliche Rechtspflege bei der Hauptsache belassen wurden (RP.2010.4 act. 5);

  • die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Be- trag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post überge- ben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);

  • der Beschwerdeführer den verlangten Kostenvorschuss nicht bezahlt hat;

  • auf die Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);

  • der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens als unterlie- gende Partei zu gelten und die Verfahrenskosten inklusive die Kosten des Entscheids über die unentgeltliche Rechtspflege zu tragen hat (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG); für die Berechnung der Gerichtsge- bühr gemäss Art. 63 Abs. 5 VwVG das Reglement vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.32)

  • 3 -

zur Anwendung gelangt; die Gerichtsgebühr auf Fr. 400.-- anzusetzen ist (vgl. Art. 3 des Reglements).

  • 4 -

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 19. April 2010

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • A.
  • Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen
  • Bundesamt für Justiz

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Keywords

mutual legal assistanceadvance on costsnon-entrylegal aidprocedural costsappeal inadmissibility

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal had to be entered into despite non-payment of the cost advance.

Extracted holding

No. Because the appellant did not pay the ordered advance costs within the deadline, the court could not enter into the appeal.

Extracted reasoning

The advance was not paid as required; under the warning given, non-payment led to non-entry.

Key legal question

Allocation of procedural costs after non-entry and costs of the legal-aid decision.

Extracted holding

The appellant had to bear the court fee, including the costs of the legal-aid decision, set at CHF 400.

Extracted reasoning

As the losing party, the appellant bears the costs under the governing procedural rules.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.