Extradition appeal dismissed after withdrawal

RR.2009.346Federal Criminal Court / Appeals ChamberDec 11, 2009Dismissed

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Omnilex summary

The appellant challenged the Federal Office of Justice's extradition decision in favor of Germany. Before the Federal Criminal Court's II Criminal Appeals Chamber, his counsel withdrew the appeal in writing. The court therefore struck the proceedings from the docket as concluded. It held that a withdrawing appellant is in principle the losing party and ordered court costs of CHF 300 against him.

Omnilex headnote

Withdrawal of an appeal in extradition matters; costs. If the appellant withdraws the complaint, the appellate proceedings become moot and are to be struck from the roll. As a rule, the withdrawing party is treated as the losing party for costs purposes and bears the court fee pursuant to the applicable general procedural rules and the court-fee regulation (consid. 1).

Full text

Entscheid vom 11. Dezember 2009 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Andreas J. Keller und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiberin Marion Schmid

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Simon Berger,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS- LIEFERUNG,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Auslieferung an Deutschland

Beschwerde gegen Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG)

Rückzug der Beschwerde

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2009.346

  • 2 -

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die deutschen Behörden mit Meldung der SIRENE Deutschland vom
  1. Mai 2009 die Schweiz und andere an das SIS (Schengener Informati- onssystem) angeschlossene Staaten um Inhaftierung des deutschen Staatsangehörigen A. zwecks späterer Auslieferung ersuchten;
  • Auslieferung gestützt auf den Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Gera vom
  1. April 2009 sowie den Haftbefehl bzw. den Gesamtstrafenbeschluss des Landgerichts Gera vom 11. Oktober 2007 hinblicklich Vollstreckung einer Restfreiheitsstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten abzüglich 83 bereits ver- büsster Tage Freiheitsstrafe aus den Urteilen des Landgerichts Gera vom
  2. August 2006 und des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten vom 22. März 2007 wegen Vergewaltigung, Beleidigung, Körperverletzung, Freiheitsbe- raubung und Sachbeschädigung verlangt wird;
  • das Bundesamt für Justiz (nachfolgend „Bundesamt“) am 11. August 2009 die Haft bzw. Befragung des Verfolgten anordnete;

  • A. daraufhin am 24. August 2009 verhaftet wurde; er am 25. August 2009 erklärte, mit einer vereinfachten Auslieferung nicht einverstanden zu sein;

  • das Bundesamt am 26. August 2009 einen Auslieferungshaftbefehl erliess, welcher unangefochten blieb;

  • das Justizministerium des Freistaates Thüringen am 24. September 2009 formell um Auslieferung von A. für die ihm in den obgenannten Haftbefeh- len bzw. im Gesamtstrafenbeschluss vom 29. April 2009 und 11. Oktober 2007 zur Last gelegten Straftaten ersuchte;

  • A. anlässlich seiner Einvernahme vom 2. Oktober 2009 erklärte, sich der Auslieferung an Deutschland zu widersetzen;

  • das Bundesamt am 23. Oktober 2009 einen Auslieferungsentscheid erliess und die Auslieferung des Verfolgten an Deutschland für die dem Ausliefe- rungsersuchen des Justizministeriums des Freistaates Thüringen vom

  1. September 2009 zugrunde liegenden Straftaten bewilligte (act. 1.1);
  • A. gegen den Auslieferungsentscheid durch seinen Rechtsvertreter am
  1. November 2009 mit Beschwerde an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt und beantragt, der Auslieferungsentscheid sei aufzuheben und die Auslieferung sei zu verweigern (act. 1);
  • 3 -

  • der Beschwerdeführer am 26. November 2009 aufgefordert wurde, bis zum

  1. Dezember 2009 einen Kostenvorschuss von CHF 3'000.-- zu leisten (act. 3);
  • der Vertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 7. Dezember 2009 den Rückzug der Beschwerde mitteilte (act. 4);

  • das Beschwerdeverfahren daher zufolge Rückzugs der Beschwerde als er- ledigt abzuschreiben ist;

  • der Beschwerdeführer, welcher seine Beschwerde zurückzieht, grundsätz- lich als unterliegende Partei zu gelten und folglich gemäss Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG die Gerichtskosten zu tragen hat (Ent- scheide des Bundesstrafgerichts RR.2007.4 vom 6. März 2007 und RR.2007.70 vom 30. Mai 2007), wobei die Gerichtsgebühr vorliegend auf CHF 300.-- anzusetzen ist (vgl. Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32).

  • 4 -

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Das Verfahren wird zufolge Rückzugs der Beschwerde als erledigt abge- schrieben.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 11. Dezember 2009

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Simon Berger
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Keywords

extraditionappeal withdrawalcostsinternational legal assistancemootness

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the extradition appeal should continue after withdrawal

Extracted holding

The proceedings were declared concluded and archived because the appeal was withdrawn.

Extracted reasoning

A withdrawn appeal renders the appeal proceedings moot and they must be dismissed as concluded.

Key legal question

Allocation of court costs after withdrawal of the appeal

Extracted holding

Court costs of CHF 300 were imposed on the appellant as the withdrawing party and therefore the losing party in principle.

Extracted reasoning

A party that withdraws the appeal generally bears the costs under the applicable procedural rules; the fee was set at CHF 300.

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