Non-entry for failure to pay advance costs in extradition appeal

RR.2008.315Federal Criminal Court / Appeals ChamberFeb 3, 2009Inadmissible

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Omnilex summary

A. appealed a Federal Office of Justice extradition decision to the Swiss Federal Criminal Court. After being ordered to pay an advance on costs and warned that failure to pay would result in non-entry, he obtained an extension but still did not pay and did not request legal aid or payment facilities. The II. Criminal Appeal Chamber therefore declined to enter into the appeal. Although A. was treated as the losing party in principle, the court waived the court fee. Because he had not designated a Swiss service address, the decision was not formally served to him and was filed on record instead.

Omnilex headnote

Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG; non-payment of the advance on costs after due warning leads to non-entry into the appeal. A party resident abroad must designate a service address in Switzerland under Art. 80m lit. b IRSG i.V.m. Art. 9 IRSV; if it fails to do so, service may be omitted. Although the unsuccessful party normally bears costs, the court may exceptionally waive the fee under Art. 63 Abs. 1 VwVG. The decisive point is the absence of timely payment or any request for facilitation or legal aid, not the substantive merits of the appeal.

Full text

Entscheid vom 3. Februar 2009 II. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, Andreas J. Keller und Giorgio Bomio, Gerichtsschreiberin Lea Unseld

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Christian U. Mirass, Beschwerdeführer

gegen

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS- LIEFERUNG, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Auslieferung an Deutschland

Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG), Nachtragser- suchen

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: RR.2008.315

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Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • das Bundesamt für Justiz (nachfolgend “Bundesamt“) am 10. Juli 2006 die Auslieferung von A. an Deutschland für die dem Haftbefehl des Landge- richts Stralsund vom 6. Februar 2006 zugrunde liegenden Widerhandlun- gen gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Strassenverkehrsgesetz sowie Drohung und Vorbereitungshandlungen zu Raub bewilligt hat;

  • die Justizbehörde der Freien Hansestadt Hamburg das Bundesamt mit Nachtragsersuchen vom 17. Juli 2008 zudem um Gewährung der Ausliefe- rung von A. im Hinblick auf die Vollstreckung eines Urteils des Amtsge- richts Hamburg-Harburg vom 20. August 2003 wegen Fahrens ohne Fahr- erlaubnis sowie einer weiteren vom Landgericht Rostock mit Beschluss bzw. Berichtigungsbeschluss vom 16. Juli bzw. 14. August 2007 ausge- sprochenen Freiheitsstrafe ersucht hat;

  • das Bundesamt mit Auslieferungsentscheid vom 30. Oktober 2008 die Aus- lieferung von A. an Deutschland für die dem Auslieferungsersuchen der Justizbehörde der Freien Hansestadt Hamburg vom 17. Juli 2008 zugrunde liegenden Straftaten bewilligt hat (act. 1.1);

  • A. gegen den Auslieferungsentscheid vom 30. Oktober 2008 mit Be- schwerde datiert vom 19. Dezember 2008 an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt ist (act. 1);

  • A. am 29. Dezember 2008 eingeladen wurde, bis zum 9. Januar 2009 ei- nen Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- zu leisten und darauf aufmerksam gemacht wurde, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten wird; er zudem aufgefordert wurde, bis zum gleichen Datum in der Schweiz ein Zustelldomizil (eine Adresse, an die alle gerichtlichen Schriftstücke rechtsgültig übermittelt werden können) zu bezeichnen, ansonsten weitere Zustellungen durch das Bundesstrafgericht grundsätzlich unterbleiben und insbesondere der Schlussentscheid nicht zugestellt wird (act. 3);

  • die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses auf Ersuchen von A. am

  1. Januar 2009 bis am 20. Januar 2009 erstreckt wurde (act. 4 und 5);
  • die Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Be- trag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post überge- ben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);

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  • der Beschwerdeführer den verlangten Kostenvorschuss innert der ange- setzten Frist nicht bezahlt hat und weder um Zahlungserleichterungen noch um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht hat;

  • auf die Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);

  • der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens als unterlie- gende Partei zu gelten und grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hat (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG); es sich vorliegend je- doch rechtfertigt, auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten (Art. 63 Abs. 1 Satz 3 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG);

  • eine Partei, die im Ausland wohnt, gemäss Art. 80m lit. b IRSG i.V.m. Art. 9 IRSV ein Zustelldomizil in der Schweiz bezeichnen muss, ansonsten die Zustellung unterbleiben kann;

  • der Beschwerdeführer der Aufforderung vom 29. Dezember 2008 nach der Bezeichnung eines Zustelldomizils in der Schweiz nicht nachgekommen ist, weshalb dieser Entscheid ihm androhungsgemäss nicht formell eröffnet wird und die Zustellung an den Beschwerdeführer anstelle dessen ad acta erfolgt.

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Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Es werden keine Kosten erhoben.

Bellinzona, 3. Februar 2009

Im Namen der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Christian U. Mirass (Zustellung ad acta)
  • Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG).

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).

Keywords

extraditionadvance costsnon-entryservice addressinternational legal assistancecourt fees

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal had to be entertained despite non-payment of the ordered advance costs.

Extracted holding

No. Because the appellant did not pay the advance costs within the extended deadline and did not seek instalments or legal aid, the chamber declined to enter into the appeal.

Extracted reasoning

The notice warned that failure to pay would lead to non-entry. The advance was not timely paid under the applicable rules, so the sanction of non-entry followed.

Key legal question

Whether court fees should be imposed on the losing appellant.

Extracted holding

No court fee was charged, although the appellant was in principle the losing party.

Extracted reasoning

Costs would ordinarily follow the outcome, but the chamber exercised its discretion to waive the fee.

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