Non-entry for failure to pay advance costs

BV.2011.10Federal Criminal Court / Appeals ChamberJun 7, 2011Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Criminal Court’s Appeals Chamber held that the appellant failed to pay the ordered advance costs even after the extended deadline. Applying the BGG rules by analogy via Art. 73 StBOG and the BStKR, it therefore did not enter into the complaint. The appellant, as the unsuccessful party, was ordered to pay court costs fixed at CHF 200. The underlying dispute concerned the seizure of items during a house search conducted by BAKOM in a criminal investigation for alleged FMG violations.

Omnilex headnote

Art. 73 StBOG in conjunction with the BStKR; advance on costs and non-entry in criminal appeal proceedings before the Federal Criminal Court. Where the special procedural rules do not regulate the advance on costs, their securing and the consequences of non-payment, the provisions of the BGG apply by analogy. The instructing judge sets an appropriate time limit and, if it lapses unused, a grace period. If the advance costs are still not paid within that grace period, the appeal is not entertained (Art. 62(3) BGG analog). The unsuccessful party bears the court costs (Art. 66(1) BGG analog); the fee may be fixed at the minimum tariff amount (consid. ...).

Full text

Beschluss vom 7. Juni 2011 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu, Gerichtsschreiberin Sarah Wirz

Parteien

A., Beschwerdeführer

gegen

BUNDESAMT FÜR KOMMUNIKATION, Beschwerdegegner

Gegenstand Beschlagnahme (Art. 46 f. VStrR); Hausdurchsu- chung (Art. 48 f. VStrR)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BV.2011.10

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • das Bundesamt für Kommunikation (nachfolgend „BAKOM“) im Rahmen der wegen Verdachts auf Widerhandlung gegen das Fernmeldegesetz (FMG, SR 784.10) gegen A. gerichteten Strafuntersuchung am
  1. März 2011 eine Hausdurchsuchung durchgeführt und dabei drei Funk- geräte, ein Aktenordner, handschriftliche Notizen, ein SWR-Meter und eine UHF-GP Antenne beschlagnahmt wurden (act. 1.2, act. 2.1 und act. 3);
  • das BAKOM die von A. hiergegen erhobene Beschwerde vom
  1. März 2011 (act. 1) am 1. April 2011 zusammen mit seiner Stellung- nahme an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts weiterleitete (act. 3);
  • die I. Beschwerdekammer A. mit Schreiben vom 5. April 2011 aufforderte, bis am 15. April 2011 einen Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 1'500.-- zu leisten (act. 4);

  • A. mit Schreiben vom 15. April 2011 eine Fristverlängerung von mindestens zehn Tagen beantragte (act. 7), worauf die I. Beschwerdekammer die Frist bis zum 28. April 2011 erstreckte (act. 8);

  • innerhalb dieser Frist kein entsprechender Zahlungseingang verzeichnet werden konnte, weshalb A. am 4. Mai 2011 eine Nachfrist bis 16. Mai 2011 zur Bezahlung des verlangten Kostenvorschusses anberaumt wurde, an- dernfalls auf seine Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 11);

  • auch innerhalb dieser Nachfrist kein entsprechender Zahlungseingang ver- zeichnet werden konnte.

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • sich die Kostenpflicht im Beschwerdeverfahren vor der I. Beschwerdekam- mer nach Art. 73 StBOG bestimmt (Art. 25 Abs. 4 VStrR);

  • Art. 73 StBOG auf das Reglement des Bundesstrafgerichts vom 31. Au- gust 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundes- strafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) verweist;

  • 3 -

  • Art. 73 StBOG und dem BStKR jedoch keine Regelung über Erhebung, Si- cherstellung und Verteilung von Gerichtskosten entnommen werden kann, weshalb diesbezüglich ergänzend die Regeln des BGG anzuwenden sind, was der bisherigen gesetzlichen Regelung entspricht (vgl. zu dieser Prob- lematik die Entscheide des Bundesstrafgerichts BP.2011.1 vom 7. Feb- ruar 2011; BV.2010.78 vom 28. Januar 2011, E. 3);

  • der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin des Beschwerdeverfah- rens eine angemessene Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses setzt und er oder sie der Partei eine Nachfrist ansetzt, wenn Erstere unbenutzt abläuft (Art. 62 Abs. 3 Satz 1 und 2 BGG analog);

  • die I. Beschwerdekammer auf die Beschwerde nicht eintritt, wenn der Kos- tenvorschuss auch innerhalb dieser Nachfrist nicht geleistet wird (Art. 62 Abs. 3 Satz 3 BGG analog);

  • der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall auch die ihm zur Leistung des Kostenvorschusses anberaumte Nachfrist unbenutzt verstreichen liess, weshalb auf seine Beschwerde androhungsgemäss nicht einzutreten ist;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer als unterlie- gende Partei die Kosten für das Beschwerdeverfahren zu tragen hat (Art. 66 Abs. 1 BGG analog);

  • die Gerichtsgebühr auf das Minimum von Fr. 200.-- festgesetzt wird (Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR).

  • 4 -

Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer zur Bezah- lung auferlegt.

Bellinzona, 7. Juni 2011

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Zustellung an

  • A.
  • Bundesamt für Kommunikation

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Keywords

advance costsnon-entryhouse searchseizurecriminal procedurecourt fees

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Key legal question

Whether the appeal had to be admitted despite non-payment of the advance costs.

Extracted holding

No entry was taken because the appellant failed to pay the advance costs even within the extended deadline.

Extracted reasoning

The chamber applied Art. 73 StBOG with the BStKR and, subsidiarily, the rules of the BGG by analogy. Under Art. 62(3) BGG by analogy, failure to pay the advance costs after setting a grace period requires non-entry.

Key legal question

Who bears the procedural costs and in what amount?

Extracted holding

The appellant must bear the costs; the court fee was set at CHF 200.

Extracted reasoning

As the unsuccessful party, the appellant bears the costs under Art. 66(1) BGG by analogy. The fee was fixed at the statutory minimum.

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