Suspensive effect granted to preserve seizures

BP.2010.52Federal Criminal Court / Appeals ChamberOct 6, 2010Partially Granted

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Omnilex summary

The applicant company challenged the Federal Prosecutor’s order dismissing the criminal investigation and requested suspensive effect so that seized evidence and assets would not be released before the appeal was decided. The First Complaint Chamber of the Federal Criminal Court granted the request only insofar as it ordered the Federal Prosecutor to maintain the seizure of the remaining evidence and assets until the appeal is finally resolved. It held that premature release could defeat the purpose of the seizure. Costs were left to the main proceedings.

Omnilex headnote

Art. 218 BStP; suspensive effect in criminal complaint proceedings; preservation of seizures pending appeal. Suspensive effect is granted only after weighing the competing interests and may be refused where execution would frustrate the purpose of the contested measure. Where a dismissal order merely announces the future release of seized items, the remedy may still preserve the status quo by ordering the authority to maintain the seizure of remaining evidence and assets until final determination of the complaint, if premature release could render any later admission of the appeal ineffective (consid. on necessity and purpose of seizure).

Full text

Verfügung vom 6. Oktober 2010 Präsident der I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A. CORPORATION, vertreten durch die Rechtsan- wälte Peter C. Schaufelberger, Marco Sulser und Dieter Jann,

Gesuchstellerin

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Gesuchsgegnerin

Gegenstand Aufschiebende Wirkung (Art. 218 BStP)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BP.2010.52 (Hauptverfahren: BB.2010.89)

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Gesuchsgegnerin mit Verfügung vom 9. September 2010 das gegen B. und Mitbeschuldigte wegen des Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305 bis Ziff. 2 StGB) und des gewerbsmässigen Betrugs (Art. 146 Abs. 2 StGB) geführte gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren einstellte (BB.2010.89, act. 1.1);

  • sie weiter anordnete, dass die noch beschlagnahmten Beweismittel und Vermögenswerte mittels separaten Verfügungen freigegeben würden (BB.2010.89, act. 1.1);

  • die Gesuchstellerin hiergegen mit Beschwerde vom 24. September 2010 an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und nebst der Aufhebung der Einstellungsverfügung u. a. beantragt, der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und/oder es sei die Gesuchs- gegnerin anzuweisen, die Beschlagnahmeverfügung bezüglich der noch vorhandenen Beweismittel und Vermögenswerte bis zur rechtskräftigen Er- ledigung der Beschwerde aufrecht zu erhalten (act. 1);

  • die Gesuchsgegnerin am 4. Oktober 2010 mitteilte, dass sie auf eine Ver- nehmlassung betreffend aufschiebende Wirkung verzichte (act. 3);

  • die Gewährung des Suspensiveffektes in der Regel von den konkreten Umständen und einer Abwägung der widerstreitenden Interessen abhängt (vgl. BGE 107 Ia 269 E. 1 S. 270), wobei der Vollzug der angefochtenen Verfügung nicht aufgeschoben werden darf, wenn damit der Zweck der Un- tersuchung bzw. der mit der Massnahme angestrebte Zweck gefährdet oder vereitelt würde (vgl. GUIDON/WÜTHRICH, Zur Praxis bei Beschwerden gegen das Bundesstrafgericht, plädoyer 4/2005, S. 34 ff., 39 f.; BÖSCH, Die Anklagekammer des Schweizerischen Bundesgerichts [Aufgaben und Ver- fahren], Diss. Zürich 1978, S. 87);

  • mit der angefochtenen Verfügung das Ermittlungsverfahren eingestellt und die Freigabe der noch beschlagnahmten Beweismittel und Vermögenswer- te lediglich in Aussicht gestellt wurde;

  • es hinsichtlich der von der Gesuchstellerin mit ihrem Gesuch offensichtlich beabsichtigten Aufrechterhaltung der Beschlagnahmen demnach wohl noch an einem konkreten Anfechtungsobjekt fehlt;

  • 3 -

  • eine vorzeitige Freigabe der beschlagnahmten Beweismittel und Vermö- genswerte aber bei einer allfälligen Gutheissung der Beschwerde die mit den Beschlagnahmen verfolgten Zwecke (Sicherstellung von Beweismitteln bzw. von Vermögenswerten, die allenfalls der Einziehung unterliegen) ver- eiteln könnte;

  • es sich daher im vorliegenden Fall rechtfertigt, das Gesuch insofern gutzu- heissen als die Gesuchsgegnerin anzuweisen ist, die Beschlagnahme be- züglich der noch vorhandenen Beweismittel und Vermögenswerte bis zur rechtskräftigen Erledigung der Beschwerde aufrecht zu erhalten;

  • die Kosten des vorliegenden Entscheides bei der Hauptsache verbleiben;

  • 4 -

und erkennt:

  1. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird insofern gutge- heissen als die Bundesanwaltschaft angewiesen wird, die Beschlagnahme bezüglich der noch vorhandenen Beweismittel und Vermögenswerte bis zur rechtskräftigen Erledigung der Beschwerde aufrecht zu erhalten.

  2. Die Kosten verbleiben bei der Hauptsache.

Bellinzona, 6. Oktober 2010

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Peter C. Schaufelberger
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen diese Verfügung ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Keywords

suspensive effectseizureevidence preservationconfiscationcriminal investigation dismissalinterim measures

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Key legal question

Whether the appeal should be granted suspensive effect to maintain existing seizures pending the appeal against dismissal of the investigation.

Extracted holding

Suspensive effect was granted in part: the Federal Prosecutor was ordered to maintain the seizure of the remaining evidence and assets until the appeal is finally resolved.

Extracted reasoning

Immediate release could frustrate the aims of the seizure, namely securing evidence and assets potentially subject to confiscation. Although the dismissal order itself had already been issued, maintaining the seizure was necessary to avoid making any eventual appeal successful in vain.

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