No admissible challenge to cantonal criminal jurisdiction

BG.2007.28Federal Criminal Court / Appeals ChamberDec 4, 2007Inadmissible

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Omnilex summary

A. contested the territorial jurisdiction of the Canton of Fribourg in an ongoing defamation prosecution and asked for transfer to Zurich or Thurgau. The Federal Criminal Court’s Appeals Chamber held that no appealable cantonal jurisdiction decision had been filed and that the alleged inaction was not proven because the appellant did not submit his letter of 29 September 2007. The complaint was therefore premature and inadmissible. The request for suspensive effect became moot. Court costs of CHF 300 were imposed on A.

Omnilex headnote

Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG i.V.m. Art. 279 Abs. 2 BStP; Anfechtungsobjekt und Säumnisbeschwerde betreffend örtlichen Gerichtsstand. Auf eine Beschwerde gegen die kantonale Zuständigkeitsordnung ist nur einzutreten, wenn ein anfechtbarer Entscheid der Strafverfolgungsbehörde vorliegt oder die Säumnis beim Erlass eines solchen Entscheids hinreichend belegt ist. Fehlt der Nachweis eines Entscheids oder der Untätigkeit, ist die Eingabe verfrüht und mangels Anfechtungsobjekts unzulässig. Ein Gesuch um aufschiebende Wirkung wird in diesem Fall gegenstandslos (vgl. Erw. zu Art. 219 Abs. 1 BStP).

Full text

Entscheid vom 4. Dezember 2007 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, Barbara Ott und Alex Staub, Gerichtsschreiber David Heeb

Parteien

A.,

Beschwerdeführer

gegen

  1. KANTON FREIBURG, Kantonsgericht,

  2. KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft,

  3. KANTON THURGAU, Staatsanwaltschaft,

Beschwerdegegner

Gegenstand Örtlicher Gerichtsstand (Art. 279 Abs. 2 BStP)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BG.2007.28

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass

  • gegen A. im Kanton Freiburg ein Strafverfahren wegen Ehrverletzung (Art. 173 StGB) hängig ist (act. 1.1);

  • A. mit Beschwerde vom 14. November 2007 bei der I. Beschwerdekammer die interkantonale Zuständigkeit der Strafverfolgungsbehörden des Kantons Freiburg bestreitet und beantragt, die Behörden des Kantons Zürich, evtl. Kanton Thurgau seien berechtigt und verpflichtet zu erklären, die ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen zu verfolgen und zu beurteilen (act. 1);

  • A. mit seinem weiteren Antrag, „Der Freiburger Untersuchungsrichter sei anzuweisen, die Vorladung auf den 18. Dezember 2007 zu sistieren und jede weitere Untersuchungshandlung, insbesondere Zwangsmassnahmen zu unterlassen“, sinngemäss geltend macht, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren (act. 1);

  • gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG i.V.m. Art. 279 Abs. 2 BStP gegen den Entscheid einer kantonalen Strafverfolgungsbehörde über die Zuständigkeit sowie wegen Säumnis beim Erlass eines solchen Entscheides bei der Be- schwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (TPF BG.2004.12 vom 12. August 2004 E. 2.2; TPF BG.2005.7 vom

  1. März 2005 E. 1.1);
  • A. keinen Entscheid der Strafverfolgungsbehörden des Kantons Freiburg über ihre Zuständigkeit eingereicht hat und folglich kein Anfechtungsobjekt vorliegt;

  • A. geltend macht, die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Freiburg hät- ten nicht auf sein Schreiben vom 29. September 2007 reagiert, wonach er die Überweisung des Falles an die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich verlangt habe;

  • A. damit sinngemäss eine Säumnis der Strafverfolgungsbehörden des Kan- tons Freiburg beim Erlass eines Entscheides über die Zuständigkeit geltend macht;

  • A. sein Schreiben vom 29. September 2007 nicht eingereicht und somit die angebliche Säumnis nicht belegt hat;

  • 3 -

  • A. aber die Möglichkeit hat, seine Unzuständigkeitseinrede bei der Ver- handlung vor den Strafverfolgungsbehörden des Kantons Freiburg vom

  1. Dezember 2007 (act. 1.1) erneut vorzubringen und einen anfechtbaren Entscheid über die Zuständigkeit zu verlangen, welcher allenfalls bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts angefochten werden könn- te;
  • im Hinblick auf den Ausgang des Verfahrens auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 219 Abs. 1 BStP);

  • die Beschwerde demnach verfrüht und mangels eines gültigen Anfech- tungsobjektes nicht einzutreten ist (siehe dazu TPF BB.2006.35 vom

  1. November 2006);
  • das Gesuch um aufschiebende Wirkung damit gegenstandslos wird;

  • bei diesem Ausgang des Verfahrens A. die Gerichtskosten zu tragen hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG), wobei die Gerichtsgebühr auf Fr. 300.-- festgesetzt wird (Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32).

  • 4 -

Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wird als gegenstandslos von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 4. Dezember 2007

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • A.
  • Kanton Freiburg, Kantonsgericht
  • Kanton Zürich, Oberstaatsanwaltschaft
  • Kanton Thurgau, Staatsanwaltschaft

Beilage:

  • 1 Einzahlungsschein

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Keywords

territorial jurisdictioninadmissibilityappealable decisionmootnesssuspensive effectcriminal procedurecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint against the cantonal jurisdiction decision was admissible despite the absence of an appealable decision.

Extracted holding

The complaint was premature because no appealable jurisdiction decision by the Fribourg authorities had been produced.

Extracted reasoning

Under Art. 28(1)(g) SGG in conjunction with Art. 279(2) BStP, a complaint lies only against an actual cantonal decision on jurisdiction or for failure to decide. The appellant filed no such decision and also did not prove inaction by submitting his letter of 29 September 2007.

Key legal question

Whether the request for suspensive effect should be granted.

Extracted holding

The request became moot once the complaint was not admitted.

Extracted reasoning

Without an admissible main complaint, no independent interim relief remained to be decided.

Key legal question

Who bears the court costs.

Extracted holding

The appellant must pay the court fee of CHF 300.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome of the inadmissibility ruling.

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