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BB.2014.154 ΓÇó Late appeal against fee award of legal aid counsel
BB.2014.154Federal Criminal Court / Appeals ChamberJan 21, 2015Inadmissible
A. appealed to the Federal Criminal Court against the Thurgau High Court's decision fixing compensation for appointed counsel of the private complainant. The Federal Criminal Court held that the complaint was out of time under Art. 396(1) StPO because the decision had been served on 2014-03-10 and the appeal was filed only on 2014-04-09. The incorrect legal remedy instruction in the cantonal judgment did not justify late filing, since the defect was recognizable by consulting the applicable procedural provisions. The court therefore did not enter into the complaint and waived court fees.
Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO: Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerschaft kann den Entschädigungsentscheid des Berufungsgerichts beim Bundesstrafgericht innert zehn Tagen mit Beschwerde anfechten. Eine unvollständige oder unrichtige Rechtsmittelbelehrung begründet keinen Vertrauensschutz, wenn der Mangel bei gehöriger Sorgfalt durch Konsultation der massgeblichen Verfahrensnormen erkennbar gewesen wäre. Die Verspätung führt zum Nichteintreten; ausnahmsweise kann von Gerichtskosten abgesehen werden.
Verfügung vom 21. Januar 2015 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Einzelrichter, Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia
Parteien
A., Beschwerdeführer
gegen
OBERGERICHT DES KANTONS THURGAU, Beschwerdegegner
Gegenstand Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatklägerschaft (Art. 138 i.V.m. Art. 135 StPO)
B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l
Ges c häft s n um m er: B B . 201 4.1 54
Der Einzelrichter hält fest, dass:
mit Urteil vom 16. Dezember 2013 im Berufungsverfahren i.S. B. gegen Staatsanwaltschaft Bischofszell und C. das Obergericht des Kantons Thur- gau (nachfolgend "Obergericht") die Entschädigung von Rechtsanwalt A. als unentgeltlichem Rechtsbeistand von C. auf Fr. 1'697.35 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer festlegte (act. 3, Disp. Ziff. 5b);
das Obergericht in seinem Urteil als Rechtsmittel ausschliesslich die Be- schwerde ans Bundesgericht gemäss Art. 42 und 90 ff. BGG innert der Frist von 30 Tagen angab (act. 3);
mit Eingabe vom 9. April 2014 A. beim Bundesgericht Beschwerde gegen den mit Urteil vom 16. Dezember 2013 gefällten Entschädigungsentscheid (Disp. Ziff. 5b) erhob (act. 4);
das Bundesgericht mit Urteil vom 20. November 2014 die Beschwerde von A. vom 9. April 2014 zuständigkeitshalber dem hiesigen Gericht überwies (act. 1).
Der Einzelrichter zieht in Erwägung, dass:
der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerschaft gegen den Ent- schädigungsentscheid des Berufungsgerichts Beschwerde beim Bun- desstrafgericht führen kann (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO);
die Beschwerde innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO);
der angefochtene Entschädigungsentscheid vom 16. Dezember 2013 dem Beschwerdeführer am 10. März 2014 eröffnet wurde (Verfahrensakten des Obergerichts), weshalb dessen Beschwerde vom 9. April 2014 nicht inner- halb der 10-tägigen Beschwerdefrist im Sinne von Art. 396 Abs. 1 StPO er- folgte;
wie bereits einleitend festgehalten, das Obergericht in seinem Urteil als Rechtsmittel ausschliesslich die Beschwerde ans Bundesgericht innert der Frist von 30 Tagen angab;
3 -
mit Blick auf Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO diese Rechtsmittelbelehrung unvollständig und daher nicht zutreffend ist (s.o.);
Rechtsuchende keinen Vertrauensschutz geniessen, wenn sie bzw. ihr Rechtsvertreter den Mangel allein schon durch Konsultierung der massge- blichen Verfahrensbestimmung hätten erkennen können (BGE 117 Ia 119 E. 3a S. 125);
bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerschaft vorliegend die Fehlerhaftigkeit der Rechtsmittelbe- lehrung im vorgenannten Urteil hätte erkennen können und müssen;
nach dem Gesagten auf die nicht innert Frist erhobene Beschwerde folglich nicht einzutreten ist;
aufgrund der Umstände des konkreten Falles auf die Erhebung einer Ge- richtsgebühr zu verzichten ist (s. THOMAS DOMEISEN, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 428 N. 5);
4 -
und erkennt:
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben.
Bellinzona, 21. Januar 2015
Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Zustellung an
Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.