Complaint became moot after prosecution was discontinued

BB.2013.56,BB.2013.57Federal Criminal Court / Appeals ChamberJun 17, 2013Dismissed

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Omnilex summary

A. and B. challenged the Federal Prosecutor's Office's suspension of a money-laundering investigation and sought a final discontinuance plus release of seized assets. While the complaint was pending, the Federal Prosecutor's Office resumed the case, discontinued it, and lifted the seizure. The Complaint Chamber held that the appeal had become moot and struck the proceedings from the docket. It allocated no court costs and ordered the Federal Prosecutor's Office to pay the appellants CHF 1,500 in party compensation, because it had caused the mootness.

Omnilex headnote

Art. 314 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO; Gegenstandslosigkeit der Beschwerde im Beschwerdeverfahren: Fällt das Rechtsschutzinteresse nach Einreichung der Beschwerde dahin, ist das Verfahren als erledigt abzuschreiben. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen richten sich nach dem Verursacherprinzip; wird die Gegenstandslosigkeit durch die Gegenpartei bewirkt, hat grundsätzlich diese die Verfahrenskosten und die notwendige Parteientschädigung zu tragen (Art. 423 Abs. 1, Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Die Parteientschädigung bemisst sich nach Ermessen; Mehrwertsteuer fällt nicht an, wenn sie mangels Inlandbezugs nicht geschuldet ist (vgl. BStKR; MWSTG).

Full text

Beschluss vom 17. Juni 2013 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Roy Garré, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

  1. A.,
  2. B., beide vertreten durch Rechtsanwalt Hans-Ulrich Kupsch,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Sistierung der Untersuchung (Art. 314 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Ges c häft s n um m ern: B B .20 13. 56, B B .20 13. 57

  • 2 -

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

  • die Bundesanwaltschaft am 20. August 2002 gegen A. und gegen B. ein Strafverfahren eröffnete wegen des Verdachts der Geldwäscherei (vgl. act. 1.2, Ziff. 1.2);

  • sie in diesem Zusammenhang am 23. August 2002 u. a. das Guthaben auf dem auf A. lautenden Konto Nr. 1 bei der Bank C. SA beschlagnahmte (vgl. act. 1.2, Ziff. 1.3);

  • A. am 8. Mai 2012 von der Bundesanwaltschaft in Aussicht gestellt wurde, das Strafverfahren werde infolge inzwischen eingetretener Verjährung ein- gestellt (act. 1.5);

  • die Bundesanwaltschaft mit Verfügung vom 7. Februar 2013 das gegen A. und B. laufende Strafverfahren sistierte (act. 1.2);

  • A. und B. mit Beschwerde vom 29. April 2013 beantragten, die Sistierungs- verfügung sei aufzuheben und die Bundesanwaltschaft sei (gestützt auf Art. 314 Abs. 5 i.V.m. Art. 397 Abs. 3 StPO) anzuweisen, das Strafverfah- ren definitiv einzustellen und die auf dem Konto Nr. 1 bei der Bank C. SA liegenden Vermögenswerte freizugeben (act. 1);

  • die Bundesanwaltschaft am 21. Mai 2013 das sistierte Strafverfahren wie- der an die Hand nahm, dieses einstellte und die das erwähnte Konto betref- fende Beschlagnahme aufhob (act. 5.2);

  • sie am selben Tag der Beschwerdekammer beantragte, die Beschwerde sei nach Eintritt der Rechtskraft der am 21. Mai 2013 erlassenen Verfügung als gegenstandslos abzuschreiben und die Kosten- und Entschädigung seien wem rechtens aufzuerlegen (act. 5).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • das Beschwerdeverfahren abzuschreiben ist, wenn die im Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung gegebene Beschwer im Verlauf des Beschwerde- verfahrens dahinfällt und die Beschwerde gegenstandslos wird (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Berner Diss., Zürich/St. Gallen 2011, N. 554 m.w.H. in Fn 1959);

  • 3 -

  • sich die Beschwerdegegnerin vorliegend im Rahmen ihrer Beschwerde- antwort dem Beschwerdeantrag vollständig unterzieht, weshalb das Be- schwerdeverfahren zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt von der Ge- schäftskontrolle abgeschrieben werden kann;

  • wenn ein Beschwerdeverfahren gegenstandslos wird, diejenige Partei kos- ten- und entschädigungspflichtig wird, welche die Gegenstandslosigkeit des Rechtsmittels verursachte (TPF 2011 31 m.w.H.; Beschluss des Bundes- strafgerichts BB.2012.17 vom 17. April 2012);

  • vorliegend die Beschwerdegegnerin die Gegenstandslosigkeit zu vertreten hat und damit grundsätzlich kosten- und entschädigungspflichtig wird;

  • die Gerichtskosten somit auf die Staatskasse zu nehmen sind (Art. 423 Abs. 1 StPO);

  • die Beschwerdegegnerin demzufolge den Beschwerdeführern eine Ent- schädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Ver- fahrensrechte auszurichten hat (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO);

  • diese Entschädigung vorliegend ermessensweise auf Fr. 1'500.-- festzuset- zen ist (inkl. Auslagen; ohne MwSt., da der Wohnsitz der Klienten im Aus- land liegt; Art. 10, Art. 12 Abs. 2 und Art. 14 des Reglements des Bundes- strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent- schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]; Art. 1 Abs. 2 lit. a und Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer [Mehrwertsteuergesetz, MWSTG; SR 641.20]);

  • 4 -

und erkennt:

  1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben.

  2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

  3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführern eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 1'500.-- (inkl. Auslagen; ohne MwSt.) auszurichten.

Bellinzona, 18. Juni 2013

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Rechtsanwalt Hans-Ulrich Kupsch
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.

Keywords

mootnesscomplaint proceedingssuspension of investigationdiscontinuanceseizurecost allocationparty compensation

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint against the suspension order remained justiciable after the prosecution discontinued the case and lifted the seizure.

Extracted holding

The complaint became moot and was removed from the docket.

Extracted reasoning

Because the respondent fully granted the appellants' request by discontinuing the proceedings and lifting the seizure, the grievance fell away during the complaint proceedings.

Key legal question

Allocation of court costs after the complaint became moot.

Extracted holding

No court costs were charged; they were borne by the state treasury.

Extracted reasoning

When a remedy becomes moot, costs are borne by the party responsible for causing mootness; here the respondent caused the mootness, but the court ordered no judicial fees and charged them to the state treasury.

Key legal question

Entitlement to party compensation for the appellants' expenses.

Extracted holding

The respondent must pay CHF 1,500 in party compensation, including expenses and without VAT.

Extracted reasoning

The respondent caused the mootness and therefore had to compensate the appellants for the reasonable costs incurred in exercising their procedural rights.

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