Non-entry for failure to pay advance costs

BB.2010.4,BP.2010.3,BP.2010.5Federal Criminal Court / Appeals ChamberMar 12, 2010Inadmissible

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Omnilex summary

A. appealed seizure orders issued by the Federal Prosecutor's Office in a criminal investigation for suspected commercial fraud. After legal aid was refused, the court ordered an advance on costs of CHF 1,500 and granted an extension, warning of non-entry if payment was not made. No payment was received. The Federal Criminal Court therefore did not enter into the appeal and charged A. with a court fee of CHF 500.

Omnilex headnote

Art. 62 Abs. 3 Satz 3 BGG; Art. 245 Abs. 1 und 2 BStP: Wird der verlangte Kostenvorschuss trotz angesetzter Nachfrist nicht geleistet, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Die Säumnis des Kostenvorschusses führt zur formellen Nichtanhandnahme; bei diesem Ausgang trägt die beschwerdeführende Partei die Gerichtskosten nach Massgabe der Kostenregeln des BGG und des BStP. Die Gebühr ist nach dem einschlägigen Gebührenreglement festzusetzen.

Full text

Entscheid vom 12. März 2010 I. Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, Emanuel Hochstrasser und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiber Stefan Graf

Parteien

A., vertreten durch Fürsprecher Beat Luginbühl,

Beschwerdeführer

gegen

BUNDESANWALTSCHAFT,

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Beschlagnahme (Art. 65 BStP)

Bundesstrafgericht Tribunal pénal fédéral Tribunale penale federale Tribunal penal federal Geschäftsnummer: BB.2010.4 (Nebenverfahren: BP.2010.3, BP.2010.5)

  • 2 -

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

  • die Beschwerdegegnerin gegen den Beschwerdeführer sowie gegen weite- re Mitbeteiligte und gegen unbekannte Täterschaft ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren führt wegen des Verdachts des gewerbsmässigen Be- trugs gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB sowie weiterer Delikte;

  • sie im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens am 13. Januar 2010 insge- samt fünf Verfügungen erliess, mit welchen sie verschiedene Beschlag- nahmen von dem Beschwerdeführer als Inhaber oder wirtschaftlich Berech- tigtem zuzuordnenden Vermögenswerten aufhob und anordnete, dass die Saldi der entsprechenden Konti auf ein Konto der Eidg. Finanzverwaltung zwecks umgehender Weiterleitung in die Konkursmasse der B. AG in Liq. zur grösstmöglichen Deckung der Schadenersatzforderungen der Gläubi- ger einzuzahlen seien (act. 1.1 bis 1.5);

  • der Beschwerdeführer hiergegen mit Beschwerde vom 19. Januar 2010 an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte und die Auf- hebung der angefochtenen Verfügungen verlangte (act. 1);

  • der Präsident der I. Beschwerdekammer mit Verfügung vom 26. Januar 2010 das vom Beschwerdeführer zusammen mit der Beschwerde einge- reichte Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abwies (Ent- scheid des Bundesstrafgerichts BP.2010.3 vom 26. Januar 2010);

  • die I. Beschwerdekammer ein Gesuch des Beschwerdeführers um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege abwies und diesem bis 18. Februar 2010 Frist ansetzte zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 1'500.-- (Entscheid des Bundesstrafgerichts BP.2010.5 vom 8. Februar 2010);

  • innerhalb dieser Frist kein entsprechender Zahlungseingang verzeichnet werden konnte, weshalb dem Beschwerdeführer bis 8. März 2010 eine Nachfrist zur Bezahlung des verlangten Kostenvorschusses gesetzt wurde, andernfalls auf dessen Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 5);

  • auch innerhalb dieser Nachfrist seitens des Beschwerdeführers keine Zah- lung erfolgte;

  • auf dessen Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 62 Abs. 3 Satz 3 BGG);

  • 3 -

  • der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichts- kosten zu bezahlen hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG);

  • die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren sowie die beiden Neben- verfahren auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 245 Abs. 2 BStP und Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht vom 11. Februar 2004; SR 173.711.32);

  • 4 -

und erkennt:

  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 12. März 2010

Im Namen der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

  • Fürsprecher Beat Luginbühl
  • Bundesanwaltschaft

Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden (Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).

Keywords

non-entryadvance on costsseizurecriminal investigationcourt feeslegal aid

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Key legal question

Whether the appeal should be entered into despite non-payment of the ordered cost advance

Extracted holding

No. The appeal could not be heard because the required advance payment was not made within the extended deadline.

Extracted reasoning

After the request for legal aid was rejected and a deadline was set for the advance payment, no payment was received even by the extended deadline. The court therefore had to issue a non-entry decision.

Key legal question

Whether court costs should be imposed on the appellant

Extracted holding

Yes. The appellant must bear the court fee as the unsuccessful party.

Extracted reasoning

Under the applicable procedural rules, the party causing the proceedings without success bears the costs.

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