Appeal struck out as moot after KESB reconsideration

VD.2014.171Administrative CourtApr 15, 2015Dismissed

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Omnilex summary

The Basel-Stadt Administrative Court dealt with an appeal by the parents of C____ against a KESB order establishing an educational guardianship. While the appeal was pending, the KESB reconsidered its decision and revoked the guardianship, thereby eliminating the object of the appeal. The court held that the appellants' legal interest had fallen away and struck the proceedings out as moot. In view of the circumstances, it waived court fees and made no cost award.

Omnilex headnote

Art. 450d Abs. 2 ZGB; mootness of an appeal after reconsideration by the KESB. If, during pending appeal proceedings, the child and adult protection authority reconsiders its decision, repeals the challenged measure and issues a new decision, the original object of appeal falls away. The legal interest in judicial review then ceases and the appeal proceedings must be struck out as moot (consid. 1). Pursuant to Art. 450f ZGB in conjunction with § 6 EG ZPO, the discontinuance is ordered by the judge in charge of the proceedings. In such circumstances, the court may dispense with the collection of fees and with an award of party costs.

Full text

Appellationsgericht

des Kantons Basel-Stadt

als Verwaltungsgericht

VD.2014.171

URTEIL

vom 15. April 2015

Mitwirkende

Dr. Stephan Wullschleger

und Gerichtsschreiber Dr. Urs Thönen

Beteiligte

A____ Beschwerdeführer 1

[…]

B____ Beschwerdeführerin 2

[…]

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Beschwerdegegnerin

Rheinsprung 16/18, Postfach 1532, 4001 Basel

Gegenstand

Beschwerde gegen einen Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde vom 31. Juli 2014

betreffend Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss

Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB

Sachverhalt

Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) vom 31. Juli 2014 wurde für die 1999 geborene C____ eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet und eine Beiständin ernannt. Mit Schreiben vom 29. August 2014 (Poststempel) wandten sich die Eltern von C____, A____ und B____, gegen diesen Entscheid an das Verwaltungsgericht. Sie baten um einen weiteren Gesprächstermin zur Deeskalation, bevor das Urteil rechtskräftig werde.

Auf Gesuch der KESB hat der Instruktionsrichter das Verfahren mit Verfügungen vom 30. September 2014 und 28. Oktober 2014 sistiert und die Sistierung mit Verfügung vom 7. Januar 2015 aufgehoben. Mit Vernehmlassung vom 28. Januar 2015 teilte die KESB mit, anlässlich des Gesprächs vom 16. Oktober 2014 hätten die Eltern einer IV-Berufsberatung für C____ zugestimmt, weshalb eine Aufhebung der Erziehungsbeistandschaft beabsichtigt werde. Mit Entscheid der KESB vom 12. Februar 2015 wurde die noch nicht rechtskräftige Erziehungsbeistandschaft für C____ aufgehoben und die Beiständin aus ihrem Amt entlassen.

Erwägungen

Das Verwaltungsgericht entscheidet als Beschwerdeinstanz im Sinne von Art. 450 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) sowie § 17 Abs. 1 des Kindes- und Erwachsenenschutzgesetzes (KESG; SG 212.400). Während des Beschwerdeverfahrens kann die KESB gemäss Art. 450d Abs. 2 ZGB ihren Entscheid in Wiedererwägung ziehen. Hebt die KESB den ursprünglichen Entscheid auf und entscheidet gleichzeitig neu, wird das hängige Beschwerdeverfahren zufolge nachträglichen Wegfalls des Anfechtungsobjekts gegenstandslos (Botschaft, BBl 2006, S. 7001, 7087; VGE VD.2013.235 vom 1. April 2014 E. 1; VD.2013.208 vom 21. Februar 2014). Gestützt auf Art. 450f ZGB i.V.m. § 6 des Gesetzes über die Einführung der Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO; SG 221.100) obliegt die Abschreibung des Verfahrens dem mit der Verfahrensleitung betrauten Gerichtsmitglied als Einzelrichter.

Eine solche Wiedererwägung liegt mit dem Entscheid der KESB vom 12. Februar 2015 vor, indem die noch nicht rechtskräftige Erziehungsbeistandschaft während des hängigen Beschwerdeverfahrens aufgehoben wurde. Mit dieser Aufhebung ist das Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführer an der Beurteilung der Beschwerde entfallen und das Beschwerdeverfahren somit gegenstandslos geworden. Entsprechend ist das Verfahren als erledigt abzuschreiben. Auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr ist umständehalber zu verzichten.

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht:

://: Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.

Kosten werden weder erhoben noch zugesprochen.

APPELLATIONSGERICHT BASEL-STADT

Der Gerichtsschreiber

Dr. Urs Thönen

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde in Zivilsachen erhoben werden. Die Beschwerdeschrift ist fristgerecht dem Bundesgericht (1000 Lausanne 14) einzureichen. Für die Anforderungen an deren Inhalt wird auf Art. 42 BGG verwiesen. Über die Zulässigkeit des Rechtsmittels entscheidet das Bundesgericht.

Ob an Stelle der Beschwerde in Zivilsachen ein anderes Rechtsmittel in Frage kommt (z.B. die subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Bundesgericht gemäss Art. 113 BGG), ergibt sich aus den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen. Wird sowohl Beschwerde in Zivilsachen als auch Verfassungsbeschwerde erhoben, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen.

Keywords

mootnessguardianshipchild protectionreconsiderationappealcostslegal interest

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Key legal question

Whether the appeal against the KESB's guardianship order had become moot after the authority revoked its own decision during the appeal.

Extracted holding

The appeal was struck out because the challenged measure had been withdrawn in reconsideration and the appellants no longer had a protectable legal interest.

Extracted reasoning

Under Art. 450d(2) ZGB, the KESB may reconsider its decision during pending appeal proceedings. Once the original order is repealed and a new decision is issued, the object of appeal falls away and the proceedings become moot.

Key legal question

Whether court fees and party costs should be charged despite the proceedings becoming moot.

Extracted holding

No court fee was levied and no costs were awarded.

Extracted reasoning

Given the circumstances and the mootness of the case, the court dispensed with fees and costs.

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